Museumspädagogik Schloss Horst

Stadt Gelsenkirchen macht sich unglaubwürdig

Die Stadt Gelsenkirchen sollte in die Zukunft der Museumspädagogik von Schloss Horst investieren - und zwei Planstellen schaffen, meint Christiane Rautenberg. 

Die Stadt Gelsenkirchen sollte in die Zukunft der Museumspädagogik von Schloss Horst investieren - und zwei Planstellen schaffen, meint Christiane Rautenberg. 

Foto: Olaf Ziegler / FFS

Gelsenkirchen muss mit der Schaffung von Stellen für Museumspädagogik und Verwaltung von Schloss Horst Verantwortung übernehmen.

Von der Ruine zum Schmuckstück: Die Rettung von Schloss Horst ist ein Lehrstück bürgerschaftlichen Engagements. Ob all das ohne den Förderverein gelungen wäre, der die Stadt immer wieder an ihre Verantwortung erinnert hat? Zweifel sind erlaubt.

Umso bedauerlicher ist es, dass sich niemand findet, der die Vorstandsarbeit übernehmen will. Dabei ist die Hauptaufgabe getan: Das Schloss hat sich etabliert. Als „Hüter und Mahner“ aufzutreten, dürfte ungleich weniger Aufwand mit sich bringen.

Womit der Förderverein aber über Gebühr beansprucht wird, ist die Zuständigkeit für die Stellen der Verwaltungskraft und des wissenschaftlichen Mitarbeiters. Weil die Stadt sich nicht langfristig zwei Planstellen „ans Bein binden“ will, überweist sie lediglich das Geld an den Verein, der als Arbeitgeber fungieren muss. Mit diesem Modell macht es sich die Verwaltung nicht nur zu einfach. Es zeugt auch von mangelnder Wertschätzung gegenüber der Museumspädagogik, indem sie ihr fehlende Planungssicherheit zumutet.

Ob nun das leider völlig unterschätzte Erlebnismuseum, Kindergeburtstage, wissenschaftliche Vorträge oder das Spektakel „Gaudium“: All das wäre ohne den Einsatz und die Kreativität der versierten, ortskundigen Museumspädagogen nicht denkbar. Nachdem der Förderverein jahrelang diese eigentlich kommunale Aufgabe übernommen hat, ist nun die Stadt am Zug: um dauerhaft zwei Stellen zu schaffen und die Museumsarbeit zu sichern. Denn ohne Impulse von Wissenschaftlern verkommt das Museum womöglich irgendwann zum verstaubten Heimatkabinett, das nur noch auf Nachfrage öffnet.

Die Stadt schmückt sich gerne mit ihrem Schloss und dessen Museum, sonnt sich in der Anerkennung von Universitäts-Gelehrten. Aber dann muss sie auch in die Zukunft investieren. Sonst macht sie sich unglaubwürdig.

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