Musikschule

So vielsaitig kann der Unterricht im Klassenzimmer sein

Im Bild vorne links Fachbereichsleiterin Milena Schmiz, dann Margareta Nowak, Tina von Bebber, Alexander Morsey, Hannelore Jacobs und Oscar Casuscelli. Vorne dann Reinhard Zalewski, Stefan Nesu, Yelcin Karakus und Rüdiger Hoffmann.

Foto: Heinrich Jung

Im Bild vorne links Fachbereichsleiterin Milena Schmiz, dann Margareta Nowak, Tina von Bebber, Alexander Morsey, Hannelore Jacobs und Oscar Casuscelli. Vorne dann Reinhard Zalewski, Stefan Nesu, Yelcin Karakus und Rüdiger Hoffmann.

Gelsenkirchen.   Der Fachbereich Saiteninstrumente ist der größte an der Gelsenkirchener Musikschule, die in diesem Jahr 40 Jahre alt wird.

Sie streichen und zupfen und bringen ganz unterschiedliche Saiten zum Klingen. Sie sind im wahrsten Sinne des Wortes vielsaitig. Und manchmal schließen sie sogar die Geige an die Steckdose an: Mit 14 Musikpädagogen und über 200 Schülern ist der Fachbereich Saiteninstrumente der größte der Gelsenkirchener Musikschule. Hier stoßen die beiden bekanntesten Saiteninstrumente auch auf den größten Zuspruch: Die meisten Schüler lernen Gitarre, gefolgt von der Geige.

„Dabei zeichnet sich gerade dieser Fachbereich durch eine große Offenheit für Innovatives und Ungewöhnliches aus“, lobt Musikschuldirektor Alfred Schulze-Aulenkamp das Team. Die Lehrer achteten auch auf neue Musik und Instrumente, die gerade angesagt seien. „Die Unterscheidung zwischen E- und U-Musik ist typisch deutsch, wir brechen diese Grenze auf.“

Hier wird Pop-Musik auch auf der Geige gespielt

So bietet das Institut seit 2014 das Spiel auf der Baglama, ein anatolisches Zupfinstrument, als Hauptfachunterricht an. Und erst seit kurzem lehrt Margareta Nowak, die eigentlich klassische Geige und Bratsche unterrichtet, auch das Spiel auf der E-Geige: „Dabei wird die Geige eigentlich nur elektronisch verstärkt.“ Das, was die Lehrerin dann aber an die Steckdose anschließt, sieht schon sehr außergewöhnlich und futuristisch aus. Der Vorteil dieser Geige: „Damit können wir ein ganz anderes Repertoire spielen.“ Pop-Musik vor allem.

Fachbereichsleiterin Milena Schmiz arbeitet seit Ende 2010 an der Gelsenkirchener Musikschule, unterrichtet Geige und Bratsche und freut sich über den großen Zuspruch für ihr Fach. In diesen Tagen bereitet sie gleich mehrere Konzertprojekte vor. Ganz besonders liegt ihr das „Wandelkonzert der Saiteninstrumente“ am Herzen, das am Sonntag, 30. September, um 15 Uhr im Schloss Horst erklingt.

Lernanfänger brauchen etwas Geduld

Zu den Saiteninstrumenten, die Kinder, aber auch Erwachsene in der Musikschule erlernen können, zählen neben Geige, Gitarre und Baglama die Bratsche, das Cello und der Kontrabass. Ist denn ein Streichinstrument nicht besonders schwer zu erlernen? Expertin Schmiz zuckt mit den Schultern: „Nein, eigentlich nicht.“ Wobei: „Einen korrekten einzelnen Ton zu erzeugen ist auf dem Klavier sicherlich leichter. Und am Anfang muss man beim Geigespiel auch mehr Geduld haben.“ 96 Schüler erlernen derzeit die Gitarre, 80 die Geige, 20 das Cello, 5 die Baglama, 3 die Bratsche, und nur einer erwärmt sich für den Kontrabass.

Der Fachbereich ist auch mobil unterwegs an acht Grundschulen. Im Rahmen des Projektes Gemo (Gelsenkirchener Modell), das das tänzerische und sängerische Angebot von „Jekits“ ergänzt, werden 61 Schüler an Streich- und Zupfinstrumente herangeführt. Direkt vor Ort geht auch Gitarrenlehrer Dirk Spickermann seit anderthalb Jahren: „Einmal in der Woche bin im Manus in Buer.“ Das Kinder- und Jugendhaus der Manuel-Neuer-Stiftung stellt Räume und Instrumente für den Unterricht zur Verfügung: „Eine tolle Sache, die gut angenommen wird.“

Breiten- und Spitzenförderung unter einem Dach

Fachbereitsleiterin Schmiz betont, dass man gleichermaßen Breiten- und Spitzenförderung betreibe: „Einige unserer Schüler haben beim Wettbewerb ,Jugend musiziert’ gewonnen, einige studieren inzwischen auch Musik.“

Vielsaitig ist auch das Ensemblespiel. Da gibt es die „Streichhölzer“, ein Anfängerensemble, drei Gitarrenensemble oder die interkulturellen „DialoGE“.

>>Info: In diesem Jahr feiert die Musikschule Gelsenkirchen ihren 40. Geburtstag. Aus diesem Grund stellt sich der Fachbereich am Sonntag, 30. September, ab 15 Uhr im Schloss Horst, Turfstraße 21, mit dem „Wandelkonzert der Saiteninstrumente“ vor.


Es gibt Kurzkonzerte unterschiedlicher Ensembles. Lehrer laden ein zum Instrumentenschnuppern, außerdem gibt es musikalische Schloss-Führungen.

Der Eintritt ist frei. Schon am Sonntag, 16. September, erklingt um 11 Uhr das Dozentenkonzert im Schloss Horst. Auch hier ist der Eintritt frei. Infos über alle Angebote der Musikschule gibt es unter 0209 169 6174.

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