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Verjüngungskur für das Gelsenkirchener Bahnhofscenter

Derzeit stehen fünf Ladenlokale im Bahnhofscenter leer. Schon Ende 2019 hofft die Centermanagerin, neue Mietverträge abgeschlossen zu haben.

Derzeit stehen fünf Ladenlokale im Bahnhofscenter leer. Schon Ende 2019 hofft die Centermanagerin, neue Mietverträge abgeschlossen zu haben.

Foto: Olaf Ziegler

Gelsenkirchen-Altstadt.   Der neue Eigentümer des Gelsenkirchener Bahnhofcenters will in Modernisierung investieren. Maßgeschneiderte Angebote für Langzeitmieter geplant.

Auch wenn es gerade nicht wirklich so aussieht: Im Bahnhofscenter soll es jetzt wieder aufwärts gehen. Centermanagerin Tanja Böse-Saurin jedenfalls ist sehr zuversichtlich, einem neuen Eigentümer sei Dank: „Die Concarus Real Estate Invest GmbH mit Sitz in Berlin hat das Center Ende 2018 übernommen. Das Konzept dieses deutschen Investors ist es, in den vergangenen Jahren heruntergewirtschaftete Shopping-Center ‘mit genug Fleisch an den Knochen’ zu kaufen und zu revitalisieren.“

Filialisten und Spezialgeschäfte

Um das Süßwarenfachgeschäft Hussel zu halten, kam die Übernahme laut Böse-Saurin zu spät, zumal es bei Hussel selbst auch Veränderungen gegeben habe. Aber nun plane man für das Center ein neues Konzept mit einem Branchenmix aus namhaften Filialisten und kleinen Spezialgeschäften. „Wir denken in viele Richtungen, auch zur Optik. Ob die Farbe, das Logo noch zeitgemäß sind, die Fassade Veränderungen braucht, das wird gerade alles geprüft. Der Eigentümer will dafür auch investieren“, kündigt sie an. Zahlen nennt sie nicht.

Die derzeit fünf leerstehenden Ladenlokale sind zwischen 38 und 180 Quadratmeter groß. Langfristigen Mietinteressenten werde nun angeboten, den Zuschnitt der Flächen nach Wunsch soweit wie möglich zu verändern, wenn die Größe nicht passe. Es gebe auch bereits engere Gespräche „mit zwei bis drei möglichen Mietern“.

Langzeitmieter halten

Langfristige Mieter wie Bijou Brigitte, Rewe, Nanu Nana und dm wolle man selbstredend halten. Auch die Backfactory habe eigentlich einen langfristigen Mietvertrag. Warum dennoch nicht eröffnet werde, wisse man nicht, sagt Böse-Saurin. Und wann soll alles besser werden? „Ende 2019 wollen wir die ersten Mietverträge abgeschlossen haben, damit wir 2020 umbauen und eröffnen können“, so die Centermanagerin.

Auch Wirtschaftsdezernent Christopher Schmitt ist zuversichtlich: „Der Verkauf an die Concarus Real Estate Invest GmbH eröffnet erfreuliche Entwicklungsperspektiven für das Bahnhofscenter und damit für die City. Der Wirtschaftsförderung ist die Revitalisierung des Centers ein wichtiges Anliegen. Die Verwaltung befindet sich in einem konstruktiven Dialog mit Investor und Center Management.“

Nachlassende Kaufkraft, Sauberkeit ein Ärgernis

Vom Bahnhofsvorplatz aus gesehen, führt ein Fahrstuhl in ein Möbelgeschäft im ersten Stock. Ansonsten finden sich Geschäfte nur im Erdgeschoss. Olaf Ziegler left Frank-Norbert Oehlert, Vorsitzender der CDU-Altstadt, fordert schon lange eine Verjüngungskur des Bahnhofs: „Das Center ist dringend überarbeitungswürdig. Aber natürlich ist es auch eine Frage der Kaufkraft, die hat sich in Gelsenkirchen verändert. Selbst das Parkhaus Ahstraße nimmt nur noch 80 Cent je Stunde. So was hat Gründe.“ Thomas Fath, Bezirksbürgermeister im Stadtsüden, sieht ebenfalls Probleme bei der Kaufkraft in der Stadt, aber auch bei der Sauberkeit: „Dabei tut Gelsendienste hier wirklich viel! Man muss da viel Präsenz zeigen, nachhaltig arbeiten.“ Bezirksbürgermeisterin Marion Thielert, zu deren Bezirk das Center gehört, ist sicher: „Etwas besseres kann uns nicht passieren, als dass jemand investiert. Leerstände befördern immer ein schlechtes Image für die ganze City.“

>> Kommentar: Investitionen? Aber gerne!

Es ist eine gute Nachricht, dass für das Bahnhofscenter ein Investor gefunden wurde, der investieren will. Das 1983 eingeweihte Ensemble ist zwar immer mal wieder aufgehübscht worden, aber optisch nicht wirklich auf der Höhe der Zeit. Die Gänge sind relativ düster, manch fensterlose Wand wirkt abschreckend.

Das Schlimmste sind jedoch die Leerstände. So wünschenswert hochwertige Angebote im Bahnhofscenter wären, so wichtig ist es, keine abgeklebten, leeren Schaufenster aneinander zu reihen. Wenn die vom neuen Eigentümer angestrebte Mischung mit kleinen, inhabergeführten Spezialisten und namhaften Filialisten funktioniert: Umso besser.

Im Zweifelsfall ist ein guter, verlässlicher Betreiber mit bezahlbarem Sortiment besser als ein leeres Schaufenster. Der Modeschmuckladen und Drogeriemarkt zeigen, dass das funktionieren kann.

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