Kommentar

Weniger Geld für Sprachcamps: An der falschen Stelle gespart

Foto: Gerd Bertelmann

Das Land stellt weniger Geld für Gelsenkirchener Sprachcamps zur Verfügung. Dabei trägt gerade ein solches Angebot zur Integration bei.

Die Sprachcamps in Gelsenkirchen sind eine Erfolgsgeschichte. Hier werden jedes Jahr ein Mal für zwei Wochen in den Ferien genau die erreicht, die Nachhilfe in Deutsch am dringendsten brauchen, und vor allem: bei denen sie die nachhaltigsten Erfolge erzielt.

Mit einem überlegten Konzept aus Unterricht, Theater- und Kunstpädagogik und Freizeitpädagogik arbeiten Fachleute mit Sieben- und Achtjährigen mit Migrationshintergrund. Und in der Vergangenheit auch mit deren Eltern, denen die Mitarbeiter vor allem bei ganz praktischen Dingen unter die Arme griffen, etwa beim Ausfüllen von Formularen oder bei Behördenangelegenheiten.

Was in den Sprachcamps passiert, ist gelebte Integration. Denn gerade in den Ferien fallen Kinder, die nur zuhause sind, in ihre Muttersprache zurück. Dass das Land in diesem Jahr weniger Geld für das Projekt gibt, gerade die Elternarbeit nicht unterstützt, ist falsch. Hier wird am falschen Ende gespart.

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