Traditionsimbiss

Seit 40 Jahren im „Friedrich“

Seit vierzig Jahren steht Anne Friedrich in ihrer Imbissbude, der auch eine kleine Gaststätte angegliedert ist, und bedient die Kundschaft. Selbst am Donnerstag, dem 01.08.2013, ihrem 70. Geburtstag, lässt sie es sich nicht nehmen hinter der Theke zu arbeiten.

Seit vierzig Jahren steht Anne Friedrich in ihrer Imbissbude, der auch eine kleine Gaststätte angegliedert ist, und bedient die Kundschaft. Selbst am Donnerstag, dem 01.08.2013, ihrem 70. Geburtstag, lässt sie es sich nicht nehmen hinter der Theke zu arbeiten.

Foto: WAZ

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Gelsenkirchen.Gestern wurde Anne Friedrich 70 und kam trotzdem vormittags in ihren Imbiss, um die Kunden zu bedienen. Seit über 40 Jahren führt sie zusammen mit ihrem Mann Lothar (72) den Imbiss und die Kneipe „Zum Friedrich“ an der Schalker Straße 145.

„Ich stehe nicht gerne im Mittelpunkt“, lächelt sie, räumt aber ein, dass sie „stolz ist“, mit einem Imbiss schon so lange an einem Standort zu sein. Die 70-Jährige ist überrascht, als Stammgäste und Mitarbeiter gratulieren. „Schuld daran“ ist Volker vom Schalke-Fanclub „Rheinland“. „Wir sind meistens vor und nach dem Spiel hier.“

Lebensader Schalker Straße

Natürlich ist die Gelsenkirchenerin eine S 04-Anhängerin. Das wird spätestens deutlich, als sich der von der Brauerei beauftragte Glückwunsch-Überbringer mit seinem Bildschirmschoner auf dem Mobiltelefon als BVB-Fan entlarvt. Anne Friedrich wirft einen strengen Blick auf den jungen Mann.

Das Revier der 70-Jährigen ist die Küche hinter dem Imbiss. Dort, wo Reibekuchen und Currywurst-Soße entstehen, fühlt sie sich im Element. Das Rezept für die Currywurstsoße stammt noch von der Schwiegermutter. Auch der Reibekuchen-Teig bleibt ein Geheimnis.

Die "guten alten Zeiten" sind vorbei

„Um 1968, 69“ machte sich das Ehepaar mit einem Imbiss selbstständig. Zunächst an der Hauptstraße, später an der Hansemannstraße. Schließlich zog man zur Schalker Straße, in die Räumlichkeiten eines ehemaligen Milchgeschäftes. Zwei Jahre später erwarben sie die Konzession für den Ausschank. Doch die Gastwirtschaft war nie das Metier der 70-Jährigen. „Das habe ich meinem Mann überlassen.“ Sie stand tagsüber im Imbiss, er abends in der Kneipe. Das bedeutete wenig Familienleben, war aber eine gute Arbeitsteilung, um die beiden Töchter aufzuziehen. Beide – die eine heute Ärztin, die andere stellvertretende Leiterin einer Betreuungseinrichtung – wuchsen mit und im Imbiss auf.

Die Geschichte über den Imbiss wäre nicht ohne die Schalker Straße zu schreiben. In der Eckkneipe kommt Wehmut auf, wenn man sich an die „guten alten Zeiten“ der „Schalker Meile“ erinnert. Damals kamen die Zuschauer von überall her auf dem Weg zum und vom Stadion am „Friedrich“ vorbei. Doch die Jahre sind schwieriger geworden. „Die Schalker Straße ist heute nicht mehr das, was sie mal war“, sagt Anne Friedrich. Der Imbiss lebt heute von den Stammgästen.

Zu ihren Gästen gehörte früher Mannschaftsbetreuer und Gastronom Charly Neumann. „Er kam, um für seine eigene Bratwurst zu werben“, erinnert sich die 70-Jährige. Gelegentlich isst der Sohn von Schalke-Legende Stan Libuda im „Friedrich“. Richtig freut sie sich, wenn die Kinder von damals mit ihren eigenen Kindern Pommes Frites holen und sich wundern: „Wie, Sie sind immer noch hier?“

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