Bildung

Resolution soll Sozialdienst Schule in Gelsenkirchen sichern

Der Musikpädagoge Ömer Bektas (re.). war 1913 einer der ersten – hier an der Gesamtschule Horst – die für den Schulsozialdienst arbeitete. Die Art der Arbeit ist sehr unterschiedlich.

Foto: Martin Möller

Der Musikpädagoge Ömer Bektas (re.). war 1913 einer der ersten – hier an der Gesamtschule Horst – die für den Schulsozialdienst arbeitete. Die Art der Arbeit ist sehr unterschiedlich. Foto: Martin Möller

gelsenkirchen.   Nur Lob gab es im Bildungsausschuss in Gelsenkirchen für den Sozialdienst Schule. Eine Resolution ans Land soll diese Stellen entfristen helfen.

Am Ende wurde sie einstimmig gefasst, getragen von allen Fraktionen, die von der CDU-Fraktion im Bildungsausschuss angeregte Resolution zur unbefristeten Sicherung der Stellen für den Sozialdienst Schule. Diese sollen nämlich bereits zum Jahresende auslaufen. In der Resolution, die Bildungsdezernentin Annette Berg nun auch dem Städtetag als Signal ans Herz legen will, wird die Landesregierung aufgefordert, die Mittel zur Verfügung zu stellen, damit alle befristeten Stellen für das Programm „Soziale Arbeit an Schulen“ kurzfristig in unbefristete Stellen umgewandelt werden können. Auf Wunsch der SPD kam noch die Aufforderung an die Bundesregierung hinzu, die versprochene 100- prozentige Refinanzierung für die Umsetzung des Teilhabepaketes auch zu leisten.

Schon viel in Beziehungsarbeit investiert

Der Sozialdienst Schule, für dessen Arbeit es viel Lob gab im Ausschuss, umfasst elf bei der Kommune angesiedelte befristete und elf unbefristete Stellen. Sieben weitere befristete und eine unbefristete gibt es bei freien Trägern. Die angeführten Argumente für die Entfristung der Stellen: Die Mitarbeiter sind sehr nah bei den Kindern – in den Schulen und bei Hausbesuchen. Es wurde viel in Beziehungsarbeit investiert, Vertrauen aufgebaut, das neue befristete Kräfte erst wieder aufbauen müssten. Zudem sind gute Sozialarbeiter mittlerweile knapp, wäre unklar, ob alle Stellen besetzt werden könnten.

Individuelle Hilfen, Gespräche, Beratung, Hausbesuche

Der Sozialdienst Schule (SDS) betreut im Grundschulbereich bereits seit 2011 Kinder und deren Familien. Statt an Symptomen herumzudoktern, gehe man die Ursache an, mit guten Erfolgen. Man suche individuelle Hilfsangebote, nutze bestehende Netzwerke und Angebote und entwickele bei Bedarf neue Programme, erklärte Eva Kleine vom SDS den Ausschussmitgliedern beim Vorstellen des Jahresberichts 2015/16.

Dabei setzten die Mitarbeiter an verschiedensten Punkten an, sind die zu lösenden Probleme sehr vielfältig. Es geht um Konzentrationsstörungen ebenso wie um Lernverhalten, Unpünktlichkeit, Sozialkompetenz, Vernachlässigung von Kindern und natürlich immer um das Kindeswohl.

Neuausschreibung ab sofort möglich – befristet

280 Jugendliche und deren Familien wurden betreut, 877 Beratungsgespräche geführt. 242 Kleingruppenprojekte organisierte das Team für 828 Grundschüler, 300 allgemeine Beratungen und im Schnitt 260 Hausbesuche im Monat – abgesehen von weiteren Projekten, und Einzelfallhilfen. Die Teams für Primar- und Sekundarstufe I arbeiten Hand in Hand, im Team sind Familientherapeuten und Berater ebenso wie Anti-Gewalt-Experten und Kindschutzfachkräfte. Just am Donnerstag hat das Land übrigens grünes Licht für die Neuausschreibungen der Stellen gegeben – befristet.

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