Kondolenzbuch

Schalker, Bayern und Borussen trauern um Rudi Assauer

Stephanie Körner und ihre Lebensgefährte Stefan Roters aus Coesfeld zählten zu den ersten, die sich am Samstag in das Kondolenzbuch für den verstorbenen Rudi Assauer in der Veltins-Arena eintrugen.

Stephanie Körner und ihre Lebensgefährte Stefan Roters aus Coesfeld zählten zu den ersten, die sich am Samstag in das Kondolenzbuch für den verstorbenen Rudi Assauer in der Veltins-Arena eintrugen.

Foto: Joachim Kleine-Büning

Gelsenkirchen.   Im Kondolenzbuch in der Arena in Gelsenkirchen bezeugen nicht nur Schalke-Fans Rudi Assauer ihren Respekt. Hochachtung kommt selbst von Bayern.

Den Weg zum Kondolenzbuch am Haupteingang der Veltins-Arena weisen königsblaue Absperrbänder, die im Halbkreis zu dem mit vier weißen Kerzen und Rosen geschmückten Rudi-Assauer-Gedenktisch geleiten. Lange Warteschlangen gibt es nicht an diesem verregneten Sonntag, reges Interesse schon. 200 Menschen steuerten allein am Samstag die Arena an, um ihre Trauer um Rudi Aussauer im Kondolenzbuch zu verewigen.

Ein Dankeschön für „Wahnsinnsmomente“

Dank für die Arena, für „Wahnsinnsmomente“, für alles, was er für den Verein getan hat, füllt bereits am Sonntag Hunderte Seiten des großformatigen Abschiedsbuches. Alles Gute für die letzte Seilfahrt, blauweiße Träume in Ewigkeit und Grüße an Charly (Neumann) wünschen Schalker und BVB-Fans. „Rudi, du alter Raucher! Viel Glück oben im Himmel und quarz den Fußballgott mal so richtig zu“, gibt ein Fan aus Heidelberg dem Verstorbenen mit auf den Weg.

Peter Dörfer ist aus Mülheim angereist für sein Gedenken an die Schalker Ikone. Dörfer ist eigentlich Duisburg-Fan, schon immer. „Den Verein kann man ja nicht einfach wechseln, aber seit 1997 hab’ ich auch Sympathien für Schalke. Und der Rudi, der war was Besonderes, ein echter Ruhrgebietstyp, das Gegenbeispiel zu Hoeneß.“

Halber Tag Urlaub für die Trauerfeier

Kornelia Wrase steht eine ganze Weile still vor dem Gedenkaltar, bevor sie ihre Abschiedsworte formuliert. Sie trägt schwarz von Kopf bis Fuß – abgesehen vom Schalke-Schal und den königsblauen Fingernägeln. „Ich weiß noch, wie er 1997 da stand auf der Kurt-Schumacher-Straße, mit dem kaputten Pokal, den er uns anfassen ließ. Ich war auch in dem Film. Er war einfach ein toller Mensch, immer menschlich. . .“ An der Stelle gewinnen bei ihr die Tränen. Die Velberterin verabschiedet sich an diesem Sonntag von Assauer, weil sie Freitag zur Trauerfeier nicht kommen kann, sie hat Schicht.

Coco ist mir ihrem Sohn Patrick zur Arena gekommen, um sich ins Trauerbuch einzutragen. Die beiden sind mit „ihrem“ Rudi 1997 von der Schalker Meile ins Parkstadion gelaufen. Sie hat sich für Freitag einen halben Tag Urlaub genommen. „Das ist ja Fritz-Walter-Wetter“, schüttelt sich ein weiterer Schalke-Fan beim Eintreten, bevor er dem großen Rudi-Porträt versonnen ins Auge blickt. „Ein Wetter zum Kämpfen“, ergänzt der Sicherheitsmitarbeiter, der den ganzen Tag hier Wache hält.

Klaus Peis outet sich gleich: „Ich bin Bayern-Fan. Das ist so. Aber der Rudi war schon als Fußballer gut. Bei ihm hat der Handschlag noch gezählt, da musste man sich nicht nach allen Seiten absichern wie heute.“ – „Ich mochte ihn – auch weil er ein Macho war, ohne dabei unangenehm zu wirken“, pflichtet seine „fußballerisch neutrale“ Frau ihm augenzwinkernd bei.

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