Kommentar

So werden sich E-Scooter in Gelsenkirchen nicht durchsetzen

Lena Reichmann.

Lena Reichmann.

Foto: WAZ

Zu wenige Roller, zu viele Verbote, zu hoher Preis: Warum sich E-Scooter in Gelsenkirchen nur schwer etablieren werden. Ein Kommentar.

Wer selbst schon mal mit einem E-Scooter unterwegs war, wird es nachfühlen können: Die leisen Flitzer mit der starken Beschleunigung machen Spaß. Leider vergeht der auf Gelsenkirchener Straßen schnell. Nicht nur das begrenzte Geschäftsgebiet mit den vielen Tabuzonen macht es Scooter-Fans hier schwer, die Roller zu nutzen. Weil von den angeblich 300 Fahrzeugen in der Stadt laut App nur zehn bis 15 verfügbar sind, ist es quasi unmöglich, mit dem Verkehrsmittel zu planen.

Keine echte Ergänzung zu Bus und Bahn

Von der weiter entfernten Bushaltestelle mit dem Scooter bis zum Ziel? Diese Idee hinter der Kooperation von Bogestra und Circ funktioniert so nicht. Dabei zeigen Beispiele aus Nachbarstädten, dass es geht. In Essen etwa stehen deutlich mehr Roller des Anbieters Lime an der Straße, viele davon an Haltestellen.

Der recht hohe Preis pro Fahrt wirkt zusätzlich abschreckend. In unserem Test waren nach 24 Minuten 5,80 Euro fällig. Eindeutig zu viel. Wenn der nächste Scooter dann noch 500 Meter entfernt parkt, ist eine Busfahrt nicht nur deutlich günstiger, sondern wahrscheinlich auch schneller. Mit Fahrspaß allein wird das auf Dauer nicht auszugleichen sein.

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