Lüttinghof

Veranstalter sagt den Kultursommer 2017 ab

Der Kultursommer 2017 auf Burg Lüttinghof fällt ins Wasser. Hier ein Foto aus dem Jahre 2015, als die die Band Salt mit afro-kubanischem Jazz begeisterte.machte die Band Salt.

Foto: Joachim Kleine-Büning

Der Kultursommer 2017 auf Burg Lüttinghof fällt ins Wasser. Hier ein Foto aus dem Jahre 2015, als die die Band Salt mit afro-kubanischem Jazz begeisterte.machte die Band Salt. Foto: Joachim Kleine-Büning

Gelsenkirchen.   Der Pächter der Gelsenkirchener Burg Lüttinghof, Carlo Philippi, gibt wegen geschrumpfter Sponsorengelder auf und sagt Kulturfestival ab.

Paukenschlag statt Klassikklang und swingendem Jazz: Der Burgherr von Lüttinghof legt den Taktstock für das Kulturspektakel auf seinem Adelssitz überraschend nieder. Carlo Philippi hat den Kultursommer 2017 auf Lüttinghof abgesagt. „Ich gebe auf“, bedauert der Macher nach vier äußerst erfolgreichen Festivaljahren. Der Grund: Es fehlen Sponsorengelder.

Der Zug ist abgefahren

Da hat der Frühling noch nicht einmal begonnen, da ist der Kultur-Sommer auch schon wieder vorbei. „Wir haben nun vier Jahre lang gezeigt, was man imstande ist, zu leisten und aus dem Nichts heraus erfolgreich aufzubauen“, sagt ein durchaus betrübter Philippi, „aber als Ideengeber und Veranstalter gebe ich nun auf.“ Die immense Kraftanstrengung, „als Bettelhansel von Pontius bis Pilatus zu laufen, um an Gelder zu kommen“, will er sich nicht länger antun. „Ich bin eine Kämpferseele, aber jetzt ist der Zug fürs Festival abgefahren.“

Beliebtes Spektakel

Im ersten Jahr des überaus beliebten und gut besuchten Spektakels, bei dem Philippi und sein Team drei Tage lang den Burginnenhof mit hochkarätiger Klassik, mit Jazz und Kinoevent bespielten, griff der Hausherr nach eigener Aussage noch selbst tief in seine private Schatulle. Aber schon da standen ihm Sparkasse und Volksbank als Sponsoren zur Seite, Geldgeber, die auch bis heute bei der Stange geblieben sind.

„Dafür fiel aber der dritte Sponsor, das Unternehmen Porsche Recklinghausen aus“, bedauert Philippi. Das Haus habe das Gelsenkirchener Festival aus internen Gründen wegen regionaler Abgrenzungen nicht mehr weiter fördern können. Und Philippi selbst wollte auch nicht mehr aus der eigenen Geldbörse dazu schießen.

Suche nach Geldgebern gescheitert

„Der Versuch, die finanzielle Lücke von fast 40 000 Euro durch andere Geldgeber zu füllen, ist leider gescheitert.“ Um das Festival durchzuführen, ist zum einen persönlicher Einsatz unabdingbar: „Es bedarf aber auch einer Summe von insgesamt bis zu 130 000 Euro.“

An der Qualität abspecken wollte der Veranstalter nicht. Bislang ließ er auf dem Hof stets aufwändig einen Riesenschirm installieren, der das Publikum sowohl vor Sonne als auch vor Regen schützte. Zudem gab es an allen drei Tagen ein aufwändiges Catering, untergebracht in schmucken Zelten. Und natürlich hochkarätige Musik. Erst im letzten Jahr gastierte die Neue Philharmonie Westfalen. Als Pächter wird Carlo Philippi, der gerade erst den Pachtvertrag verlängert hat, Burg Lüttinghof weiterbetreiben: „Da schreibe ich zumindest keine roten Zahlen mehr.“

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