Lyrik

Sängerin am Gelsenkirchener Musiktheater schreibt Gedichte

Am 21. Oktober liest Wiltrud-Maria Gödde, die auch am Gelsenkirchener Musiktheater singt, ihr neues Buch vor. Frau Gödde schreibt nebenbei Gedichte. Foto: Matthias Graben / FUNKE Foto Services

Am 21. Oktober liest Wiltrud-Maria Gödde, die auch am Gelsenkirchener Musiktheater singt, ihr neues Buch vor. Frau Gödde schreibt nebenbei Gedichte. Foto: Matthias Graben / FUNKE Foto Services

Foto: MATTHIAS GRABEN / FUNKE Foto Services

Gelsenkirchen.  Wiltrud Maria Gödde ist Sängerin im MiR-Opernchor in Gelsenkirchen. Demnächst erscheint ihr zweiter Band mit „fantastischen Liebesgedichten“.

Liebeskummer war es, natürlich Liebeskummer. 2004 widerfuhr Wiltrud Maria Gödde aus Gelsenkirchen das, was wohl jeder schon einmal erlebt hat. „Das war ein einschneidendes Erlebnis“, erinnert sie sich heute. Für sie war es damals der Anlass, zu Stift und Papier zu greifen: Sie schrieb ihr erstes Gedicht. Der Liebeskummer verging, doch Gedichte schreibt Gödde heute noch. Demnächst erscheint ihr zweiter Band, „Felsenwege“ wird er heißen.

Unter dem Namen Wiltrud Maria Gödde wird man ihr erstes, 2006 erschienenes Buch „Hüter der Kostbarkeiten“ nicht finden, ihre Lyrik veröffentlicht sie unter ihrem Künstlernamen Maria Wigo – „das ist einfach mein zweiter Name und die Kombination aus Ruf- und Nachnamen“, erklärt sie. Gedichte schreiben ist nicht ihr Hauptberuf. Der hat allerdings auch mit Kunst zu tun: Die ausgebildete Sängerin ist Mitglied des Opernchores am Musiktheater im Revier.

1994 kam die gebürtige Duisburgerin nach Gelsenkirchen

Die gebürtige Duisburgerin hatte zunächst an der Folkwang-Hochschule Klavierpädagogik studiert und als Klavierlehrerin gearbeitet. Schnell erkannte sie aber, dass sie das allein nicht ausfüllt, also studierte sie auch noch Gesang. 1994 kam die heute 56-Jährige ans Gelsenkirchener Musiktheater, seitdem hat sie an zahllosen Aufführungen mitgewirkt.

Als sie dann aber 2004 der Liebeskummer überfiel und sie den Drang verspürte, das Erlebte künstlerisch zu verarbeiten, wurde ihr klar, dass die Musik nicht ihre Sprache war. „Ich war immer gewöhnt, die Melodien von anderen zu singen, ich selbst fand keine eigene Melodie.“ Also griff sie zur Feder – und aus der flossen die Gedichte. „Fantastische Liebesgedichte“ nennt Maria Wigo ihre Werke, literaturwissenschaftlich betrachtet handelt es sich um klassische Balladen.

Ein Drache spielt in ihrem Buch eine zentrale Rolle

Dabei handelt es sich bekanntlich um mehrstrophige, erzählende Gedichte – eine ganz gute Definition für das, was sich in ihrem ersten Buch wiederfindet. Die Verse reimen sich – „ich fand Reime immer schön“, sagt sie, und kann sich noch gut daran erinnern, dass sie in der Schule einmal Schillers „Bürgschaft“ auswendig lernen musste und davon fasziniert war.

„Fantastische Liebesgedichte“ beschreibt aber auch das Genre, und das ist mit „Fantasy“ ganz gut überschrieben. Märchenhaft sind ihre Balladen: Es geht um Liebe und Schmerz, um Verlust und Trauer, aber es spielen auch fantastische Elemente mit hinein. Ein Drache spielt eine zentrale Rolle in ihrem ersten Buch, Gold und Schätze kommen vor. „Fantasy hat mich schon immer fasziniert“, sagt die Autorin.

Voraussichtlich wird es auch ein drittes Buch geben

Natürlich sei das Buch sehr persönlich – zunächst habe es sie ein wenig Überwindung gekostet, ihre Gedichte öffentlich zu machen. „Wenn man schreibt, schaut man dem Schmerz über die Schulter, wenn man dagegen veröffentlicht, schaut man sich selbst über die Schulter“, sagt sie. Der Leser darf aber hoffen, dass am Ende doch alles gut ausgeht. „Ich bin eine große Verfechterin eines Happy-End“, sagt sie.

Die Gedichte in ihrem ersten Buch seien in sich zwar abgeschlossen, bildeten aber einen lose zusammenhängenden Zyklus – der im zweiten Buch fortgesetzt wird. Und auch das neue Werk verlange nach einer Fortsetzung, sagt Maria Wigo: „Damit habe ich aber noch nicht angefangen.“ Dafür sei das neue Buch soweit, dass es voraussichtlich Ende des Jahres erscheinen werde.

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