Beruf & Ausbildung

„Stage“ bietet Jugendlichen Einblicke in die Theaterarbeit

Die Schauspielerin und Regisseurin des Consol Theaters, Ulrike Brockerhoff, bei einem Kennlernspiel mit den Kursteilnehmern.

Die Schauspielerin und Regisseurin des Consol Theaters, Ulrike Brockerhoff, bei einem Kennlernspiel mit den Kursteilnehmern.

Foto: Joachim Kleine-Büning / FUNKE Foto Services

Bismarck.  16 Jugendliche mit und ohne Schulabschluss haben im Gelsenkirchener Consol Theater die Bildungsmaßnahme „Stage“ begonnen. Eine Schule fürs Leben.

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Ein neuer Jahrgang hat in diesem Monat am Consol Theater die zehnmonatige Bildungsmaßnahme „Stage“ begonnen. Den 16 Jugendlichen bietet das Theater die Chance, mit unterschiedlichsten Berufsfeldern in Kontakt zu kommen.

„80 Prozent beginnen nach der Maßnahme eine Ausbildung oder haben wirklich Lernmotivation“, freut sich Leiterin Ulrike Brockerhoff. Seit 18 Jahren leitet sie das Projekt, das tatsächlich eine Erfolgsgeschichte ist. „Wir wollen die Persönlichkeit fördern, den Jugendlichen Selbstvertrauen geben und ihnen ermöglichen, dass sie sich selbst kennen lernen“, so Brockerhoff. Es gehe auch um Fähigkeiten, die in der Schule verborgen bleiben.

„Stage ist eine eine Schule fürs Leben“

Die Gruppe ist sehr heterogen: Teilnehmer sind Jugendliche ohne Schulabschluss, aber auch junge Menschen mit Abitur machen mit. Anwesenheit vor Ort ist dabei Pflicht, denn es ist eine berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme von der Agentur für Arbeit, bei der die Jugendlichen Anspruch auf Berufsausbildungshilfe haben.

„Wir haben auch sehr gute Beziehungen zu Handwerksbetrieben, so dass wir neben dem Arbeitsfeld Schauspiel auch Bühnenbau, Beleuchtungs- und Tontechnik, Tischlerei, Masken- und Kostümbild abdecken. Diese Erfahrungen finden auch in der abschließenden Theaterproduktion praktische Anwendung“, berichtet Brockerhoff. „Stage ist eine Schule fürs Leben.“

Handwerkliche und künstlerische Fähigkeiten werden vermittelt

Die Dozenten und Dozentinnen, die aus allen Arbeitsfeldern des Theaters kommen, vermitteln handwerkliche und künstlerische Fähigkeiten sowie umfassende soziale Kompetenzen. Die regelmäßigen Projektzeiten sind montags bis freitags von 9 bis 17 Uhr. Die Teilnehmer haben regelmäßig Unterricht in den Fächern Sprechen, Gestaltung, Tischlerei, Gesang, Schauspiel, Maskenbild oder Tanztechnik.

„2001 wurde das Projekt von Andre Wülfing gegründet, seit 2006 wird es unter der Leitung von Brockerhoff geführt. Das Ziel von Stage ist die Vermittlung in eine Ausbildung, ein Studium oder eine Arbeitsstelle, die den individuellen Neigungen entspricht. „Seit 2001 haben 250 junge Erwachsene bei uns Orientierung, Selbstwert und Disziplin dazu gewonnen“, berichtet die Leiterin.

Frauen sind bei dieser Bildungsmaßnahme in der Überzahl

Leider seien immer noch deutlich weniger männliche Teilnehmer dabei. „Es hat wohl damit zu tun, dass Theater immer noch als eher weiblich gilt“, sagt Brockerhoff. Vermittelt werde natürlich auch, mit etwas Unbequemem zu starten. „Raus aus dem Sofa und der Komfortecke und sich anstrengen.“ Diese Einstellung erfolgreich zu vermitteln, werde allerdings immer anstrengender und auch schwieriger, so Brockerhoff.

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