Kultur

Was passiert mit dem „Wohnzimmer GE“?

Seit 2012 führt Paul Pillath (31) das „Wohnzimmer GE“ in einem ehemaligen Zechengebäude an der Wilhelminenstraße in Gelsenkirchen-Schalke.

Seit 2012 führt Paul Pillath (31) das „Wohnzimmer GE“ in einem ehemaligen Zechengebäude an der Wilhelminenstraße in Gelsenkirchen-Schalke.

Foto: Martin Möller

Schalke.   Dringend benötigtes Geld wird es für die Kultureinrichtung zumindest aus dem städtischen Haushalt nicht geben.Leiter Paul Pillath ist enttäuscht.

„Das ist wie bei den Künstlern. Applaus ist gut, reicht aber am Ende nicht.“ Vor gut einem Monat schilderte Paul Pillath der WAZ die Situation des „Wohnzimmers GE“. Der Szene-Raum für Musik und Kunst aus aller Welt an der Wilhelminenstraße ist akut von der Schließung bedroht. Die Einrichtung braucht Geld – und die Grünen hätten es Paul Pillath und seinem Team auch gegeben.

70 000 Euro aus dem städtischen Haushalt 2018 hatte die Partei beantragt. Mit der Mehrheit der SPD wurde das Ansinnen im Hauptausschuss am Donnerstag abgelehnt. Endgültig abgesegnet wird der Etat zwar am 14. Dezember vom Rat der Stadt – die Chancen, dass hier am Ende ein anderes Ergebnis steht, gehen aber gegen Null.

Enttäuscht von der Entscheidung der SPD

„Natürlich sind wir enttäuscht über die Entscheidung der SPD“, so Pillath, der das „Wohnzimmer GE“ seit 2012 leitet. „Konkrete Aussagen über die Zukunft kann ich allerdings heute nicht tätigen. Nur, dass es dadurch nicht leichter werden wird, unsere Kulturarbeit langfristig fortzusetzen.“

Schwierig ist es schon länger: Mit viel Arbeit und persönlichem Engagement hat bis jetzt aber alles immer irgendwie geklappt. Etwa 20 Stunden pro Woche investiere er ins Wohnzimmer – ein Halbtagsjob. Wobei das sein Hobby ist. „Nebenbei“ hat Pillath auch einen Vollzeitjob in einer Talentschule. Seinen Mitstreitern geht es nicht anders.

Pillath will sich nach der Ratssitzung äußern

Das ganze Team, mehr als ein Dutzend Freiwillige, habe binnen eines Jahres etwa 5000 Stunden ins „Wohnzimmer“ gesteckt. „2016 haben wir dann gemerkt, dass das so nicht mehr weitergeht“, sagt Paul Pillath. „Es gab Phasen, da wussten wir nicht, ob das nächsten Monat noch funktioniert.“

Diese Phase scheint die Politik nicht zu beenden – trotz der Aussage von David Peters (SPD). Der bemerkte im Hauptausschuss: Es sei wünschenswert, dass das „Wohnzimmer“ erhalten bleibe – „aber nicht mit Mitteln aus dem Haushalt“. Dazu Paul Pillath: „Wir freuen uns aber, dass die SPD den Erhalt des ,Wohnzimmer GE’ als wünschenswert erachtet und sind natürlich jederzeit offen für konkrete Ideen und Vorschläge. Wir werden uns nach der Ratssitzung noch einmal ausführlich äußern.“

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