Ein Stück Geschichte

Von der Kette zum Drahtseilakt im Bergbau

Drahtseile wie diese Exponate in der Bergbausammlung Rotthausen in Gelsenkirchen revolutionierten einst die Arbeit unter Tage.

Foto: Martin Möller

Drahtseile wie diese Exponate in der Bergbausammlung Rotthausen in Gelsenkirchen revolutionierten einst die Arbeit unter Tage. Foto: Martin Möller

Gelsenkirchen.   Dicke Drahtseile sorgten im 19. Jahrhundert für mehr Sicherheit im Bergbau – wie man ihre Besonderheiten erkennt, erklärt Karlheinz Rabas.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Drahtseile sind heute etwas ganz Selbstverständliches. Sie werden in vielen Bereichen verwendet, natürlich auch seit langer Zeit im Bergbau, insbesondere zur Förderung.

Aber auch Drahtseile mussten erst erfunden werden. Bis Oberbergrat Julius Albert in Clausthal auf die geniale Idee kam, verwendete man Ketten, die aber durch die Belastungen des Auf- und Abrollens leider geschädigt wurden und aus dem Grunde immer wieder zerbrachen.

1834 gelang der Durchbruch mit stabilen Seilen

Albert startete deshalb Versuche mit einem Drahtseil aus drei Litzen. Erste Versuche führte er erfolgreich im Februar 1834 in der Grube Caroline in Clausthal durch.

„Bei der Herstellung der Drahtseile werden mehrere einzelne Drähte zu Litzen verseilt“, beschreibt Karlheinz Rabas, der die Bergbausammlung in Rotthausen leitet, die Herstellung.

Mehrere Litzen werden um eine Einlage herum zu dem fertigen Drahtseil geschlagen. „Man unterscheidet Gleichschlagseile, wenn die Litzendrähte dieselbe Schlagrichtung haben wie die Litzen selbst und Kreuzschlagseile, wenn die Schlagrichtung entgegen gesetzt ist.“

Musterseilstücke lassen sich in der Sammlung finden

Bei den dickeren Seilen werden die Litzen in mehreren Lagen verseilt. Die Drahtseile werden durch Lastschwankungen, Verschleiß und durch Korrosion beansprucht, ihre durchschnittliche Lebensdauer ist entsprechend endlich.

„Bei Schachtförderanlagen werden die Seile durch magnetische Verfahren im Durchlauf geprüft, mit denen auch innere Drahtbrüche entdeckt werden können“, erklärt Rabas. Im Stollen der Bergbausammlung gibt es eine Sammlung von Musterseilstücken und Erläuterungstafeln.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik