Im St.-Josef-Hospital Horst

Strahlentherapiezentrum spielt mit Neu-Gerät in erster Liga

Haben den Durchblick im Strahlentherapiezentrum Emscher-Lippe im St.-Josef-Hospital: Dr. Sara Grehl, Medizin-Physiker Andreas Killian und Dr. Oliver Schneider (v.l.) mit dem neuen Gerät, das in dieser Ausführung das erste in NRW ist.

Haben den Durchblick im Strahlentherapiezentrum Emscher-Lippe im St.-Josef-Hospital: Dr. Sara Grehl, Medizin-Physiker Andreas Killian und Dr. Oliver Schneider (v.l.) mit dem neuen Gerät, das in dieser Ausführung das erste in NRW ist.

Foto: Heinrich Jung

Gelsenkirchen-Horst.   Das Strahlentherapiezentrum Emscher-Lippe in Horst hat ein Gerät zur Krebsbehandlung angeschafft, das so in NRW einmalig ist.

Die Berliner Charité gilt ja gemeinhin als eines der fortschrittlichsten Krankenhäuser der Republik. Auch in Sachen Krebstherapie. Doch demnächst kann man in Horst mithalten. Hier wurde am Wochenende das deutschlandweit sechste Strahlentherapiegerät „Halcyon“ angeliefert. Das erste Gerät dieses Typs in NRW erleichtert künftig den Medizinern im Strahlentherapiezentrum Emscher-Lippe, angesiedelt im St.-Josef-Hospital, die Arbeit und bietet Patienten moderne Behandlungstechnik gepaart mit höchstem Komfort.

Installation ist Symbol für den Stadtteil

Mehr noch, die Installation des Geräts ist ein Symbol für den Stadtteil, der lange befürchtete, demnächst ohne eigenes Krankenhaus dazustehen. „Wir hatten schon lange geplant, ein sehr altes Gerät durch ein modernes zu ersetzen“, erklärt Dr. Sara Grehl, Fachärztin für Strahlentherapie und Palliativmedizin, und eine der leitenden Praxisärzte. Dann aber kam die Nachricht der eventuellen Schließung und legte die Pläne auf Eis. „Damit hatten wir Glück im Unglück. Denn damals hätten wir einen großen Anbau benötigt, um Platz zu haben für ein neues Gerät. Das jetzige platzsparende Modell war damals noch nicht auf dem Markt. Das kam erst im August vergangenen Jahres heraus und macht nun einen Neubau unnötig.“

Das neue Gerät „Halcyon“ vereint mehrere Vorteile. Es braucht weniger Platz und auch weniger Energie. Zudem ist die Technik verkleidet. „Es sieht aus wie ein großes CT-Gerät“, erklärt Dr. Grehl, dass es sich um die klassische „Röhre“ handelt, durch welche die Patienten gefahren werden. Währenddessen erfolgt die Bestrahlung „von außen und mit hochenergetischen Röntgenstrahlen“. Gleichzeitig liefert das Gerät Bilder vom Patienten. „Das erhöht die Präzision und damit die Sicherheit für den Patienten.“ Die bildgeführte Strahlentherapie helfe, Karzinome von der Prostata bis zu den Bronchien zielgenau zu bestrahlen und benachbarte Organe zu schützen.

Investition: 1,5 Millionen Euro

Ein weiterer Vorteil für den Patienten ist die Dauer der Behandlung. Moderne Computertechnik ersetzt langwierige Einstellung des Strahlentherapiegeräts. „Die Liegezeit verkürzt sich auf ein Drittel der Zeit. Die reine Strahlenzeit bleibt dabei natürlich gleich. Nur der Aufwand ist geringer.“

Durch die Zeiteinsparung können mehr Menschen pro Tag behandelt werden, die Wartezeit auf eine Anwendung wird erheblich sinken. Was für Betroffene angenehm ist, ist auch wirtschaftlich interessant. Das Strahlentherapiezentrum Emscher-Lippe wird weit mehr Patienten behandeln können. Ein wichtiger Faktor, um Investitionen in moderne Technik zu stemmen. Immerhin belaufen sie sich auf rund 1,5 Millionen Euro.

Horst wird Vorführ-Standort

„Für uns ist es schön, jetzt über zwei moderne Geräte zu verfügen, weil sich diese sehr gut ergänzen und bestimmte Techniken besser zugeordnet werden können“, so Dr. Sara Grehl. Soll heißen, jeder Krebspatient bekommt in Horst die für ihn beste Bestrahlung. Zudem erhöht das Gerät die Reputation der Praxis, die wohl demnächst ein renommierter Standort in Sachen Krebstherapie sein wird, zu welcher auch Ärzte pilgern. Denn: „Wir werden auch ein Vorführort der Firma Varian sein, wo Fachleute sich das Strahlentherapiegerät Halcyon im laufenden Betrieb anschauen können“, freut sich die Medizinerin.

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