Literatur

Warum Macken und Marotten überlebenswichtig sind

Der Gelsenkirchener Kabarettist Kai Twilfer stellt sein neues Buch ( Ich hab keine Macken...Das sind Special-Effects) am Mittwoch, 08.11.2017 in Gelsenkirchen vor. Foto: Joachim Kleine-Büning/FUNKE Foto Services

Foto: Joachim Kleine-Büning

Der Gelsenkirchener Kabarettist Kai Twilfer stellt sein neues Buch ( Ich hab keine Macken...Das sind Special-Effects) am Mittwoch, 08.11.2017 in Gelsenkirchen vor. Foto: Joachim Kleine-Büning/FUNKE Foto Services Foto: Joachim Kleine-Büning

Gelsenkirchen.   Autor und Schantall-Erfinder Kai Twilfer legt mit „Ich hab keine Macken“ ein neues Satirebuch vor. Es steht schon auf der Bestsellerliste.

Es war die Klo-Rolle auf dem stillen Örtchen, die ihn zum Rasen brachte. Das Toilettenpapier hing schlicht falsch herum in der Halterung, und Kai Twilfer bekam die Krise – und die Idee für ein neues Buch. „Ich hab keine Macken!“ ist sich der Gelsenkirchener Bestsellerautor augenzwinkernd sicher und beschreibt auf stattlichen 250 Seiten jede Menge Macken, Marotten, Spleens und Zwänge als spaßige „Special Effects“.

Der Leser erkennt sich locker wieder

Und behauptet: „Sie werden sich in diesem Buch mit einer Wahrscheinlichkeit von einhundert Prozent wiederfinden.“ Die Wette würde er gewinnen!

Der Erfinder der Proll-Göre Schantall, die er überaus erfolgreich „Tu ma die Omma winken!“ (2013) oder „Tu ma die Omma Prost sagen!“ (2014) aufforderte, nimmt auch diesmal wieder den echten Ruhrgebietsmenschen aufs Korn, hält ihm den Spiegel vor, charmant, liebevoll, passgenau: „Diese Typen hat jeder gleich vor Augen.“ Viele Geschichten spielen in Twilfers Heimatstadt.

Dort, wo der 41jährige Ruhrpöttler mit Leib und Seele die Menschen einfach nur beobachtet, ihnen aufs Maul schaut, sich vom ganz normalen Alltagswahnsinn inspirieren lässt. Entstanden ist ein Buch voll schräger, satirischer, pointiert zugespitzter Ereignisse mitten aus dem prallen Leben.

Geschichten aus der Ich-Perspektive

Erstmals erzählt Kai Twilfer, der zudem zum ersten Mal im Bastei Lübbe Verlag veröffentlicht, aus der Ich-Perspektive. Und erkennt schnell, dass auch er selbst mehr Macken hat als ein alter VW-Bus.

Seine Geschichten richten den Scheinwerfer auf das Geschehen an der Supermarktkasse, wo jeder garantiert die falsche Schlange erwischt, und wo der Vordermann ewig nach Kleingeld sucht.

Kuriose Rituale allüberall

Im Kapitel „Unsere schönsten Marotten im Restaurant“ kennt Twilfer die Angewohnheit des späten Gastes, erst mal vorsichtig zu fragen: „Haben Sie noch Küche?“ Was auch jeder kennt: „Man erscheint als Paar in einem Fresstempel und wird empfangen mit den Worten: Zwei Personen?“ Aus Sicht des Autors eine der größten Macken der Gäste: „Wir wollen immer einen Platz am Fenster, auch wenn vor dem Restaurant eine Müllhalde liegt.“ Kuriose Rituale entdeckt der Schreiber an allen Ecken, im eigenen Heim, im Urlaub, im Baumarkt oder in der Bahn. Twilfer stellt sich und seinen Lesern die Frage, warum Frauen immer zu zweit aufs Klo rennen, warum Menschen von Autobahnbrücken winken oder warum wir ein Volk von durchgedrehten Schnäppchenjägern sind.

Marotten sind gar nicht so schlimm

Am Ende weiß der Leser: Ich bin nicht allein mit meinen Macken. Und sie sind auch gar nicht so schlimm: „Marotten sind überlebenswichtig. Sie geben uns Sicherheit in einer Welt, in der nichts mehr sicher ist.“ Und die Klo-Rolle, die hängt Twilfer dann einfach um. Ein Buch von hohem Unterhaltungs- und Erkenntniswert!

>> Das Buch und die Premierenlesung

  • Begleitet wird das neue Buch von einer deutschlandweiten Comedy-Lesung. Die Premiere findet am 23. Februar um 20 Uhr in der Kaue, Wilhelminenstraße 176, statt. Kartenvorverkauf: www.emschertainment.de

  • Das Buch „Ich hab keine Macken! Das sind Special Effects“ ist im Bastei Lübbe TaschenbuchVerlag erschienen, enthält Zeichnungen von Alexandra Langenbeck und kostet 10 Euro. Es steht auf der Spiegel-Bestsellerliste.

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