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„Unsere Kleine Stadt“ liegt ab jetzt in Buer-Bülse

Thornton Wilders Hochzeitsszene proben Rosi Kaufmann, Gisela Meyer zu Dielingdorf, Regisseurin Ulrike Czermak, Willi Marschewski und Uschi Filoda (von links) unter dem Dach des Consol Theaters mit viel Herzblut. Premiere des Stückes „Unsere Kleine Stadt“ ist am 24. März.

Foto: Joachim Kleine-Büning

Thornton Wilders Hochzeitsszene proben Rosi Kaufmann, Gisela Meyer zu Dielingdorf, Regisseurin Ulrike Czermak, Willi Marschewski und Uschi Filoda (von links) unter dem Dach des Consol Theaters mit viel Herzblut. Premiere des Stückes „Unsere Kleine Stadt“ ist am 24. März. Foto: Joachim Kleine-Büning

Gelsenkirchen.   Die Seniorentheatergruppe „synovia“ interpretiert am Consol Theater unter Leitung von Regisseurin Ulrike Czermak Thornton Wilders Klassiker neu

„Unsere kleine Stadt“ liegt ab sofort am Rande des Kohlenpotts: Die Seniorentheatergruppe synovia will mit einer ganz eigenen Revier-Version einem alten Theaterklassiker am Consol Theater zu neuem Glanz verhelfen. Derzeit fiebern die Darsteller der Premiere am 24. März entgegen.

Mit „Our Town“ feierte der Dramatiker Thornton Wilder Ende der 1930-Jahre in den USA große Erfolge, sein episches Theater wurde schnell zum Klassiker.

Theater mit viel Lebenserfahrung

In Deutschland hingegen, wo das Werk erst nach Kriegsende seine erste Aufführung erlebte, verschwand der imposante Stoff über das Leben in einer amerikanischen Kleinstadt zur Jahrhundertwende schnell wieder von den Spielplänen der großen Theater – und tauchte höchstens als Schülertheater noch das ein oder andere Mal auf.

„Ich finde, dass man dem Stück damit Unrecht getan hat, denn die Tragweite von Wilders Stück, das sich auch viel mit dem Thema Tod beschäftigt, erschließt sich den Schülern oft gar nicht“, sagt Regisseurin Ulrike Czermak, die das Stück für ihre Theatergruppe synovia (mit vielen lebenserfahrenen Laiendarstellern) adaptiert hat – und es zugleich aus einer abgelegenen amerikanischen Kleinstadt in New Hampshire in den Gelsenkirchener Norden transportierte. „Unsere kleine Stadt liegt jetzt in Buer-Bülse, weil es dort viele Parallelen zum Original gibt. Mir war jedoch der lokale Bezug auch wichtig“, erklärt Ulrike Czermak und ihre Darsteller nicken.

Gespickt mit viel Lokalkolorit

So ist „Unsere kleine Stadt“ in der synovia-Version mit viel Lokalkolorit gespickt und spielt in den 1920er Jahren zwischen Taubenschlag und Emscher: „Die Dorfjungs reden natürlich über die aktuellen Schalke-Ergebnisse der Zeit – und auch das alte Café Halbeisen spielt eine Rolle“, verrät die Regisseurin.

Ihre Darsteller sind mit viel Herzblut dabei, wenn sie in die Rolle der Hochzeitsgäste schlüpfen, die dem Ja-Wort der beiden Hauptdarsteller „Emmi“ (Uschi Filoda) und „Georg“ (Willi Maschewski) beiwohnen – und anschließend ein rauschendes Fest feiern. Mit allem, was im Alter dazu gehört. „Mein Knie“, stöhnt da eine Tänzerin, ihr Tanzpartner entgegnet: „Und mein Herz spielt nicht mehr so mit“ – die Zipperlein des Alters halt. Stört es denn nicht, mit solchen Klischees zu spielen? „Ach was, das gehört doch irgendwie dazu!“, sagen die 13 Darsteller da fast einstimmig. „Man macht sich mit solchen Szenen natürlich auch ein wenig über sich selber und das eigene Alter lustig“, gibt Brigitte Hoffknecht zu.

Das Erfolgsgeheimnis: Die Lebensfreude

Aber vielleicht ist auch gerade das ein Geheimnis des Erfolgs von synovia – denn die Stücke erfreuen sich einer stetig wachsenden Beliebtheit. „Als wir 2008 das erste Stück hier am Consol Theater aufführten, gab es nur eine einzige Aufführung. Diesmal gibt es schon drei“, erzählt Rosemary Rosendahl stolz. Und die Premiere ist schon seit Wochen nahezu ausverkauft. . .

>>Info: Die Premiere von „Unsere kleine Stadt“ in der Version mit viel Lokalkolorit aus Gelsenkirchen geht am Freitag, 24. März, ab 19.30 Uhr im Consol Theater an der Bismarckstraße 240 über die Bühne.

Weitere Vorstellungen des aktuellen synovia-Stückes gibt es am Samstag, 25. März, um 19.30 Uhr und am Sonntag, 26. März, um 18 Uhr. Karten und Informationen gibt es direkt beim Consol Theater: Tickethotline 0209 988 22 82.

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