Smart City

Was die „digitale Stadt“ für Gelsenkirchen bedeutet

Gelsenkirchens Oberbürgermeister Frank Baranowski

Gelsenkirchens Oberbürgermeister Frank Baranowski

Foto: BMR

Gelsenkirchen.   Gelsenkirchen ist Modellkommune und schreibt Digitalisierung groß. Von einer Messe aus Barcelona hat der OB „jede Menge Aha-Effekte“ mitgebracht.

Die weltweite Digitalisierung ist immer weiter auf dem Vormarsch. Hier will Gelsenkirchen seiner Rolle als Vorreiter gerecht werden. Oberbürgermeister Frank Baranowski (SPD) sieht die „vernetzte Stadt“, die inzwischen eine von fünf digitalen Modellstädten in NRW sowie Modellstadt im europäischen Netzwerk „Digital Smart Cities Challenge“ ist, auf einem guten Weg in eine digitale Zukunft.

Erst kürzlich war das Stadtoberhaupt zusammen mit einer Abordnung zu Besuch in Barcelona. Beim Mobile World Congress 2019 Ende Februar nutzten die Gelsenkirchener die Chance zum Erfahrungsaustausch. „Wo stehen wir?“ und „Wen kann man als Partner gewinnen?“ – diese Fragen standen auf der Agenda. „Gelsenkirchen als Modellstadt war vielen schon ein Begriff“, so Baranowski. So habe es dann auch „viele spannende Gespräche mit kleineren Unternehmen“ gegeben – unter anderem zum Thema Verkehrssteuerung.

Freie Parkplätze melden

Manfred vom Sondern, der Chief Digital Officer (CDO) – auf Deutsch: Gelsenkirchens oberster Herr der „vernetzten Stadt“ –, erklärt ein Beispiel: die Parkplatzsuche. „Ziel ist es in Zukunft nicht mehr, den Autofahrern zu sagen, wo es überall Parkplätze gibt, sondern ihnen zu zeigen, wo es freie Parkplätze gibt.“ Eine App ist bereits auf dem Markt, die genau das kann – und zwar ohne Sensorik, stattdessen quasi basierend auf Erfahrung. „Diese App zapft zehn Quellen an, Trefferquote: 80 Prozent“, sagt vom Sondern. Der Oberbürgermeister ist begeistert: „Ja, da gab es jede Menge Aha-Effekte!“

Gespräche hat es laut Baranowski auch mit der Telekom gegeben. So habe er Vorstandsmitglied Dirk Wössner vorgeschlagen, gemeinsam mit Gelsenkirchen eine ruhrgebietsweite Verkehrslenkung zu entwickeln. „Das Schlimmste wäre doch: Sie fahren durchs Revier und müssen fünf Apps haben, weil jede Kommune ihr eigenes Ding macht“, so der OB, der zufrieden auf Barcelona zurückblickt: „Es war gut, dass wir dort vertreten waren. Jetzt ist es wichtig, dass das konkret wird, dass man was sieht.“

Wo steht GE bei der Digitalisierung in zwei bis drei Jahren?

Stellt sich die Frage, wo er Gelsenkirchen bei der Digitalisierung in zwei bis drei Jahren sieht. „Ich glaube, dass wir bei der Lichtsteuerung einen großen Schritt weiter sind“, sagt Frank Baranowski. Sensorik bei der Entsorgung sei auch so ein Thema – was quasi heißt: Der Mülleimer meldet sich, wenn er geleert werden muss. Die Ampel- und Verkehrssteuerung – „zumindest auf der Kurt-Schumacher-Straße“ – nennt er als drittes Beispiel.

Marc Luhmann, Baranowskis persönlicher Referent, gießt ein wenig Wasser in den Wein, als er auf den Ausbau des 5G-Netzes und damit verbundene Schwierigkeiten hinweist: „Manchmal liegt es nicht in unserer Hand, wie schnell es geht.“ Laut Manfred vom Sondern liegt eine Schwierigkeit darin, Dächer für Antennen zu finden. Dennoch wagt er die Prognose, dass 5G in zwei bis drei Jahren Standard sein wird.

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