Film-Dokumentation

Weltberühmt in Gelsenkirchen – so ist der Film über Labatzki

Der Gelsenkirchener Künstler Norbert Labatzki in der Schauburg Buer. Vor dem Film über sein Künstlerleben gab es eine Einführung – natürlich mit Musik.

Der Gelsenkirchener Künstler Norbert Labatzki in der Schauburg Buer. Vor dem Film über sein Künstlerleben gab es eine Einführung – natürlich mit Musik.

Foto: Joachim Kleine-Büning / Funke Foto Services

Gelsenkirchen-Buer.  Musikalisch ist Norbert Labatzki ein Tausendsassa zwischen Mr Mambo und Dr Stolzenfelz. Ein Film zeigt das (Künstler)-Leben des Gelsenkircheners.

Norbert Labatzki, Jahrgang 1961, eigenwilliger Typ, künstlerisches Multitalent und Impulsgeber ist „Weltberühmt in Gelsenkirchen“. Dem Titel folgt der Dokumentarfilm eines Teams junger Filmemacher um Lars Matura über den Gelsenkirchener, der Sonntag noch einmal in der Schauburg zu sehen war.

Musikalisch ist Labatzki ein Tausendsassa und ein Alleskönner, ein Musiker, dem höchste Ehrenbezeugungen zuteil wurden und einer, der in seiner Kunstfigur Dr. Stolzenfelz regelmäßige Grenzüberschreitungen wagte. Aus Sicht der jungen Filmemacher um Lars Matura ist Norbert Labatzki „Weltberühmt in Gelsenkirchen“. In ihrem rund einstündigen Portrait stellen sie die facettenreiche Künstlerpersönlichkeit vor – mal schrill, mal still und in einem wunderschönen Erzählstil.

Als Straßenmusiker auf der Hochstraße

Am Sonntag wurde der Film in der Schauburg gezeigt – zum zweiten Mal nach der Premiere im September. Weil die Nachfrage so groß war. Der Protagonist selbst ließ es sich nicht nehmen, auf der Bühne eine Einführung zu bieten. Angefangen bei seinen Zeiten als Straßenmusiker auf der Hochstraße und an die folgenden Zeiten als politischer Liedermacher erinnernd. Es folgten noch einige Stolzenfelz-Klassiker, die dem treuen Publikum wohl bekannt waren und deren Texte doch an dieser Stelle nicht zitierfähig sind.

„Ja, es ist manchmal hart“, sagt Labatzki selbst dazu. „Aber da müsst ihr durch.“ Natürlich ist auch die Klezmer-Karriere Thema, mit der sich der Erler nationales Renommee erspielte. Die Tatsache, dass er beim örtlichen Klezmerfestival keine Rolle spielt, kommentiert er kurz: „So ist das in der eigenen Stadt.“ Dann beginnt der Film – mit einem kuriosen Filmstück aus den Stolzenfelz-Archiven. Danach entfaltet sich die Dokumentation.

Gnadenlos ehrlich spricht Norbert Labatzki über sein Musikerleben, über finanzielle Zwänge, über verpasste Chancen (fast hätte er einst eine eigene Fernsehshow bekommen) und über das immer währende Bestreben, sich selbst treu zu bleiben. Und das obwohl er bis heute zwischen seinen Kunstfiguren wechselt, weil es was für jede Schublade gebe. Zum Stolzenfelz erklärt er selbst: „In ihm war alles vereint, was ich an dieser Welt hasse.“

Die Rampensau schlechthin

Ein schöner Kunstgriff des Films: Es kommen langjährige Wegbegleiter zu Wort. Etwa ein Schulfreund. Der erinnert sich: „Es war unmöglich, Norbert Labatzki nicht zu kennen.“ Und später: „Er ist die Rampensau schlechthin.“ Manche Weichen, so scheint es, werden früh gestellt. Das versöhnliche Fazit bietet, irgendwann mittendrin, der Protagonist selbst: „Insgesamt bin ich doch ein glücklicher Mensch. Ich habe unglaublich viel erlebt und die Dinge gemacht, die ich machen wollte.“

Der Film „Weltberühmt in Gelsenkirchen“ wird demnächst bei Youtube eingestellt.

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