Saisoneröffnung

Tausende Fans beweisen große Geduld am Schalke-Tag

Drei Stunden Programm bot sich den Fans auf der Showbühne vor dem Haupteingang beim Schalke-Tag rund um die Veltins-Arena.

Drei Stunden Programm bot sich den Fans auf der Showbühne vor dem Haupteingang beim Schalke-Tag rund um die Veltins-Arena.

Foto: André Hirtz / Funke Foto Services

Gelsenkirchen.  Traditionell um 11.04 Uhr fällt am Sonntag der Startschuss für den Schalke-Tag. Was die Fans besonders brauchen: einen Lageplan – und Geduld.

Wer den Überblick bekommen will, geht in die Luft: mit dem Helikopter oder in der Gondel am Autokran. Aber dazu müssen die Besucher schon einige Geduld aufbieten, denn zum traditionellen Fan-Tag des FC Schalke 04 an der Arena kurz vor dem eigentlichen Saisonbeginn wurden wieder 100.000 Fans erwartet.

So ist der Hubschrauber dann praktisch pausenlos im Einsatz, um für 35 Euro pro Person ein besonderes Panorama über das Stadion mit dem königsblauen Meer von Trikots zu bieten, das die Menschenmenge bildet. Auf der Ostseite meint der Ordner am Eingang noch ganz gelassen: „Ich seh’ ja nicht viel von dem, was oben los ist, aber ansonsten ist es wirklich sehr ruhig.“ Auch die Schlange vor dem Start- und Landeplatz werde dann schnell abebben, weiß er aus Erfahrung: „Mehr als drei Stunden dürfen die nicht fliegen.“

Hinweisschilder an der Warteschlange

Das Bild wandelt sich dann schnell beim Aufgang zum Halbrund, das um die Arena für den Familiensonntag ab 11.04 Uhr freigegeben ist. An welcher Stelle im Gelände auch immer vielleicht doch noch ein Autogramm zu erhaschen ist – dort stehen die Fans aller Altersstufen Schlange. Vor dem Haupteingang und dem Museum werden sie sogar mit Hinweisschildern über die verbleibende Wartezeit getröstet, während sie sich artig zwischen den Drängelgittern wie an einem Großflughafen in Schleifen vor dem Schalter aufreihen.

Unterhalb auf dem Vorplatz vor der Showbühne, auf der sich die Schalke-Profis und Offiziellen über insgesamt drei Stunden präsentieren, ist kaum ein Durchkommen möglich. Die Coverband heizt mit Status Quo ein („Rocking all over the world“), Stadionsprecher Dirk Oberschulte Beckmann zeigt auf der Rückseite seines Trikots, was auch heute wieder seine nicht enden sollende Aufgabe ist: „Quatscher“.

Pagoden-Dorf mit Kirmes-Atmosphäre

In dem kirmesartigen Pagoden-Dorf gleich nebenan im Eingangsbereich müssen zwischendurch sogar die Drängelgitter wieder an die ursprüngliche Stelle geschoben werden, die Mengen suchen sich Raum, wo sie ihn erhoffen. Jeder Fan-Shop, vom kleinsten Zelt bis zum geräumigen regelrechten Markt, wird angelaufen, mitgenommen; kaum jemand, der nicht mindestens eine Tragetasche dabei hat.

Für die Stärkung zwischendurch gibt es nicht nur die unvermeidliche Pommes in einigen Variationen oder die Curry-Wurst, sondern auch die vegetarische Asia-Pfanne, die zum Stop beim St. Georgswerk verlockend bunt und aromatisch im Riesen-Wok schmurgelt. In bunter Folge präsentieren sich die Vereine und Verbände der Stadt, angefangen von der Caritas und dem DRK, die verschiedenen S 04-Supporter, Fanabteilungen, Sponsoren, bis hin zur Tiertafel oder dem Tattoo-Studio, das auf die Besonderheit des Tages und damit Kunden für einen einzigartigen Körperschmuck zählen kann.

Acht Seiten-Plan zur Orientierung

Der Veranstaltungs- und vor allem Lageplan ist auf handliches A 4-Format gefaltet, hat aber gepflegte acht Seiten – und die brauchen viele zur Orientierung. Deshalb ist er neben vielen Tipps auch das meist genutzte Mittel für Corina und Christiane, die ihr Lächeln im Ordnungsdienst den ganzen Tag über nicht aufgeben. „Also, dafür, dass es bestimmt wieder so viele Leute sind wie im letzten Jahr, zumindest hier am Haupteingang, sind alle gut drauf. Es ist eine tolle Stimmung“, kommentieren die beiden.

Die Leute mit Kinderwagen tun ihnen fast schon ein bisschen leid, wenn sie die die Treppen rauf- oder runterschleppen müssen, „aber das ist hier schon der normale Wahnsinn.

So einen Arbeitstag wie heute könnten wir jedenfalls immer haben, es ist einfach supertoll“, finden sie, nicht zum ersten Mal. Schon kommt wieder eine der wohl häufigsten Fragen: „Wo ist denn hier ganz dringend eine Toilette?“, stößt die gehetzte Mutter hervor, während ihr Fünfjähriger mehr als deutlich zappelt.

„Man kennt sich eben“, meint Christiane, und die Kollegin fällt ein: „Du ja sowieso, du kommst doch aus der Nordkurve. Die wird von solchen Riesenkerlen begrüßt, da wird mir schwummrig“, erklärt sie. „Ist ja auch wie eine Familie“, klärt Christiane auf und lächelt zufrieden weiter.

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