Winterzeit

Uhrmacher dreht bei der Zeitumstellung nicht nur am Rädchen

Der Gelsenkirchener Juwelier und Uhrmacher Ulrich Störbrauck hat in den kommenden Tagen wieder viel zu tun.

Der Gelsenkirchener Juwelier und Uhrmacher Ulrich Störbrauck hat in den kommenden Tagen wieder viel zu tun.

Foto: MATTHIAS GRABEN / FUNKE Foto Services

Gelsenkirchen.  In den Tagen der Zeitumstellung im Winter und Sommer hilft der Gelsenkirchener Uhrmacher seinen Stammkunden, die Uhren richtig einzustellen.

Schicke Uhren, manche nur noch übers Handy zu steuern, sind bei Senioren derzeit genauso angesagt wie bei jungen Leuten. Aber wehe, wenn sie nicht mehr richtig ticken, die Uhren. Oder, wenn der letzte Sonntag im März und Oktober naht, wenn die Zeit umgestellt wird, wie am kommenden Sonntag, 25. Oktober. Dann bleibt für viele nur noch der schnelle Weg zum Uhrmacher, zum Beispiel zu Ulrich Störbrauck (51) in Erle.

„Es gibt viele, die ihre moderne Uhr lieben, aber mit ihr nicht umgehen können“, sagt der Uhrmacher, Goldschmiedemeister und staatlich geprüfte Schmuckgestalter. Dann „stürmen“ sie sein Geschäft, alle Alters- und Bildungsschichten. „Es gibt viele Uhren, die nur noch mittels einer App auf dem Handy gesteuert werden können. Aber die Kunst beherrschen viele nicht.“

Zahl der einfachen Fälle nimmt ab

Dann hilft er gerne. Denn wer will schon über Tage die falsche Uhrzeit angezeigt bekommen. Einige Senioren hat er in seiner Kundschaft, die er ganz fest in sein Herz geschlossen hat. Die sind mutig gewesen und haben sich eine solche Uhr zugelegt. Und das, obwohl sie gar kein Handy besitzen. Diese Stammkunden stehen mindestens zweimal im Jahr bei ihm im Geschäft um zu wissen, was die Stunde geschlagen hat.

Die Zahl der einfachen Fälle – an der Armbanduhr Rädchen an der Seite rausziehen, Uhr umstellen und fertig – nimmt eher ab. „Viele haben auch eine Funkuhr, die aber manchmal das Signal nicht empfängt, um die Zeit umzustellen. „Und der Selbstversuch geht meistens daneben“, sagt der 51-Jährige.

Die Tage rund um die Zeitumstellung zweimal im Jahr gehören nicht gerade zu den Lieblingszeiten des Uhrmachers. Zwischen zwei Tagen und einer Woche dreht er bei den Uhren in seinem Geschäft immer wieder am Rad. „Es ist ja kein Aushängeschild, wenn bei einem Uhrmacher überall noch die falsche Zeit angezeigt wird“, sagt er.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben