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Verschlüsselungstechnik aus Gelsenkirchen als Exportschlager

Cryptovision-Geschäftstführer Markus Hoffmeister (l.) traf in Ghana zusammen mit Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries (r.) die Jungunternehmerin Farida Bedwei (Bildmitte). Deren Unternehmen beliefert westafrikanische Banken mit Finanz-Software.

Foto: cryptovision

Cryptovision-Geschäftstführer Markus Hoffmeister (l.) traf in Ghana zusammen mit Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries (r.) die Jungunternehmerin Farida Bedwei (Bildmitte). Deren Unternehmen beliefert westafrikanische Banken mit Finanz-Software. Foto: cryptovision

Gelsenkirchen/Ghana/Gambia.   Markus Hoffmeister, Geschäftsführer der Firma Cryptovision, reiste mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier nach Ghana und Gambia

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Wenn Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier auf Dienstreise geht, ist stets ein Tross von Politikern und Wirtschaftsvertretern dabei. Als er unlängst den afrikanischen Ländern Ghana und Gambia einen Staatsbesuch abstattete, wurde Steinmeier von Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries und Ex-Schalke-Fußballer Gerald Asamoah, der in Ghana geboren wurde, begleitet. Außerdem gehörten etwa 15 Top-Manager deutscher Unternehmen zur Delegation – darunter Markus Hoffmeister aus Gelsenkirchen.

Hoffmeister ist Gründer und Geschäftsführer der Verschlüsselungstechnik-Firma Cryptovision, die im Wissenschaftspark in Ückendorf beheimatet ist. Cryptovision ist auf elektronische Ausweise spezialisiert – eine Technik, die momentan in Entwicklungs- und Schwellenländern besonders gefragt ist. „Solche Staaten haben oft großen Nachholbedarf, was das Einwohnermeldewesen, den Bankensektor und die Digitalisierung betrifft“, weiß Hoffmeister. „Ein elektronischer Ausweis ist oft eine wichtige Voraussetzung, um eine Modernisierung zu ermöglichen. Die afrikanischen Länder Ghana und Nigeria haben daher mit Cryptovision-Technologie Projekte gestartet, die die Bevölkerung mit derartigen Ausweisdokumenten versorgen.“

Elektronische Ausweise sind gefragt

Die knapp einwöchige Reise führte die Delegation um Frank-Walter Steinmeier zunächst nach Ghana. Dort ist die Ausgabe von elektronischen Ausweisen mit Cryptovision-Technik bereits angelaufen. Dieses zukunftsweisende Projekt zieht in Ghana immer größere Kreise – zahlreiche Regierungsvertreter sprachen Hoffmeister darauf an. Der ghanaische Anbieter „Margins Group“, Partner der Regierung und eigentlicher Kunde von Cryptovision, war beim Staatsbesuch mit von der Partie. Gleiches gilt für die Frauenrechtlerin und ghanaische Telekommunikationsministerin Ursula Owusu, die Hoffmeisters Unternehmen eng verbunden ist. Sie kennt Gelsenkirchen, denn sie hat in diesem Jahr an der alljährlichen Cryptovision-Konferenz „Mindshare“ im Wissenschaftspark teilgenommen.

Treffen mit beeindruckenden jungen Frauen

Auf dem Reiseprogramm stand unter anderem eine Begegnung mit dem Projekt „Lionesses of Africa“. Diese Initiative hat in den letzten drei Jahren 500 000 Afrikanerinnen in die Selbstständigkeit gebracht. Besonders beeindruckt war Hoffmeister von der Jungunternehmerin Farida Bedwei, deren Firma „Logiciel“ etwa 250 Banken in Westafrika mit Finanzsoftware beliefert. Die von Cryptovision entwickelten Ausweise dürften für „Logiciel“ zukünftig eine wichtige Rolle spielen, da diese auch als Bezahlkarte und als Passwort-Ersatz im Internet verwendet werden können.

Von Ghana ging es für die Delegation weiter nach Gambia im äußersten Westen Afrikas. Der zwei Millionen Einwohner zählende Staat wird seit Anfang 2017 von Präsident Adama Barrow regiert, der dem langjährigen Diktator Yahya Jammeh nachfolgte und als Hoffnungsträger gilt. Frank-Walter Steinmeier wollte mit dem Gambia-Besuch den erhofften Wandel des Landes in eine Demokratie unterstützen.

Begeisterter Empfang in Gambia

Auch in Gambia konnte Markus Hoffmeister bei dieser Reise wertvolle Kontakte knüpfen. Der Ückendorfer war vor allem vom Empfang begeistert, der der Delegation dort bereitet wurde: „Scheinbar war das ganze Land auf den Beinen. Am Straßenrand standen überall Menschen, die uns mit Fahnen zuwinkten und ‚wunderbar‘ riefen“, erzählt er.

>> Information:

  • Den Flug im Flugzeug des Bundespräsidenten empfand Markus Hoffmeister als genauso spannend wie die Gespräche mit anderen Delegationsteilnehmern, die beispielsweise in der Medizintechnik oder im Obsthandel aktiv sind.
  • Beeindruckt war Hoffmeister vom organisatorischen Aufwand, der getrieben wurde. „Das Bundespräsidialamt hat jedes noch so kleine Details akribisch vorbereitet. Selbst die Frage, wer wo steht, war bei jedem Termin im Voraus genau geregelt.“

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