Kommunalwahl

SPD verliert die absolute Mehrheit auch in den Bezirken

Am Sonntag wurde in Gelsenkirchen auch über die Bezirksvertretungen abgestimmt.

Am Sonntag wurde in Gelsenkirchen auch über die Bezirksvertretungen abgestimmt.

Foto: Ingo Otto / FUNKE Foto Services

Gelsenkirchen.  Nicht nur im Rat, auch in den Gelsenkirchener Bezirksvertretungen hat die SPD ihre absolute Mehrheit eingebüßt. Andere Parteien profitieren.

Am Sonntag wurde nicht nur darüber abgestimmt, wer zukünftig Oberbürgermeister oder Oberbürgermeisterin wird und wie sich der neue Rat zusammensetzt. Auch die Mitglieder für die fünf Bezirksvertretungen in Gelsenkirchen wurden gewählt. Wie im neuen Stadtrat gilt auch hier: Die Zeiten einer absoluten SPD-Mehrheit sind vorbei.

Ein Gewinner der Wahl ist die AfD, die überall Sitze dazugewinnen konnte. Freude herrschte am Wahlabend auch bei der FDP: Die Liberalen, bislang nur im Norden mit einer Vertreterin dabei, sitzen jetzt in allen fünf Bezirksvertretungen. Hier ein Überblick.

So ist die Lage in den Gelsenkirchener Bezirken Mitte und Nord

In der Bezirksvertretung Mitte, zuständig für die Stadtteile Altstadt, Schalke, Schalke-Nord, Bismarck, Bulmke-Hüllen, Feldmark und Heßler, hatte die SPD bislang zehn Sitze – demnächst sind es nur noch sieben. Die CDU behält ihre vier Sitze, die Grünen verdoppeln die Anzahl ihrer Sitze auf zwei. Die AfD hat jetzt drei Sitze statt nur einem, WIN und Linke bleiben bei einem Sitz. Pro NRW ist nicht mehr vertreten, dafür zieht die FDP wieder mit einem Abgeordneten ein.

Die Bezirksvertretung Nord (zuständig für Buer, Scholven und Hassel) war bislang die einzige der fünf Bezirksvertretungen ohne absolute SPD-Mehrheit. Die SPD hat dort künftig nur noch sechs statt neun Sitze. Die CDU gewinnt einen Sitz dazu und kommt auf fünf, die Grünen steigern sich von einem Sitz auf drei, die AfD hat jetzt zwei Sitze statt einem. Linke, WIN und FDP bleiben bei jeweils einem Sitz, Pro NRW ist nicht mehr vertreten.

Pro NRW ist in keiner Bezirksvertretung mehr dabei

Ein ähnliches Bild zeigt sich in der Bezirksvertretung Ost, zuständig für Erle, Resse und Resser Mark. Die SPD verliert drei Sitze und liegt bei sechs, die CDU behält ihre vier Sitze. Grüne und AfD verdoppeln jeweils die Anzahl ihrer Sitze und kommen auf zwei Abgeordnete. Die Linke behält ihren einen Sitz, die FDP zieht ebenfalls mit einem Sitz neu ein, Pro NRW ist nicht mehr vertreten.

In der Bezirksvertretung Süd (Neustadt, Ückendorf, Rotthausen) büßt die SPD ebenfalls drei Plätze ein und hat dort jetzt sechs Vertreter. Die CDU bleibt bei vier Sitzen. Die Grünen gewinnen einen Sitz dazu und kommen auf zwei, Linke und AUF behalten jeweils ihren einen Sitz. Pro NRW ist nicht mehr vertreten, neu in der Bezirksvertretung Süd ist die FDP (ein Sitz) und die AfD (zwei Sitze).

Im Westen verliert die SPD noch am wenigsten

Die geringsten Einbußen verzeichnet die SPD in der Bezirksvertretung West (Beckhausen, Horst): Hier sind die Sozialdemokraten künftig mit sieben statt mit neun Personen vertreten. Die CDU bleibt bei drei, Grüne und AfD gewinnen jeweils einen Sitz dazu und stellen zwei Vertreter. Linke und WIN bleiben bei jeweils einem Sitz, die FDP zieht mit einem Vertreter ein, Pro NRW ist nicht mehr dabei.

Was bedeutet das Ergebnis für die zukünftige Arbeit in den Bezirksvertretungen? Abgesehen vom Norden, wo die SPD auch bisher auf Bündnisse mit anderen Parteien angewiesen war, müssen die Sozialdemokraten Abschied von der absoluten Mehrheit nehmen. „Große“ Koalitionen zwischen SPD und CDU sind in jeder Bezirksvertretung möglich, machen die Christdemokraten nicht mit, muss die SPD überall mindestens zwei weitere Parteien ins Boot holen, um eine Mehrheit zu haben.

Tertocha: Keine Zusammenarbeit mit der AfD

Die Grünen beispielsweise wollen in den kommenden Tagen beraten, wie sie mit dem Thema umgehen: Denkbar seien sowohl „feste“ Koalitionen als auch themenbezogene Absprachen, sagte Ratsmitglied Peter Tertocha, der sich allerdings nicht in die Arbeit der Bezirksfraktion einmischen wollte. Klar ist für ihn nur: „Eine Zusammenarbeit mit der AfD wird es nicht geben.“

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