Unterhaltung

Vom Schrottplatz Gelsenkirchen aus in die Welt der Leander

Markus Kiefer entführte mit Martin Lelgemann am Piano auf eine groteske Geschichte von Gelsenkirchen in die Welt mit den Evergreens von Zarah Leander im Consol Theater.

Markus Kiefer entführte mit Martin Lelgemann am Piano auf eine groteske Geschichte von Gelsenkirchen in die Welt mit den Evergreens von Zarah Leander im Consol Theater.

Foto: Frank Oppitz / FUNKE Foto Services

Gelsenkirchen-Bismarck.  Im Consol Theater lud Schauspieler Markus Kiefer zu einer Tour mit Evergreens aus Ufa-Zeiten ein. Von Pommes zu Prinzen und bis nach New York.

Sie steht auf einmal da, in der Pommesbude gegenüber vom Parkstadion, und er beginnt zu träumen. „Geht hinaus und singt meine Lieder!“ war alles, was sie wollte, und Markus Kiefer wollte dann auch nichts anderes mehr. Doch er stellt klar: „Ich bin nicht die Leander“, aber ihre Lieder, die nimmt er, rollt die Augen, rollt vor allem das „rrrr“. Wie die Leander. Vielleicht.

Jedenfalls zupft er kokett den Pelzmantel zusammen und spielt und spinnt aus den Evergreens der Diva aus Schwarz-Weiß-Film und Ufa-Zeiten eine groteske Weltreise in der Kellerbar des Consol Theaters. Die eine Atmosphäre wie gemacht hergibt und in der die markanten Griffe von Martin Lelgemann am Klavier („Marrrrtin, hau in die Tasten!“) fast schon das Kratzen und Rauschen von Schellack-Platten zum Bild der großen Frau mit der Schlaghose mischen.

Pelzmantel und Schlaghose

Fast, denn das Absurde dieses gleichwohl poetischen Abends wird zur abenteuerlichen Reise voller Anspielungen. So greift unvermittelt Raimund Harmstorf (der „Seewolf“) zu den Pellkartoffeln. Aber irgendwie muss Kiefer ja einen Kahn für die anstehende Weltreise dazu zaubern. Es geht über von Gelsenkirchen über den Rhein-Herne-Kanal und immer weiter bis Den Haag. Und die skurrile Reise spinnt sich zum Roten Faden der Lieder, von „Kann denn Liebe Sünde sein?“ über „Nur nicht aus Liebe weinen“ weiter nach Paris und New York, dem Ziel der Sehnsucht schon weiland der Leander.

Die Evergreens für die Reise

„Der Wind hat mir ein Lied erzählt“ begleitet die Atlantik-Passage, und die Ankunft in Amerika macht klar „Ich weiß, es wird einmal ein Wunder gescheh’n“.

Tatsächlich spielt die Leander keine Rolle in der unterhaltsamen Revue. Markus Kiefer ist sie nicht, will sie nicht sein. Aber ihre Lieder, die nimmt er mit viel Pathos und unterhaltsamer Mimik. Das ist nicht die Leander, und gut.

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