Großbrand in Buer

Viel Hilfsbereitschaft für Brandopfer in Gelsenkirchen-Buer

Überwältigende Hilfsbereitschaft: Im Gemeindehaus St. Theresia haben Menschen Spenden für die Opfer des Großbrandes in Gelsenkirchen-Buer gesammelt.

Überwältigende Hilfsbereitschaft: Im Gemeindehaus St. Theresia haben Menschen Spenden für die Opfer des Großbrandes in Gelsenkirchen-Buer gesammelt.

Foto: Heinrich Jung / FUNKE Foto Services

Gelsenkirchen-Buer/Hassel.  Die Annahme von Sachspenden für die Bewohner der De-la-Chevallerie-Straße in Gelsenkirchen musste nach wenigen Stunden gestoppt werden.

„Wir sind ja alle Bueraner. Da hält man zusammen“, sagt Sven Boerboom. Er steht im Gemeindehaus von St. Theresia in Gelsenkirchen. Um ihn herum Tische, auf denen sich hier Kleidungsstücke stapeln, dort Gesellschaftsspiele, gegenüber Hygieneartikel. Alles Spenden, die in nur wenigen Stunden am Freitagabend zusammen kamen und nun jenen Menschen helfen sollen, die durch den Großbrand an der De-la-Chevallerie-Straße in der Nacht auf Donnerstag alles verloren haben.

Binnen kürzester Zeit findet sich am selben Tag eine Gruppe in den sozialen Netzwerken zusammen, die den Betroffenen helfen will. Die Zahl der Mitglieder geht auf die Tausend zu. Einer von ihnen ist Sven Boerboom. Seine Freunde sind direkt betroffen. „Meine Idee war, ein Spendenkonto zu eröffnen.“ Das gibt es nun.

Eine Gelsenkirchenerin sucht eine neue Wohnung

Zeitgleich wird auch Katharina Finke aktiv, eine Nachbarin. „Ich war in der Brandnacht nicht zu Hause, hatte Nachtschicht und habe dort von dem Brand erfahren. Es war nicht klar, ob ich selbst betroffen bin.“ Ist sie nicht. Aber als sie sich den Schaden betrachtet, weiß sie sofort, sie will und muss helfen. Sie ruft eine Spendenaktion ins Leben – mit überwältigendem Ergebnis. „Am Freitag standen die Menschen in Schlangen hier.“ Nach nur wenigen Stunden ist das Gemeindehaus voller Spenden. Die Aktion wird gestoppt. Schließlich muss alles sortiert und auf Tischen geordnet werden, damit nur einen Tag später die Betroffenen kommen und Notwendiges mitnehmen können.

Eine Frau ist schon hier, die eine der obersten Wohnungen bewohnte. Jene, denen nun das Dach fehlt, von denen kaum etwas übrig ist. „Mir hat man gesagt, ich darf nicht mehr hoch. Aber da steht auch nichts mehr“, sagt sie, die ihren Namen lieber nicht nennen möchte. Wie es ihr geht? „Man hat gar keine Zeit, viel nachzudenken. Man ist mit so vielem beschäftigt.“

Apotheke spende Hygiene-Artikel, Restaurant lädt zum Essen ein

Jetzt hier zu sein, das tue ihr besonders gut. „Dieser Zuspruch, dazu eine Tasse Kaffee, das ist unfassbar schön.“ Mit Tränen in den Augen erzählt sie, wie sie die enorme Hilfsbereitschaft überwältigt. „Das ist wunderbar. Was hier an Spenden zusammen gekommen ist, das ist unglaublich. Die Gelsenkirchener sind einfach toll.“

Seit Donnerstag bemühe sie sich, eine neue Wohnung zu finden. Hoffnung, dass sie früher oder später zurück kann, hat sie nicht. „Es ist alles zerstört. Auf was soll ich warten?“ Nein. Ein Neuanfang muss her. Allerdings, bei der Wohnungssuche sei sie auf sich gestellt. Eine kleine, bezahlbare Wohnung in Buer, das ist jetzt ihr größter Wunsch. „Unbürokratisch und schnell.“

Auch Spielzeug und Plüschtiere finden sich unter den Spenden

Derweil werden immer noch Spenden sortiert. Privatleute haben Vieles gebracht, sogar Spielzeug und Plüschtiere. Unternehmer haben sich in anderer Weise eingebracht, erzählt Sarah Zalenga. Die „Dom Apotheke“ hilft mit zahlreichen Tüten voller Hygieneartikel und Bestandteilen der Hausapotheke, das „Domgold“ lädt Betroffene zum Essen ein, ein Friseur bietet einen kostenlosen Haarschnitt an. Alles nicht lebenswichtig, weiß Sarah Zalenga. Jedoch: „Es geht darum, dass sich die Menschen nicht obdachlos fühlen – obwohl sie es sind.“

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