Städtepartnerschaft

Städtepartnerschaften - ein starkes Zeichen für Europa

Einweihung der neuen Solarstation am Lehr- und Erlebnisbauernhof Ziegenmichel in Gelsenkirchen.

Einweihung der neuen Solarstation am Lehr- und Erlebnisbauernhof Ziegenmichel in Gelsenkirchen.

Foto: Foto: Stadt / Verwaltung GE

Gelsenkirchen.  Gelsenkirchen will seine Beziehung zu ihren Partnerstädten intensivieren. Wissenstransfer ist dabei die gültige Währung – zum Wohle aller.

Städtepartnerschaften gehören zu den ältesten Bindegliedern innerhalb der Europäischen Union. Entstanden sind sie nach dem Zweiten Weltkrieg aus dem Bestreben, dass aus früheren Feinden Freunde werden. An Rhein und Ruhr finden sich insgesamt 260 solcher kommunalen Beziehungskisten. Gelsenkirchen hat sechs Partnerstädte in verschiedenen Ländern Europas und in Russland.

Die Basis der Partnerschaften bilden regelmäßige Besuche von Schul- und Studienklassen, doch aus dem reinen Schüleraustausch mit Stippvisiten an den üblichen Sehenswürdigkeiten soll viel mehr erwachsen, wie der Europabeauftragte der Stadt, Andreas Piwek, erklärt: „Wir wollen Partnerschaft mit mehr Inhalt füllen.“ Denn auch die Partner stehen vor ähnlichen Herausforderungen – da sind viele Ideen „mehr als hilfreich und gefragt.“

Strukturwandel vorantreiben

Beispielsweise haben Newcastle upon Tyne, das benachbarte Darlington in Großbritannien und auch Zenica in Bosnien-Herzegowina am industriellen Wandel ebenso zu knacken. Deshalb stecken beiderseits viele Verantwortliche die Köpfe zusammen, um ihre Städte attraktiver zu gestalten: beispielsweise die Wirtschaftsförderung. Die Errichtung des Ückendorfer Kreativquartiers, eine Mischung aus Kunst, Kultur und Bildung, weist daher starke Parallelen auf, denn auch jenseits des Ärmelkanals schickt man sich an, abgehängte Quartiere mit Gastronomie und Theater umzugestalten und neu zu beleben.

Der Wissenstransfer spielt in diesen neu anzukurbelnden Wertschöpfungsketten eine ebenso große Rolle. „Beispielsweise stößt der laufende Emscher-Umbau in Zenica auf großes Interesse“, sagt Piwek. Als ehemalige Stadt der Schwerindustrie muss auch Zenica sich nachhaltig aufstellen, um als Wohn- und Arbeitsplatz attraktiv zu werden.

Solarbrücke aufgespannt

Den Anfang für solch größere Austauschprojekte machen meist die Schulen, Vereine und Organisationen. So ist erst kürzlich ein neues Solarprojekt angestoßen worden. Am Lehr- und Erlebnisbauernhof Ziegenmichel wurde ein Solarpanel installiert, das als E-Ladesäule für Roller, Räder und dergleichen dienen soll. „Quasi als stationäre Energieversorgung“, erklärt Piwek. Dieses und weitere Module stammen vom alten Gelsenkirchener Busbahnhof. Zenica soll ebenfalls ein solches Modul erhalten, um Herd und Beleuchtung im dortigen Pfadfinderlager mit Energie zu versorgen. Und auch Büyükçekmece in der Türkei hat Interesse angemeldet. Das Energielabor im Wissenschaftspark stiftet Know-how und Lernkoffer für die Standorte, damit die Kinder und Jugendlichen sich in Sachen nachhaltiger Ressourcennutzung schlau machen können. Auch Fördergelder fließen, und zwar seitens des Entwicklungsministeriums, wie Piwek betont. Ein Brückenschlag auf europäischer Ebene also.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben