Consol Theater

Rentner von der Wursttheke packen auf der Volxbühne aus

Und immer schön fit bleiben, auch wenn das Motto eher „Bauch, Brille, Glatze“ statt „Bauch, Beine, Po“ lautet. Gekonnt witzig präsentierten die Synovia-Mimen die Tücken des „Ruhe-Ständchens“.

Foto: Dominik Sutor

Und immer schön fit bleiben, auch wenn das Motto eher „Bauch, Brille, Glatze“ statt „Bauch, Beine, Po“ lautet. Gekonnt witzig präsentierten die Synovia-Mimen die Tücken des „Ruhe-Ständchens“.

Gelsenkirchen-Bismarck.   Umjubelte Synovia-Premiere im Consol Theater: Das „Ruhe-Ständchen“ zeigt die Tücken der Jahre mit viel Witz.

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Plötzlich stehen sie da, die Rentner, die sich an der Wursttheke immer vordrängeln. Und dann rappen die auch noch! Mit Käppis auf dem Kopf und hängenden Hosen – schnell merkt man: Hier geht es wirklich um die Wurst. Es sind Momente wie dieser, an denen man als Zuschauer im Consol Theater an der Bismarckstraße unweigerlich lachen muss.

Liederabend von Rentnern, die den Mund aufmachen

Die Mitglieder von Synovia, der Seniorentheatergruppe der Volxbühne auf Consol, erzählen hier zu bester Sendezeit mehr als einen Schwank aus ihrem Leben. Geschüttelt, nicht gerührt. Und dann auch noch gesungen. „Ruhe-Ständchen“ haben sie ihr neuestes Bühnenprojekt unter Leitung von Ulrike Czermak genannt, wobei von Ruhe keine Rede sein kann. Der „Liederabend von Rentnern, die den Mund aufmachen“ bietet Ständchen und Lieblingslieder, mal genau wie früher, mal mit sagenhaften neuen Texten. Da wird Queens „We will rock you“ zum Wartezimmer-Hit „Wir ham keine Schmerzen“ und frei nach den Beatles wird gefordert: „Lass es sein (das Jammern)!“ Reinhold Stania begleitet den Gesang mit unermüdlichem Gitarrenspiel.

Jetzt wird der Enkeltrick einfach umgedreht

Da macht es gar nichts aus, dass hier nicht jeder Ton der Sänger sitzt. Es geht ums Dabeisein, darum, den Mund aufzumachen, den Mut zu haben, auf der Bühne zu stehen – und um den Spaß am Theater und der Musik. Und all’ das kommt rüber.

Zwischendurch wird auch noch der „Enkeltrick“ einfach umgedreht – jetzt zocken die Senioren ihre Enkel ab! Statt neuer Hüfte wird davon der Flug in den Süden finanziert. So reiht sich hier ein flotter Spruch an den nächsten Hit, und ganz nebenbei wird gezeigt, dass man einen „Itsy Bitsy Teenie Weenie“-Bikini auch noch jenseits der 20 gut tragen kann, quittiert mit anerkennenden Pfiffen aus dem Publikum.

Am Ende gab es stehende Ovationen

Überhaupt: So mancher Zuschauer mag sich in der ein oder anderen Szene wiedergefunden haben, denn es geht nicht nur um zunehmende Zipperlein und Verluste, sondern auch darum, Profil zu zeigen in Zeiten des Online-Datings und fit zu bleiben, auch wenn aus „Bauch, Beine, Po“ im Fitnessstudio eher „Bauch, Brille und Glatze“ geworden ist.

Das Publikum nickt, es lacht, es klatscht und singt mit an diesem Abend, und am Ende der Premiere wird den Laiendarstellern, von denen viele inzwischen schon richtige Bühnenprofis sind, mit stehenden Ovationen gedankt. Zu Recht. Gerne mehr davon!

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