Rentner soll für neuen Opel zweimal zahlen

Fatale Folgen nach dem Voigt-Insolvenzantrag

AUCH DAS NOCH Alle Wagen werden ausgeliefert, hatte der vorläufige Insolvenzverwalter Dirk Andres versprochen, nachdem das Autohaus Voigt in die Krise gerutscht war. Was er nicht gesagt hat: Dass man als Kunde Pech haben kann und gegebenenfalls zweimal fürs neue Auto zahlen muss. So erging's dem Rentner Gerd Felbrich.

"Sie können weiterhin jedwede Dienstleistung im Autohaus Voigt wahrnehmen und nutzen", heißt es auch freundlich auf einem aktuellen Zusatz auf der Internetseite vom Autohaus Voigt, das wie berichtet vergangene Woche Insolvenz anmelden musste. So eilte also der 65-jährige Bueraner guter Dinge zum Autohaus um seinen neuen Opel Astra abzuholen. 16 000 Euro hatte er dafür zwei Tage vor der Insolvenz bezahlt.

Als er nun seinen Wagen abholen wollte, hieß es sorry und man verwies ihn an den vorläufigen Insolvenzverwalter, der jetzt das Sagen hat. Und der hält den Deckel auf die mögliche Insolvenzmasse. So wurde der erwartungsvolle Kunde und Neuwagenbesitzer in spe zum bedröppelten Gläubiger, der später aus der Insolvenzmasse befriedigt würde. "Das reicht wahrscheinlich nur, um den Anwalt zu bezahlen", zeigt der Bueraner Galgenhumor. Der vorläufige Insolvenzverwalter spricht von zehn ähnlich gearteten Fällen. Jeder sei anders. Entscheidend sei, ob das Eigentum schon auf den Käufer übergegangen sei. Im konkreten Fall hat offenbar aber die Bank den Daumen auf dem Fahrzeugschein.

Den doppelten Preis für das neue Auto , das kann sich der 65-Jährige nicht leisten. Für "mein letztes Auto hab ich alle Kröten zusammengekratzt", so der Rentner, der jetzt ohne Auto ist und ziemlich sauer ist, auf Voigt, auf die Banken, auf den Opelkonzern, der "besser auf seine Vertragshändler achten sollte. Gute Werbung ist das nicht".

Insolvenzgeschädigt ist er übrigens doppelt: In die Frühverrentung wurde er geschickt - weil seine Firma Insolvenz angemeldet hatte. -er

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