Tag der Kinderhospiz

Schüler sprechen mit Kinderhospiz Arche Noah über den Tod

Mit grünen Bändern machten die Schüler auf den Tag der Kinderhospizarbeit aufmerksam. Später verteilten sie die an ihre Mitschüler.

Mit grünen Bändern machten die Schüler auf den Tag der Kinderhospizarbeit aufmerksam. Später verteilten sie die an ihre Mitschüler.

Foto: Joachim Kleine-Büning

Gelsenkirchen-Erle.   In der Gerhart-Hauptmann-Realschule informiert das Kinderhospiz Arche Noah über seine Arbeit. Am Sonntag gibt es einen Aktionstag.

Wie sollen Kinder und Jugendliche reagieren, wenn sie erfahren, dass Freund oder Freundin, Bruder oder Schwester schwer erkrankt sind? Mit diesem komplizierten Thema haben sich Schüler der zehnten Jahrgangsstufe der Gerhart-Hauptmann-Realschule gemeinsam mit der Kinderhospiz-Einrichtung Arche Noah befasst.

Mit der Aktion soll auf den bundesweiten Tag der Kinderhospizarbeit am Sonntag (10.) aufmerksam gemacht werden. „Das Thema wird noch immer von einem schwarzen Mantel umrissen“, sagt Uwe Becker von St. Augustinus, die dem Kinderhospiz vorsteht.

Stunde hat den Schülern Hoffnung gemacht

Anja Dörner und Susanne Baum von der Arche Noah haben deshalb mit 20 freiwillig teilnehmenden Zehntklässlern eine Doppelstunde verbracht. „Wir wollen ihnen die Ängste nehmen“, erklärte Baum, die bei der Arche für die Trauerbegleitung zuständig ist. Ruhig und interessiert verfolgten die Jugendlichen die etwas andere Schulstunde – und verloren schnell ihre Zurückhaltung. Mehrere Schüler berichteten über Erfahrungen in ihrem Umfeld mit dem Tod. „Das war richtig schön“, sagte die 16-jährige Nihal im Anschluss. Eine weitere Schülerin ergänzte: „Ich habe mir die Stunde viel trauriger vorgestellt. Aber sie hat sogar Hoffnung gemacht.“

Dörner und Baum machten den Schülern deutlich, was für Betroffene in solch einer schweren Zeit wirklich wichtig ist: Die Nähe des gewohnten Umfeldes. „Stand by me“, also „Bleib bei mir“, lautete das Motto, welches den Schülern vermittelt wurde. Schulleiterin Bettina Schilde zeigte sich zufrieden: „Schule muss ermutigen, gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen. Schwerstkranke Kinder und auch ihre Geschwister müssen Mitschüler und Lehrer als verlässliche Begleiter an ihrer Seite haben.“

Kurzzeitpflege entlastet die Familie

Dabei besteht zwischen Kinder- und Erwachsenenhospiz ein großer Unterschied. Während bei Erwachsenen das Ende absehbar ist, wird bei Kindern von „lebenslimitierenden Erkrankungen“ gesprochen. In Deutschland leben circa 22.000 mit solch einer Erkrankung, im Ruhrgebiet sind es etwa 1500. Etwa zehn Prozent der Kinder sterben jährlich an ihrer Erkrankung – mehr als die Hälfte davon an einer anderen Krankheit als Krebs. Die Arche Noah besitzt selbst auch eine Kurzzeitpflege – um Eltern und Geschwister zu entlasten.

Schüler wollen vorbeikommen

Nach der Stunde erhielt jeder Schüler grüne Bändchen, die auf die Arbeit des Kinderhospizes aufmerksam machen, und die die Zehntklässler in der anschließenden Pause fleißig an ihre Mitschüler verteilten. In der nächsten Zeit wollen die Schüler der Arche Noah selbst einen Besuch abstatten.

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