Verkehr

Warum E-Scooter wieder durch Gelsenkirchen rollen

E-Roller zum Leihen: Zwei E-Scooter der Marke Bird vor dem Polizeipräsidium in Gelsenkirchen-Buer.

E-Roller zum Leihen: Zwei E-Scooter der Marke Bird vor dem Polizeipräsidium in Gelsenkirchen-Buer.

Foto: Matthias Heselmann

Gelsenkirchen.  Die Stadt Gelsenkirchen startet den zweiten Versuch, den Verleih von E-Rollern zu etablieren. Doch nicht jeder ist von den Zweirädern begeistert.

Das Handy zücken, den QR-Code am Lenker scannen – und losfahren. Das ist das Prinzip der E-Tretroller, die man sich jetzt wieder in den Innenstädten von Buer und im Gelsenkirchener Süden leihen kann. Seit Mitte Oktober ist der Anbieter Bird mit einer Flotte von insgesamt 200 Rollern in der Stadt vertreten. Die Polizei mahnt allerdings zur Vorsicht.

Es ist der zweite Versuch, den Verleih von E-Rollern, der in vielen Großstädten üblich ist, auch in Gelsenkirchen zu etablieren. In Berlin etwa wetteifern gleich mehrere Anbieter um die Gunst der Fahrgäste. In Gelsenkirchen hatte die Stadt in Zusammenarbeit mit der Bogestra im August 2019 einen ersten Versuch gestartet, damaliger Anbieter war die Firma Circ.

Die E-Roller gehören in Gelsenkirchen zum Projekt Mobilitätswende

Nach nur fünf Monaten war das Experiment allerdings Anfang dieses Jahres beendet worden, im März sammelte Circ die Roller wieder ein. Damalige Begründung war die Übernahme von Circ durch ein anderes Unternehmen. Heute weiß man: Circ wurde durch die Firma Bird geschluckt, den Anbieter, der jetzt in Gelsenkirchen an den Start gegangen ist.

„Wir freuen uns, dass es diese Form von Mobilität nun auch wieder in Gelsenkirchen gibt“, sagt Stadtbaurat Christoph Heidenreich. Gerade für kurze Strecken könnten E-Tretroller für viele Menschen ein interessantes Angebot sein. Das Projekt ist Teil der Mobilitätswende, mit der Menschen animiert werden sollen, vom Auto auf klimafreundlichere Alternativen umzusteigen. So soll der E-Scooter etwa für den Weg von der Straßenbahnhaltestelle zur Haustür genutzt werden.

Das sagen Kritiker zu den E-Rollern

Allerdings gibt es auch Kritik an dem Verleihsystem. Zwar liegt der CO2-Ausstoß der Roller deutlich unter dem eines Autos – wenn also tatsächlich Autofahrten unterblieben, weil stattdessen zum Roller gegriffen wird, wird weniger klimaschädliches CO2 in die Luft geblasen. Ob die Rechnung aber tatsächlich aufgeht, wird von Kritikern bezweifelt: Wenn jemand für eine Strecke auf den Roller steigt, die er sonst zu Fuß zurückgelegt hätte, sei das nicht im Sinne des Erfinders.

Ein weiterer Kritikpunkt ist das achtlose Abstellen der Roller. Zwar weist der Anbieter in seiner App darauf hin, dass man die Gefährte nach Ende der Fahrt so abstellen soll, dass sie nicht im Weg stehen, doch viele halten sich nicht daran. Vor allem in Großstädten, wo viele E-Scooter im Einsatz sind, landet ein Roller auch schon einmal im Gebüsch oder in einem Fluss.

Die Polizei warnt vor Verletzungen

Auch bei der Polizei Gelsenkirchen sieht man die E-Roller nicht unkritisch. „Ich würde zumindest jedem Fahrer raten, einen Helm zu tragen“, sagt Polizeisprecher Thomas Nowaczyk. Die Roller hätten sehr kleine Reifen, mit den man sich schnell in Schlaglöchern, Straßenbahnschienen oder Gullys verfangen könnte. „Da ist die Verletzungsgefahr recht hoch“, warnte der Sprecher, auch und besonders die Gefahr, sich am Kopf zu verletzen.

Nowaczyk ermahnt die Fahrer, sich unbedingt an die Verkehrsregel zu halten. Dazu zähle beispielsweise, dass die Roller nur von einer Person zu benutzen seien. Ebenfalls wies er darauf hin, die Roller ordnungsgemäß abzustellen. „Vor allem für Menschen mit Rollstühlen stellen Roller, die auf dem Bürgersteig stehen gelassen werden, ein oftmals unüberwindliches Hindernis dar.“

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