Tanzprojekt im MiR

Schüler entern bei Move! die große Bühne im Musiktheater

Schüler Gelsenkirchener Schulen führen im Musiktheater im Revier das Tanzstück "Schwesterherz" auf. Mehrere Monate haben die Mitwirkenden im Rahmen des Tanzprojektes Move! dafür geprobt.

Schüler Gelsenkirchener Schulen führen im Musiktheater im Revier das Tanzstück "Schwesterherz" auf. Mehrere Monate haben die Mitwirkenden im Rahmen des Tanzprojektes Move! dafür geprobt.

Foto: Martin Möller

Gelsenkirchen.   Mehrere Monate probten die Jugendlichen während des Projekts „Move!“. Die Inszenierung „Schwesterherz“ präsentierten sie jetzt im Musiktheater.

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Junge Männer, die sich mit Hand-shakes begrüßen oder ihre Kräfte bei kleinen Wettkämpfen messen. Frauen im gleichen Alter drehen zeitgleich in kleinen Grüppchen ihre Runden auf dem Gelände. Eigentlich eine ganz typische Schulhof-Situation – allerdings nicht ganz. Denn: Schüler aus fünf weiterführenden Schulen in Gelsenkirchen, die Tanz-AG des Musiktheaters und Ballett-Profis des Theaters präsentierten diese und weitere Szenen jetzt tänzerisch auf der großen Bühne des Musiktheaters im Revier. Über 100 Jugendliche hatten sich für die Modern-Dance-Präsention von „Schwesternherz“ an zwei Terminen ordentlich ins Zeug gelegt.

Außerschulische Proben

Bei dem Tanzprojekt „Move!“ zeigten die junge Frauen und Männer im Alter von 13 bis 18 Jahren, was sie in den letzten Monaten außerschulisch gelernt hatten. Seit Oktober 2016 wurde unter der Leitung von MiR-Ballettmeisterin Marika Carena für die Aufführung regelmäßig geprobt. Das passierte zunächst in den Schulen und getrennt voneinander, dann gemeinsam auf der Bühne des Theaters. Unterstützung erhielten die jungen Talente dabei auch von Choreograph Paolo Santos und dem Regisseur Sebastian Schwab. Musikalisch getragen wurde die Geschichte von Antonio Vivaldis Musik „Vier Jahreszeiten“, die die drei Hauptcharaktere der Erzählung durch Sturmtiefs, Eiszeiten und Sommerhochs des Lebens führt.

„In den ersten zwei Monaten haben wir bei dem Training besonders auf die Körperspannung und Körpersprache geachtet. Im weiteren Verlauf wurden verschiedene Bewegungsabläufe und Choreographien erarbeitet“, verrät Marika Carena. Hierbei durften die Schüler – teils mit, teils ohne Erfahrung – ihrer Kreativität freien Lauf lassen und sich selbst einbringen. „Am Ende wurde nur noch geprobt, geprobt, geprobt,“ fasst die 37-jährige Choreographin die mühselige, erfahrungsreiche Zeit vor der Aufführung zusammen.

Eigene Kreativität erleben

Entstanden ist eine tänzerische Darbietung aus drei Kapiteln. Szenen in einer Shopping-Mall oder einer Business-Welt wurden dabei durch Bewegungsabläufe mit wenig gegenständlichen Hilfsmitteln präsentiert. Auch Emotionen wie Trauer oder Trennung, Verlust und Versöhnung wurden tänzerisch übermittelt. In Bewegung zu kommen, die eingefahrenen, gewohnt alltäglichen Formen zu verlassen und mit dem eigenen Körper andere Erfahrungen zu machen seien Ziele des Projekts, für das sich alle Gelsenkirchener Schulen seit einigen Jahren bewerben können.

„Die Schüler erleben mit der eigenen Kreativität, Disziplin und Ausdauer was es heißt, etwas Großes zu schaffen. Am Ende entsteht ein aus kleinen zerstückelten Grüppchen ein Team, dass sich gegenseitig unterstützt und wächst“, weiß Katja Fischer, Theaterpädagogin, die für die organisatorischen Abläufe von Move! verantwortlich ist.

Die Geschichte von „Schwesterherz“

Vier sehr unterschiedliche Mädchen wachsen gemeinsam bei ihrem Vater auf. Trotzdem sich die Schwestern sehr mögen, entwickeln sie sich doch auseinander – bis ein tragisches Ereignis den tatsächlichen Bruch der Beziehungen herbeiführt. Und obwohl jede der Schwestern unter dem Verlust leidet, bleibt es völlig offen, ob sie als Familie je wieder zusammenfinden werden. Ein schmerzhafter Prozess des Erwachsenwerdens beginnt, in dem jede der Schwestern versucht, auf ihre Weise ihr Leben zu leben …

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