Tarifauseinandersetzung

Verdi ruft Kitas, Gelsendienste und Verwaltung zum Streik

Am Dienstag, 20. Oktober, soll in Gelsenkirchen wieder ganztägig gestreikt werden. Das Bild entstand bei einer Protestkundgebung in Gelsenkirchen am 29. September.

Am Dienstag, 20. Oktober, soll in Gelsenkirchen wieder ganztägig gestreikt werden. Das Bild entstand bei einer Protestkundgebung in Gelsenkirchen am 29. September.

Foto: Ingo Otto / FFs

Gelsenkirchen.  Verdi ruft alle Beschäftigten der Stadt Gelsenkirchen inklusive Gekita, Gelsendienste, Zoom und Jobcenter am Dienstag zum ganztägigen Warnstreik.

Alle Beschäftigten der Stadt Gelsenkirchen inklusive Gekita, Gelsendienste, Jobcenter und der Zoom Erlebniswelt sind am Dienstag, 20. Oktober, von der Gewerkschaft Verdi zum ganztägigen Warnstreik aufgerufen. Zudem werden am Dienstag wie bereits berichtet weder Busse noch Bahnen von Bogestra und Vestische unterwegs sein. Grund für den großangelegten, ganztägigen Warnstreik ist nach Angaben der Gewerkschaft das jüngste Angebot der Arbeitgeber. „Neben einem Angebot für Lohnsteigerungen über drei Jahre, das jeden Respekt vermissen lässt, beinhaltet das Angebot auch eine Reihe von Verschlechterungen. Deshalb rufen wir in den kommunalen Dienststellen erneut zu einem ganztägigen Streik auf“, erklärt Verdi-Geschäftsführer Bernd Dreisbusch.

Tonnen werden Dienstag nicht geleert, Wertstoffhöfe geschlossen

Im Bereich Gelsendienste wird am Dienstag aufgrund des Streiks die Entsorgung komplett entfallen, auch die Wertstoffhöfe bleiben geschlossen, so Gelsendienste-Sprecher Tobias Heyne. Die Leerung der Tonnen wird ebenso wie vor drei Wochen für den laufenden Rhythmus entfallen und nicht nur um einen Tag verschoben. „Das wäre logistisch nicht umsetzbar“, versichert Heyne. Wer also nur 14-tägig die Tonne geleert bekommt, muss weitere 14 Tage warten. Sperrmüll und zur Abholung gemeldete Großgeräte würden so zeitnah wie möglich eingesammelt.

Bei der Stadtverwaltung kann es zwar auch streikbedingt zu Einschränkungen der Dienstleistungen kommen, Termine beim Bürgercenter und bei der Kfz-Zulassungsstelle werden jedoch voraussichtlich eingehalten werden können. Wer kann, sollte sein Anliegen an die Stadtverwaltung allerdings auf einen anderen Tag verschieben, bittet die Verwaltung.

Arbeitgeberangebot macht Herabstufungen beim Gehalt möglich

Andrea Bornemann, Gewerkschaftssekretärin in Gelsenkirchen, benennt die Verschlechterungen: „Die Arbeitgeber wollen die Eingruppierungsgrundlagen so verändern, dass künftig Herabstufungen von Beschäftigten möglich sind. Und das, nachdem sich Gewerkschaften und Arbeitgeber erst 2017 auf neue Eingruppierungsregelungen verständigt hatten. Zuvor haben die Arbeitgeber, seit Einführung des Tarifvertrags für den Öffentlichen Dienst, TVÖD, im Jahr 2005, durch wegfallende Zeit- und Bewährungsaufstiege Unsummen eingespart. Noch dazu fordern die Arbeitgeber die Reduzierung der Jahresleistung für die Kolleginnen und Kollegen bei den Sparkassen. Das ist inakzeptabel.“ Die dritte Verhandlungsrunde soll am 22. und 23. Oktober in Potsdam laufen. Die Gewerkschaft fordert vor allem eine Erhöhung der Tabellenentgelte um 4,8 Prozent, mindestens aber um 150 Euro monatlich, mindestens 100 Euro monatlich mehr für Auszubildende und eine Laufzeit von zwölf Monaten. Aber auch Forderungen zur Arbeitszeit, besserer Samstagsentlohnung für Krankenhausmitarbeiter und mehr werden gestellt.

Kundgebung mit begrenzter Teilnehmerzahl nach Corona-Regeln

Die Streikkundgebung in Gelsenkirchen ist für 11.30 Uhr auf dem Heinrich-König-Platz angesetzt, mit maximal 250 Teilnehmern, um die Corona-Vorgaben einzuhalten. Ansprachen und Musik sind ab 11.55 Uhr geplant. Hygiene- und Abstandsregeln würden gewährleistet, versichert Bernhard Dreisbusch.

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