Demenz

WAZ-Leser aus Buer bringt demente Seniorin ins Heim zurück

Die demente Frau lebt im Pflegezentrum des Arbeiter-Samariter-Bundes Gelsenkirchen.

Foto: Fabian Strauch/Archiv

Die demente Frau lebt im Pflegezentrum des Arbeiter-Samariter-Bundes Gelsenkirchen. Foto: Fabian Strauch/Archiv

Gelsenkirchen.   Ein 70-Jähriger stieß in Gelsenkirchen auf eine demente Dame und brachte sie zurück ins Heim. Die Einrichtung am Schloss Berge kennt das Thema.

Als der 70-Jährige Herr M. aus Buer (Name der Redaktion bekannt) in der WAZ vom Umgang der Heime mit dementen Menschen mit Tendenz zum Weglaufen liest, kommt wieder ein Erlebnis in ihm hoch. Er erzählt von einem Vorfall, der erst ein paar Tage her ist und ihn noch immer empört und entsetzt.

Er habe, erzählt M., eine sichtlich demente und verwirrte Seniorin abends gegen 19 Uhr am Berger See getroffen, sie an die Hand genommen und ins ASB-Seniorenzentrum am Bergmannsheil gebracht.

„Vermisst hat sie dort nach meinem Eindruck niemand. So kann man doch nicht mit alten Menschen umgehen“, sagt der WAZ-Leser.

Mit Demenz im eigenen Umfeld vertraut

Der Mann geht regelmäßig mit seinem Hund in den Berger Anlagen spazieren. „Da kam mir eine ältere, verwirrt wirkende Dame entgegen.“ Der Bueraner sprach sie an, sie wusste nicht, wohin sie wollte. Mit Demenz im eigenen Familienumfeld vertraut, nahm der 70-Jährige die Frau an die Hand und ging mit ihr zum Seniorenzentrum. „Ich habe ihr nur immer wieder gesagt: Wir gehen jetzt nach Hause. Sie hat mir echt leid getan.“ Die Dame konnte er offenbar gut beruhigen.

Im Haus selbst sei die Rezeption nicht besetzt gewesen: „Da saßen nur fünf bis sechs Bewohner. Es hat lange gedauert, bis ich eine Mitarbeiterin traf.“ Den Eindruck, dass diese Bewohnerin den Weg allein zurück gefunden hätte, hatte der 70-Jährige nicht.

Überhaupt sei er auch schon vor einigen Monaten in dem Bereich von der Polizei angesprochen und gefragt worden, ob er eine ältere Frau gesehen hätten. Der Mann vermutet, dass das, was er nun beobachtet hat, kein Einzelfall ist und fordert: „Man muss demente Menschen doch schützen, mit einem Armband zum Beispiel, das Signale aussendet, wo jemand ist oder mit anderen technischen Mitteln.“

Bekanntes Problem

Joscha Wienholt, Leiter der Einrichtung, kennt das Problem: „Ja, wir haben eine Dame, die ab und zu auch mal alleine raus geht, das wissen wir und das weiß auch die Tochter.“ In der Regel komme die Frau nach kurzer Zeit wieder zurück: „Wenn nicht, suchen wir sie, weil wir wissen, wo sie sich zumeist aufhält.“ Wie viele andere Einrichtungen auch sei das Pflegezentrum des Arbeiter-Samariter- Bundes ein offenes Haus: „Jede freiheitseinschränkende Maßnahme muss gerichtlich angeordnet werden.“

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