Am Ende der Woche

Schock nach Rudi Assauers Tod sitzt in Gelsenkirchen tief

Steffen Gaux, Leiter der WAZ-Redaktion Gelsenkirchen  

Steffen Gaux, Leiter der WAZ-Redaktion Gelsenkirchen  

Foto: Kai Kitschenberg

Rudi Assauer ist tot. Familie, Freunde, Fans, ja eine ganze Stadt traf diese Nachricht wie ein Schlag. Ein Kommentar am Ende der Woche.

Es war die Meldung dieser Woche: Rudi Assauer ist tot. Der frühere Manager des FC Schalke 04 starb am Mittwoch im Alter von 74 Jahren nach langer Krankheit. Familie, Freunde, Fans, ja eine ganze Stadt traf diese Nachricht wie ein Schlag. Seine immer weiter fortschreitende Alzheimer-Erkrankung war allen bewusst – und damit auch die Tatsache, dass dieser Tag in nicht mehr allzu weiter Ferne liegen wird. Wenn er dann aber gekommen ist, nützt einem dieses Wissen nichts. Der Schock sitzt einfach nur tief.

Dabei hat sich „Rudi“, Schalker durch und durch, ausgerechnet diesen Tag ausgesucht für seinen letzten Gang: einen Tag, an dem abends die ganze Schalker Familie unter dem Dach „seiner“ Arena zusammengekommen ist: über 50.000 Fans beim DFB-Pokal-Spiel gegen Düsseldorf. Etwa zwei Stunden vor dem Anpfiff verbreitet sich die Neuigkeit hier wie ein Lauffeuer.

Ganz Gelsenkirchen ist vom Tod Assauers bewegt

Dass Schalke dieses Spiel gewinnt und ins Viertelfinale einzieht, gerät an diesem Tag fast zur Nebensache. Jedes der vier Tore ist eines für den Manager. Ein Abend voller Emotionalität!

Und das nicht nur für den Verein und seine Anhänger. Ganz Gelsenkirchen ist bewegt vom Tode Assauers. Er war eben nicht nur einfach ein Fußball-Funktionär. Er war ein Macher, für viele ein Vorbild, ein Gesicht dieser Stadt. Von seinem Einsatz für Schalke profitierte auch Gelsenkirchen – und profitiert noch immer: Die Arena, die es ohne ihn wahrscheinlich nie gegeben hätte, wird die fußballverrückten Menschen dieser Stadt und dieser Region auch noch in den nächsten Jahrzehnten begeistern. Die sportlichen Erfolge wirken bis heute nach. Stichwort: „Eurofighter“!

Der mutigste Schritt seines Leben war wohl der, den er Anfang 2012 gegangen ist: Damals macht er seine Alzheimer-Erkrankung öffentlich. Sein Beitrag zur Enttabuisierung dieser schrecklichen Krankheit ist damit nicht hoch genug zu bewerten. Die nach ihm benannte Rudi-Assauer-Initiative wird sein Ansinnen damit weiter tragen. Auch das ist sein Verdienst!

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