Städtischer Musikverein

Stefan Glaser gibt im Chor den Ton an

Chordirektor Christian Jeub hat sich inzwischem vom Städtischen Musikverein verabschiedet.

Foto: Martin Möller

Chordirektor Christian Jeub hat sich inzwischem vom Städtischen Musikverein verabschiedet. Foto: Martin Möller

Gelsenkirchen.   Wechsel beim Städtischen Musikverein Gelsenkirchen: Christian Jeub hat sich verabschiedet, Stefan Glaser übernimmt das Pult.

Eine musikalisch kreative Epoche geht für Christian Jeub in Gelsenkirchen zu Ende. In dieser Woche gab der langjährige MiR-Chordirektor zum letzten Mal bei einer Probe des Städtischen Musikvereins den Takt vor. Zehn Jahre lang führte der engagierte Musiker den städtischen Chor. Als Leiter der Universitätsmusik der Uni Koblenz kann der 43-Jährige zum Bedauern des Chores sein Engagement in Gelsenkirchen nicht weiter fortsetzen. Stefan Glaser, bischöflicher Beauftragter für die Kirchenmusik im Bistum Essen, wird ab Dezember den Chor übernehmen.

Stimmbildung verbessert

Mit der Einstudierung des Dvorak Requiems, das am 13. November im Rahmen des Sinfoniekonzerts im Musiktheater aufgeführt wird, verabschiedet sich Christian Jeub aus Gelsenkirchen. Der Chor hatte unter Jeubs Führung neben klassischen Stücken auch zahlreiche Werke einstudiert, die eher selten aufgeführt werden: Bernsteins Chichester Psalms, Williams Sea-Symphony, die Misa Criolla von Ramirez oder Jenkins „The Armed man“. Die Harmonie zwischen dem Chorleiter und Sängern stimmte. Die zeigten sich aufgeschlossen gegenüber zeitgenössischer Musik, die sie dank der intensiven Arbeit ihres Chorleiters begeistert umsetzten. Die durch Christian Jeub veranlasste Stimmbildung verbesserte die Qualität des Chores. Auch das Projekt „Singen mit Charme“, bei dem viele Sänger noch heute volkstümliche Musik pflegen, war Jeubs Idee. Jungen Talenten ermöglichte er mit Stipendien eine stimmliche Weiterentwicklung im Chor. Der Chorleiter stellte auch die Kontakte zum Chor aus Newcastle her, der bei seinem Besuch in Gelsenkirchen Elgars Oratorium „The Dream of Gerontius“ gemeinsam mit dem Musikverein in der evangelischen Altstadtkirche aufgeführt hatte. Christian Jeub scheidet ungerne, lobt die vorbildliche Zusammenarbeit, schätzt die Qualitäten des einzigen städtischen Chores. Er vermisst allerdings ein stärkeres Bekenntnis der Stadt zu ihrem musikalischen Botschafter, der in Gelsenkirchen Chorgeschichte geschrieben habe.

Fortsetzung der Erfolgsgeschichte

Die Erfolgsgeschichte zwischen Jeub und dem Chor soll durch Stefan Glaser fortgesetzt werden. Der 52-Jährige, der in Aalen in Baden-Württemberg geboren wurde, ist mittlerweile ein echter Ruhrgebietler geworden. Stefan Glaser studierte unter anderem am Mozarteum in Salzburg, machte sein A-Diplom Kirchenmusik in den Fachbereichen Orgel und Chorleitung mit Auszeichnung, war acht Jahre Regionalkantor in der Diözese Passau. Seit 1999 ist er für die Kirchenmusik im Bistum Essen verantwortlich. Glaser leitete zahlreiche Chorprojekte des Bistums, betreute Chöre in Hattingen und Duisburg. Sein Engagement in Duisburg will der 52-Jährige jetzt aufgeben. Von der Qualität des Städtischen Musikvereins ist er nach einigen Proben überzeugt. Sein Eindruck: „Der Chor kann alles singen, ist offen für neue Ideen und gut motivierbar.“

Aufführung von Dvoraks Requiem

Einen ersten Eindruck will er gewinnen bei der Aufführung des Dvorak Requiems. Mendelssohns Elias ist das erste Werk, das Stefan Glaser ab Dezember mit dem Chor einstudieren wird. Es beeindruckt ihn, dass zunächst in Englisch gesungen wird für den Gegenbesuch im Mai in Newcastle und dann in Deutsch fürs MiR-Sinfoniekonzert im Herbst nächsten Jahres. Gedanken über neue zeitgenössische Stücke hat er schon im Kopf. „Ob ich sie einstudieren kann, hängt vom Votum des Chores ab“, sagt Glaser. „Denn ohne Zustimmung der Sänger“, weiß er, „lässt sich ein Projekt kaum realisieren.“

>> Das Konzert und die Solisten

Im Rahmen des 3. Sinfoniekonzerts singt der Städtische Musikverein am 13. November, 19.30 Uhr, im MiR das Requiem von Dvorak. Das Konzert leitet GMD Rasmus Baumann.

Solisten sind: Petra Schmidt (Sopran), Ileana Mateescu (Alt), Martin Homrich (Tenor) und Luciano Batinic (Bass). Der Musikverein probt mittwochs von 19.15 bis 21.30 Uhr im Annette-von-Droste-Hülshoff-Gymnasium. Info:
musikverein-gelsenkirchen.de

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