Kirche & Soziales

Sozialwerk St. Georg belebt St. Anna-Kirche in Gelsenkirchen-Schalke

Die Wiederbelebung der Kirche St.Anna in Schalke-Nord auf der Kapellenstraße planen Werner Piekarek und Doris Trimborn vom Sozialwerk St. Georg. Foto: Olaf Fuhrmann

Die Wiederbelebung der Kirche St.Anna in Schalke-Nord auf der Kapellenstraße planen Werner Piekarek und Doris Trimborn vom Sozialwerk St. Georg. Foto: Olaf Fuhrmann

Foto: WAZ FotoPool

Gelsenkirchen-Schalke.  Die St. Anna-Kirche in Gelsenkirchen-Schalke ist seit 2007 geschlossen. Nach Jahren des Leerstandes nutzt nun das Sozialwerk St. Georg die Gebäude. Die Kirche soll dabei zur Begegnungsstätte für den Stadtteil werden.

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Der Leerstand in St. Anna hat kaum sichtbare Spuren hinterlassen. Kreuz und Kerzen, Altar und Tabernakel, alles wie es sein soll. Gottesdienste sind hier dennoch die große Ausnahme. Einzug soll allerdings das Leben halten. Die Kirche ist geheizt. Auf knapp 18 Grad. Optimale Temperaturen für die Orgel, die gerade überholt wird. Bald sollen sich auch wieder regelmäßig Menschen wohl fühlen im Schalker Gotteshaus. Die Kirche an der Kapellenstraße, vom Bistum geschlossen, aber nicht profaniert, soll wieder eine regelmäßige Nutzung erfahren.

„Diens-Tag der offenen Kirche“

Das 40 Jahre alte Gebäude zwischen ehemaligem Kindergarten und Pfarrgemeindehaus soll buchstäblich wieder im Mittelpunkt stehen – als Treffpunkt, als spirituelles Zentrum. Ab April sind jeden Dienstag Menschen eingeladen, an der Kapellenstraße von 16 bis 18 Uhr Zeit zu verbringen, die Atmosphäre des sakralen Raums zu genießen, Einkehr zu halten bei meditativer Musik. Das Motto lautet „Diens-Tag der offenen Kirche“. Ausgedacht hat man es sich beim Sozialwerk St. Georg, das hier so etwas wie einen Testballon startet. „Das Angebot passt zu uns und ist auch eine Bereicherung für den Stadtteil“, sagt Fachleiterin Doris Trimborn. „Wir verfolgen eine klare Sozialraumorientierung und wollen zeigen, dass wir uns nach außen öffnen. So können beide Seiten was davon haben“, ergänzt Geschäftsführer Werner Piekarek. Die Öffnung der Kirche ist danach nur konsequent.

2010 zog das Sozialwerk mit seinen Diensten in die Kapellenstraße, investierte in Umbau und Sanierung der Gebäude über 350.000 Euro. Im alten Gemeindehaus ist jetzt die Kontakt- und Beratungsstelle für Menschen mit geistiger Behinderung, hier ist das Café, das bereits dreimal die Woche und natürlich auch am Diens-Tag Treffpunkt (dann mit frischem Kuchen) ist, hier haben der Familienunterstützende Dienst und das Ambulant Betreute Wohnen ihre Büros.

Tagesstruktur für Behinderte

Im früheren Kindergarten ist die Tagesstätte mit 30 Plätzen untergebracht. Behinderte bekommen hier eine Tagesstruktur und Beschäftigung. 23 feste Mitarbeiter hat das Sozialwerk vor Ort, für über 100 Klienten ist die Kapellenstraße Anlaufstelle. Die Einbindung in den Stadtteil ist damit ohnehin gegeben, das Café wird auch schon von Gemeindegruppen oder Nachbarn genutzt. Doch Trimborn sieht Steigerungs-Potenzial. Da kommt nun die Kirche ins Spiel. Die Öffnung soll den Einstieg in weitere Nutzungsmöglichkeiten bieten „Wir wollen alte Traditionen mit neuen Inhalten füllen“, sagt sie und kann sich wie Piekarek Konzerte, Kunst, Basare, aber auch Einschulungsgottesdienste und selbst Trauungen vorstellen. Ehe es dafür in St. Anna an die Verbesserung von Akustik und Licht oder den Abbau der Kirchenbänke geht, gilt es Erfahrungen zu sammeln. „Wir schauen, ob die Kirche als Begegnungsort angenommen wird“, sagt Trimborn. Und ob sich Helfer finden, die ehrenamtlich Unterstützung leisten.

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