Bundesliga-Start

Saisonstart ohne Zuschauer? Das sagen Fans in Gelsenkirchen

Einsamer Alexander Nübel: Der Torwart, seit dieser Saison beim FC Bayern München, steht vor der leeren Gegengerade in der Gelsenkirchener Veltins-Arena. Auch in dieser Saison wird es vorerst keine vollen Stadien geben.

Einsamer Alexander Nübel: Der Torwart, seit dieser Saison beim FC Bayern München, steht vor der leeren Gegengerade in der Gelsenkirchener Veltins-Arena. Auch in dieser Saison wird es vorerst keine vollen Stadien geben.

Foto: Bernd Thissen / dpa

Gelsenkirchen.  Mit dem Spiel der Schalker in München beginnt die neue Bundesligasaison. So gehen die Fans in Gelsenkirchen mit der Corona-Situation um.

Schalke bei den Bayern: Normalerweise ist das einer der Spieltage, die bei eingefleischten Fans im Kalender rot angestrichen sind, für die man sich schon viele Wochen im Voraus um Urlaub, Bahntickets und Hotelübernachtungen bemüht. Aber bekanntlich ist in diesem Jahr nichts normal.

Denn das Spiel am Freitagabend zum Auftakt der 58. Fußball-Bundesligasaison wird ohne Zuschauer stattfinden. Das entschied die Stadt München am Donnerstag mit Blick auf die steigenden Corona-Zahlen in der bayerischen Hauptstadt, zuvor hatte der FC Bayern noch mit 7500 Zuschauern geplant. Für Schalke-Fans heißt das: Keine Auswärtsreise, kein Live-Fußball im Stadion. Und jetzt? Wie blicken die Anhänger auf die neue Spielzeit – und wo schauen sie die Spiele? Wir haben uns in der Stadt umgehört.

Ex-Kämmerer von Gelsenkirchen sorgt sich um Schalkes Finanzen

Andreas Krause kommt gerade aus dem Fanshop in der Gelsenkirchener Innenstadt, er hat sich rechtzeitig zum Saisonstart noch mit Fanartikeln eingedeckt. Der Essener hat schon seit vielen Jahren eine Dauerkarte („ich habe zwei Ab- und Aufstiege miterlebt“), hat aber aktuell keine Ahnung, wann er wieder ein Livespiel in der Veltins-Arena sehen wird. Bleibt also nur das Mitfiebern vorm Fernseher – doch das ist ja auch in den letzten Jahren schwieriger geworden. „Bei den vielen Anbietern wie Sky, Amazon oder DAZN verliert man komplett den Überblick“, beklagt er. Außerdem werde es schnell sehr teuer, wenn man für jeden Anbieter ein Abo abschließen müsse. Seine Lösung: „Ich werde mir viele Spiele in der Kneipe anschauen.“

Ein wenig optimistischer ist Ingo Westen – zumindest wenn es um die Frage der Zuschauer im Stadion geht. Das Mitglied des Schalker Ehrenrates sitzt an diesem Donnerstag mit einigen Freunden im Biergarten von „Charly’s Schalker“ auf dem Vereinsgelände. „Ich gehe davon aus, dass bald zumindest wieder einige Fans ins Stadion dürfen“, sagt er. Sorge bereitet ihm eher die sportliche Situation bei den Königsblauen. Sein Freund Peter Langner pflichtet ihm bei. Dem ehemaligen Kämmerer von Gelsenkirchen macht auch die finanzielle Lage des Vereins zu schaffen: „Wir scheinen der einzige Bundesligaverein zu sein, der pleite ist.“

Schalke-Fan Holger Kemper ist vom Verein enttäuscht

Ziemlich desillusioniert gibt sich dagegen Holger Kemper, der ebenfalls auf der Bahnhofstraße unterwegs ist. Auch er hat seit vielen Jahren eine Dauerkarte für die Arena – hat aber in diesem Sommer mit sich gerungen, ob er sie behalten soll. „Schalke hat mich im letzten Jahr schwer enttäuscht“, sagt er, „sowohl sportlich als auch in der Außendarstellung.“ Zurzeit sei das Interesse am Verein daher überschaubar. Kemper will aber nicht ausschließen, dass ihn das Fieber wieder packt, wenn die Saison erst einmal gestartet ist. „Und wer weiß: Vielleicht überraschen sie uns ja auch.“

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben