Musikszene in Buer

Trotz Regens: „Rock-am-Dom“-Fans halten Festival die Treue

Pop-Diva, Song-Poetin und Rock-Handwerkerin in einer Person: Samstags-Topact „Cäthe“ bezauberte das Publikum von „Rock am Dom“ mit deutschsprachigen Songs voller Tiefgang. Fotos:Thomas Schmidtke

Pop-Diva, Song-Poetin und Rock-Handwerkerin in einer Person: Samstags-Topact „Cäthe“ bezauberte das Publikum von „Rock am Dom“ mit deutschsprachigen Songs voller Tiefgang. Fotos:Thomas Schmidtke

Gelsenkirchen-Buer.   „Rock am Dom“ hat sich etabliert. Auch wenn der Regen einige Zuschauer abhielt, kamen doch viele hartgesottene Fans auf die Domplatte in Buer.

Zwölf Grad und gelegentlich Regen – gutes Festivalwetter sieht anders aus. Dennoch sind etliche Zuschauer gekommen, um „Rock am Dom“ mitzuerleben. Gerade hören sie den ersten Topact. „Jonah“ singen „All We Are“. Damit schaffte das Duo deutschlandweit den Durchbruch und lieferte den Soundtrack zu einem Werbespot.

„Ich bin überrascht, wie viele Menschen hier sind“, sagt Andreas Szepan, einer der Festival-Initiatoren und im Vorstand des „Fördervereins Rock am Dom e.V.“. Vier Jahre lang, erzählt er, habe man gutes Wetter gehabt. „In der Gesamtkalkulation sind dadurch natürlich zu wenig Gäste da.“ Das bringe jedoch nicht die Finanzierung des Festivals ins Wanken. „Die Sponsoren machen ihr Engagement nicht vom Wetter abhängig.“

„Jede Band muss sich ihr Publikum neu erarbeiten“

Traurig sei es nur für die Bands, die gerne für noch mehr Menschen gespielt hätten. Insbesondere die lokalen Newcomer hätten sich darüber gefreut. „Aber die haben trotzdem alle gut geliefert.“ Bei besonderen Herausforderungen: In den Umbaupausen wandern angesichts des Regens Leute ab. „Jede Band muss sich ihr Publikum also neu erarbeiten.“

„Jonah“ ist das gelungen. Viele Besucher sind begeistert von der Musik des Duos – und von der Veranstaltung. „Ich finde es toll, dass aus der privaten Initiative von Musikern ein solches Festival entstanden ist“, sagt Roland Radtke. „Es ist ein spannendes Programm von Musikern, die viel mehr Beachtung verdient hätten“, so der Bueraner, der seit der ersten Ausgabe die Veranstaltung besucht. „Sie zeigt, dass die Domplatte mehr ist als eine Fressmeile für die Generation 60 plus.“

„Wir haben viel positives Feedback bekommen“

Tatsächlich sind zahlreiche junge Menschen hier. Sie kamen, um die Nachwuchsbands „Flageolét“ und „Schnitzel Of Destiny“ zu hören. Letztere waren vor zwei Jahren schon einmal dabei und sind spontan eingesprungen, als sich in diesem Jahr das Programm kurzfristig änderte. Keine ganz einfach Aufgabe: „Wir machen eigentlich Metal“, so Sophie Pieper, die Sängerin der Band, die einen souveränen Auftritt ablieferte, obwohl man die Songs dem akustischen Format anpassen musste.

„Wir haben viel positives Feedback bekommen. Und wertvolle Tipps von erfahrenen Musikern, die uns sehr aufmerksam zugehört haben“, so die Sängerin, die ihre Band in der „Musikschule im Bunker“ zu Schulzeiten fand, heute aber in Köln lebt. „Für die Band komme ich immer zurück nach Buer. Und hier auf der Domplatte zu sein und zu spielen, das ist, als ob man nach Hause kommt.“

„Sebel“ hat übernommen. Begleitet von Cello, Geige und Orgel liefert er auf der Domplatte Titel mit Tiefgang ab, berührt die Besucher mit Songs wie „Verlieb dich nicht in mich“. Gar nicht so einfach bei solch toller Musik.

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