Gesundheit

Stiftung will Mediziner-Nachwuchs in Gelsenkirchen sichern

Lena Flögel würde gern im Marienhospital arbeiten. Johannes Norpoth, Geschäftsführer der Albertus-Magnus-Studienstiftung (links) und Dr. Werner Kirchberg vom  Kuratorium können sich das gut vorstellen.

Foto: Olaf Ziegler

Lena Flögel würde gern im Marienhospital arbeiten. Johannes Norpoth, Geschäftsführer der Albertus-Magnus-Studienstiftung (links) und Dr. Werner Kirchberg vom Kuratorium können sich das gut vorstellen. Foto: Olaf Ziegler

Gelsenkirchen.   Albertus-Magnus-Studienstiftung unterstützt Medizinstudenten fachlich und finanziell, die später in Gelsenkirchen arbeiten möchten.

Lena Flögel möchte Ärztin werden, Fachärztin für Urologie. Derzeit steuert die 24-Jährige, die in Wattenscheid aufgewachsen ist und an der Universität Duisburg/Essen studiert, auf das zweite Staatsexamen zu. Es ist eine Phase, in der wenig Zeit bleibt, um das Studium nebenher durch Arbeit zu finanzieren. Umso mehr freute sie sich, als ihr Praktikumsmentor, Dr. Ulrich Rabs vom Marienhospital Gelsenkirchen, von der Albertus-Magnus-Studienstiftung erzählte, die angehende Mediziner unterstützt. Lena wird die erste Ärztin in der Familie sein.

Gegründet wurde die Stiftung unter dem Dach der St. Augustinus GmbH, die auch die Anschubfinanzierung übernahm. Dadurch spart man sich Verwaltungskosten. Große Summen wurden bislang auch noch nicht bewegt. Die Stiftung, gegründet 2015, läuft erst an, 2017 wurde das erste Stipendium vergeben.

Ansprechpartner vor Ort

Zwei Medizinstudentinnen – Gelsenkirchenerinnen, die in Hamburg und Mainz studieren – werden bereits gefördert, Lena Flögel wird voraussichtlich die dritte sein. Bislang hat sie ihr Studium als studentische Aushilfe in der Pflege finanziert. Jetzt kann sie sich voll auf ihr Examen konzentrieren: „Ich schätze es aber auch sehr, dass ich immer einen Ansprechpartner habe in Person von Dr. Rabs. Nicht allein fachlich, sondern für Fragen zum Umgang mit Patienten und zwischenmenschlichen Dingen.“

Ziel der Stiftung ist es unter anderem, angehende Mediziner in der Ausbildung zu begleiten und unterstützen, Netzwerke zu bieten, Fortbildung zu fördern – und freilich auch, sie an Gelsenkirchen zu binden. Wer die Zuwendung – 300 Euro im Monat plus Sonderförderung für internationale Hospitationen und Famulaturen in Höhe von maximal 900 Euro – in Anspruch nimmt, verpflichtet sich, nach dem Studium mindestens drei Jahre lang an einem Krankenhaus der St. Augustinus GmbH in Gelsenkirchen zu arbeiten. Wer sich nach dem Studium doch anders entscheidet und anderswo arbeiten möchte, muss die geleistete Förderung zurückzahlen.

Engagierte Persönlichkeiten sind gefragt

Engagierte Persönlichkeiten, die sich für Führungspositionen eignen, sind die erklärte Zielgruppe für Stipendiaten. „Aber entscheidend ist auch“, so betont der Stiftungsgeschäftsführer Johannes Norpoth, „dass die Bewerber das Weltbild des kirchlichen Trägers teilen.“ Das hänge nicht an einer Konfession, sondern eher an sozialen Kompetenzen und Haltung.

Dr. Werner Kirchberg, stellvertretender Vorsitzender des Kuratoriums und Mitbegründer des Qualitätsnetzwerkes der niedergelassenen Ärzte, betont auch die erwünschte Vernetzung der künftigen Krankenhausärzte mit den niedergelassenen Ärzten. „Es wäre auch schön, wenn der eine oder andere Hausarzt sich an Gelsenkirchen binden würde. Von unseren 200 Hausärzten sind 40 Prozent älter als 60 Jahre,“ so Kirchberg.

  • Informationen zu Konditionen für Bewerber gibt es bei Johannes Norpoth, 0209 172 54607, Virchowstr. 122, oder per Email anj.norpoth@st-augustinus.eu

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