Aktionstag

Solidaritätsoffensive für das Tabuthema Kinderhospiz

Ina Mentges-Schröter (v.l.), Pflegedirektorin am Marienhospital Gelsenkirchen und Leiterin der Arche, der städtische Gesundheits- und Sozialdezernent Luidger Wolterhoff und Anja Dörner, Bereichsleiterin Kinderhospiz Arche Noah, stellen die Solidaritätskampagne mit Zeichen wie den grünen Bändern und Flaggen vor.

Ina Mentges-Schröter (v.l.), Pflegedirektorin am Marienhospital Gelsenkirchen und Leiterin der Arche, der städtische Gesundheits- und Sozialdezernent Luidger Wolterhoff und Anja Dörner, Bereichsleiterin Kinderhospiz Arche Noah, stellen die Solidaritätskampagne mit Zeichen wie den grünen Bändern und Flaggen vor.

Foto: Martin Möller

Gelsenkirchen.   In Gelsenkirchen starten Stadt und St. Augustinus gemeinsam eine Solidaritätsoffensive für Kinderhospize. Und für mehr Hilfen für Betroffene.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Es ist ein Tabu bis heute: Über schwerstkranke Kinder, deren Lebenserwartung begrenzt ist, spricht man in unserer Gesellschaft nicht gern. Weil es so bedrohlich und so schmerzhaft ist. Und weil betroffene Eltern und Geschwister fürchten, schief angesehen zu werden, wenn sie Entlastung suchen bei der Pflege ihrer hochgradig hilfsbedürftigen Kinder. Der Tag der Kinderhospizarbeit will helfen, das Thema öffentlich zu machen.

Aus diesem Grund hat das Team des Kinderhospizes Arche Noah in Trägerschaft von St. Augustinus gemeinsam mit dem Sozialdezernenten der Stadt, Luidger Wolterhoff, für den diesjährigen Kinderhospiztag am 10. Februar eine Aktion ins Leben gerufen, die helfen soll, das Thema in die Gesellschaft zu tragen. Mit Solidaritätsbändern, -fahnen und Veranstaltungen.

Familien stoßen oft an Grenzen der Belastbarkeit

In Gelsenkirchen kümmern sich seit 2001 im Kinderhospiz Arche Noah in Ückendorf insgesamt 28 Mitarbeiter plus Ehrenamtler um Kinder und Heranwachsende, die schwerst mehrfach behindert sind oder unter dramatischen Stoffwechselerkrankungen leiden oder sonst stark eingeschränkt sind. In den Familien bestimmt die Erkrankung dieser Kinder den Alltag rund um die Uhr. Oft über Jahre. Viele Familien stoßen dabei an die Grenzen der Belastbarkeit. Paarbeziehungen zerbrechen, Geschwisterkinder leiden.

Um das zu vermeiden, bieten Kinderhospize wie die Arche Unterstützung, unter anderem mit einer flexiblen Kurzzeitpflege. Das erkrankte Kind wird optimal versorgt, und die Angehörigen haben so Gelegenheit, Energie zu tanken. Das Motto des Kinderhospizes lautet „Liebe zum Leben“. Ein Haus des Lachens soll es sein, in dem die Kinder auch glücklich sein können. Geholfen wird aber auch jenseits der stationären Unterbringung. In Elterngesprächen, mit Freizeiten, mit Gesprächsangeboten auch für Geschwister und Trauerbegleitung.

Hilfen für Betroffene, Eltern und Geschwister

„Wir geben den Familien das, was sie brauchen. Ganz individuell. Nicht jeder, der kommt, hat auch die Diagnose schon akzeptiert. Auch dabei begleiten wir,“ erklärt Anja Dörner, Bereichsleiterin der Arche. „Dabei haben viele Eltern ein schlechtes Gewissen, weil sie glauben, ihre Schützlinge abzuschieben. Oft ist es nicht mal die Gesellschaft, sondern die Eltern selbst, die sich Vorwürfe machen,“ hat die Arche-Leiterin und Pflegedirektorin Ina Mentges-Schröter festgestellt. Völlig zu Unrecht, da es allen Beteiligten helfe.

Luidger Wolterhoff hofft, mit den Aktionen das Thema in die Gesellschaft und auf die politische Agenda zu setzen. Um Betroffene zu entlasten und um zu ermitteln, welche Hilfen in und um Gelsenkirchen noch fehlen, welche ambulanten Hilfsangebote noch geschaffen werden könnten und sollten.

Informationen und Gespräche im Hans-Sachs-Haus

>> Am Freitag, 10. Februar, gibt es von zehn bis 14 Uhr einen Informationsstand zur Kinderhospizarbeit im Hans-Sachs-Haus, Ebertstraße 11. Dabei werden sowohl Arche-Mitarbeiter vor Ort sein als auch städtische Ansprechpartner. Zudem wird die Mutter eines verstorbenen Jungen, die durch sein langjähriges Leiden mehrere Kinderhospize kennengelernt hat, von ihren Erfahrungen berichten.

>> Am Mittwoch, 15. Februar, gibt es zudem ab 18 Uhr im kleinen Saal der VHS im Bildungszentrum, Ebertstr. 19, ein Podiumsgespräch zum Thema. Jene Mutter ist ebenso dabei wie die Leiterin der Arche Noah, Dezernent Luidger Wolterhoff, Krankenhausseelsorger Gerhard Flehmig und Christina Totzeck, Vorsitzendes des Gesundheitsausschusses.

Grüne Bänder, die für Solidarität mit Betroffenen werben, werden in diesen Tagen kostenlos an allen Einrichtungen von St. Augustinus sowie in der WAZ-Geschäftsstelle an der Ahstraße verteilt, Solidaritätsfahnen wehen im ganzen Stadtgebiet, um auf die Aktion aufmerksam zu machen.

>> Die Arche Noah ist auf Spenden angewiesen, wenn es um „Extras“ für die Kinder geht. Wer spenden mag:

Sparkasse Gelsenkirchen, BIC WELADED1GEK, IBAN DE91 4205 0001 0101 1431 33

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben