Kindergarten

Wellpappe beflügelt die Fantasie in Gelsenkirchen

Aufgepasst! Yannick (5) präsentiert einige Ergebnisse des Handwerkprojekts im Ev. Albert-Schweitzer-Kindergarten: Einen Dinosaurier mit Rollen, eine Brücke und ein Korkmännchen.

Foto: Martin Möller

Aufgepasst! Yannick (5) präsentiert einige Ergebnisse des Handwerkprojekts im Ev. Albert-Schweitzer-Kindergarten: Einen Dinosaurier mit Rollen, eine Brücke und ein Korkmännchen. Foto: Martin Möller

Gelsenkirchen.   Karl Rosenwald vom Kinderlabor hat ein Projekt in Schalke beendet. Vier- und Fünfjährige versuchten sich erfolgreich als Nachwuchshandwerker.

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Yannick zeigt stolz, was seine Schalker Kindergartengruppe beim Handwerksprojekt alles gebastelt hat. Die Augen des Fünfjährigen funkeln, als er einen grünen Dinosaurier hervorholt, der Räder hat und an einer Schnur gezogen wird. Er gehört seinem Freund Matteo. Eine Brücke und ein Korkenmännchen hat Yannick ebenfalls vor sich stehen.

Der Künstler Karl Rosenwald vom Bochumer Kinderlabor hat das Projekt im Evangelischen Albert-Schweitzer-Kindergarten geleitet. „Für mich war das etwas Besonderes“, sagt Rosenwald, „vorher hatte ich noch nie eine ganze Gruppe im Vorschulbereich.“ Doch die Vier- und Fünfjährigen seien von Anfang an Feuer und Flamme gewesen und hätten es ihm sehr einfach gemacht. „Ich will die Kreativität der Kinder fördern, ich will sie auf Ideen bringen, und sie sollen neue Erfahrungen machen.“ Dafür hat er Laubsägen, Schleifklötze, Raspeln, Feilen und eine Klebepistole an die Breslauer Straße gebracht.

Kostenfreies Nachmittagsangebot für 20 Teilnehmer

Doch nicht etwa Holz ließ er sägen, sondern Wellpappe. „Mir ist wichtig, dass die Kinder mit Materialien arbeiten, die sie selbst bewältigen können.“ Die Laubsäge für Pappe zu benutzen, war nicht nur für die Kinder neu, sondern auch für Kita-Leiterin Annette Bonna. „Das ist eine prima Idee, das machen wir jetzt regelmäßig.“

Doch das Handwerksprojekt ist bereits beendet, finanziell gefördert vom Quartiersfonds Schalke lief es mehrere Monate als kostenfreies Nachmittagsangebot, bei dem rund 20 Teilnehmer mitgemacht haben. „Den Kindern hat’s gefallen“, resümiert Rosenwald und freut sich über die vielfältigen Ergebnisse. Darunter eine Pappgitarre und Würfel aus Zahnstochern und Styroporstücken, teils zu Türmen zusammengesteckt. Dass der kindlichen Fantasie keine Grenzen gesetzt waren, zeigt unter anderem eine geflügelte Katze mit Fressnapf und Mini-Mülleimer, die wie Janoschs berühmte Tigerente an einer Schnur gezogen wird.

Die kleinen Bastler hatten freie Wahl

Ohnehin sind rollende Spielzeuge stark vertreten, oft bunt bemalt mit Wachsmalstiften. „Was die Kinder bei anderen gut fanden, haben sie nachgeahmt“, sagt Annette Bonna. Denn Vorgaben, was am Ende herauskommen sollte, gab es nicht; die Bastler hatten freie Wahl. „Tatsächlich haben wir viel improvisiert“, ergänzt Karl Rosenwald. Vorkenntnisse hatten zwar alle Teilnehmer mitgebracht, weil im Kindergarten regelmäßig und viel gebastelt wird, doch während einige Kinder Fahrzeuge und einen passenden Parcours Brücken, Tunneln und Toren erschaffen wollten, fanden andere Minihanteln aus Isolierkunststoff gut, Sonnen mit Zahnstocherstrahlen oder ein Mäusehaus. „Alle haben sich richtig Mühe gegeben“, freut sich die Kindergartenleiterin.

Wenn es nach Annette Bonna geht, soll es nicht das letzte Mal gewesen sein, dass Karl Rosenwald mit Werkzeug und Handwerksmaterialien in den Kindergarten kommt. Er würde ebenfalls gerne für eine Wiederholung nach Schalke zurückkehren und dann wieder über die Fantasie der kleinen Nachwuchshandwerker staunen.

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