Spitzenverdiener

Sparkassenchef mit gläsernem Gehaltskonto

Vorstandschef Bernhard Lukas (r.), Vorstand Stephanie Olbering-Weihs und Michael Klotz, stv. Vorstand.

Vorstandschef Bernhard Lukas (r.), Vorstand Stephanie Olbering-Weihs und Michael Klotz, stv. Vorstand.

Foto: WAZ

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Gelsenkirchen.Wer Millionen verdient, der lässt sich nicht gerne in die Karten schauen. Doch in den letzten Jahren sind Bonuszahlungen und Gehälter von Spitzenverdienern transparenter geworden. Lange hatten sich auch viele Bankmanager geweigert, ihre Gehälter offenzulegen. Jetzt hat das Handelsblatt in hartnäckigen Recherchen die Gehälter der Banker in NRW-Sparkassen herausgefunden. In Gelsenkirchen präsentieren die Vorstandschefs der Stadtsparkasse schon seit einigen Jahren ein gläsernes Gehaltskonto.

Jeder kann im Internet nachlesen, was Ende des Monats auf dem Konto des Sparkassenvorstands landet. Bernhard Lukas: „Wir waren eines der ersten Institute , die die Einkommen der Vorstände transparent gemacht haben. Wir machen kein Geheimnis daraus, das wir gutes Geld verdienen.“

Geringerer finanzieller Aufwand

Willkürlich werden die Gehälter ohnehin nicht festgelegt. Lukas: „Es gibt für die Anstellung Empfehlungen vom Sparkassen- und Giroverband über die Festlegung der Gehälter.“ Unter anderem spielen auch Bilanzsumme, Kredite und Kundeneinlagen an den jeweiligen Geldinstituten eine Rolle bei der Größenordnung des Gehaltsrahmens. Der Verwaltungsrat, Kontrollgremium der Sparkasse, ist nicht an die Empfehlungen des Verbandes gebunden, wohl orientiert er sich an den Vorgaben.

SPD-Fraktionsvorsitzender Dr. Klaus Haertel ist Mitglied des Aufsichtsgremiums. „Wir versuchen, die Empfehlungen mit Augenmaß nachzuvollziehen. Wir bemessen die Dotierung eher im knappen Rahmen und liegen leicht unterhalb der Vorschläge.“ Die Reduzierung von drei auf zwei Vorstandsmitglieder sieht Haertel als Versuch, die Effizienz der Arbeit mit geringerem finanziellen Aufwand zu gewährleisten. „Es scheint gut zu funktionieren“, mutmaßt Lukas. Noch sei keine Tendenz zu erkennen, den Vorstand wieder aufzustocken.

Gehaltserhöhung um 13,79 Prozent

In der Gehaltsskala befindet sich Lukas eher im Mittelfeld. 39 Banker sind besser dotiert als der Gelsenkirchener. Darunter viele, die in kleineren Sparkassen arbeiten. Von 2011 auf 2012 erhöhte sich sein Jahresgehalt um 5,8 Prozent auf 331.900 Euro. In diesem Jahr gab’s keinen Zuschlag.

Der Aufwand für den gesamten Vorstand: 636.700 Euro. Der Mülheimer (367.000) wie auch Krefelder Kollege (352.800) wird jeweils besser bezahlt. Auch der Gesamtvorstand ist mit 1 Mio, bzw 1,2 Mio besser dotiert. Besonders üppig fiel die Gehaltserhöhung für den Chef der Köln/Bonner Sparkasse mit 13,79 Prozent aus. Mit 657.700 Euro verdient er dennoch 100.000 Euro weniger als der Mann auf dem Chefsessel der Kreissparkasse Köln.

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