Taubenplage

Taubenfütterer nervt Gelsenkirchener mit seinen Körner-Gaben

Tauben füttern  auch in Gelsenkirchen verboten und kann mit bis zu 1000 Euro geahndet werden.

Tauben füttern auch in Gelsenkirchen verboten und kann mit bis zu 1000 Euro geahndet werden.

Foto: Socrates Tassos / FUNKE Foto Services

Gelsenkirchen-Altstadt.  Er zieht durch die Stadt und verstreut pfundweise Taubenfutter: Mit seinem Einsatz eckt der Mann an. Doch auch Strafen können ihn nicht stoppen.

Dieser Mann hinterlässt Spuren in der Stadt, die allein die Tauben freuen. Die Vögel stürzen sich auf lange Futterbahnen, die der Mann nahezu täglich überall in der Stadt quasi im Vorübergehen hinterlässt. Als unscheinbarer Spaziergänger taucht er auf, verstreut aus einem Beutel Getreidekörner. Kaum ist er da, fliegen die Tauben zum großen Picken ein: Vom Dach von St. Augustinus am Heinrich-König-Platz, vom Musiktheater, von den Gebäuden am Hauptmarkt. Dort hat ihn die Fütteraktion kürzlich mit dem Gesetz in Konflikt gebracht. Mal wieder.

Taubenfütterer zieht nahezu täglich durch Gelsenkirchen

Die Tätigkeit des Taubenfütterers bleibt nicht unbeobachtet. Und immer mehr Menschen ärgert sie. Zum Beispiel Frisöre an der Hansemannstraße oder Markthändler auf dem Margarethe-Zingler-Platz, die die Körnerspuren vor ihren Ständen oder Läden aufkehren müssen, um die Taubenplage fernzuhalten. Oder auch Rita Podzun. „Was der Mann da macht, geht gar nicht, das ist hanebüchen. Der kommt fast täglich und streut sein Futter bis hin zum Grillo-Gymnasium“, stellt sie fest. Und spreche man den Unbekannten an oder weise ihn auf sein Verhalten hin, werde er aggressiv. „Aber so kann es doch nicht gehen“, findet Podzun. „Die Leute sind empört. Doch es passiert nichts.“ Behörden oder zumindest den Kommunalen Ordnungsdienst sieht Rita Podzun gefordert, vermisst hier aber spürbares Engagement.

Polizei schreibt am Markttag Anzeige

Am Samstag, 3. August, verständigten genervte Anwohner um kurz nach 11 Uhr am Markt die Polizei. Eine Streife war vor Ort, Beamte machten Fotos, schrieben eine Anzeige, weil „ein Verstoß gegen eine Stadtverordnung“ vorliege. „Damit geht die Sache zur Ahndung an die Stadt weiter“, macht ein Polizeisprecher deutlich, dass der Fall eigentlich eher in deren Aufgabenbereich fällt.

Doch die Sanktionsmühlen laufen zäh. Bei der Stadt ist der Taubenfütterer bekannt. Die Anzeige von Anfang August war nicht die erste. „Derzeit laufen zahlreiche Ordnungswidrigkeitsverfahren, gegen die der Betroffene jeweils Einspruch eingelegt hat. Gegen eine erlassene Ordnungsverfügung läuft das Klage- und Eilverfahren vor dem Verwaltungsgericht“, erklärt Stadtsprecher Martin Schulmann. Auch die Anzeige „der Polizei über den Einsatz am 3. August liegt hier vor und wird entsprechend weiterverfolgt.“

Eilverfahren vor dem Verwaltungsgericht

Einsicht scheint der Mann bislang nicht gezeigt zu haben. Ob ihn letztlich Strafen abhalten können, weiter im großen Umfang Tauben zu füttern, müsse man abwarten, „Das dauert nun seine Zeit“, sagt Schulmann.. „Sobald das Verfahren abgeschlossen ist, wird die Stadt entsprechende weitere Schritte prüfen und einleiten.“

25 Euro für das Wegwerfen von Kippen

Seit gut einem Jahr geht die Stadt mit ihrem Ordnungsdienst – auch personell - verstärkt gegen Fehlverhalten vor, hat auch die Verwarnungs- und Bußgelder erhöht. Mit 25 Euro wird seither das Wegwerfen von Kippen oder Kaugummi geahndet. Hundekot nicht aufzunehmen, kostet 55 Euro, bis zu 500 Euro werden nun für das „Ablegen von Abfällen an Depotcontainern“ aufgerufen. Das Füttern von Stadttauben ist generell verboten. Die Straf-Spanne reicht hier von 5 bis 1000 Euro.

Leserkommentare (4) Kommentar schreiben