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Großeinsatz

Razzia in Gelsenkirchen: 17 Anzeigen, ein Lokal geschlossen

Polizisten haben in Gelsenkirchen Gaststätten, Shisha-Bars und Wettbüros durchsucht.

Gelsenkirchen.   Rund 300 Einsatzkräfte haben mehrere Gebäude in Gelsenkirchen durchsucht. Unter anderem wurden 37 Kilogramm Tabak sichergestellt.

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Ein Großaufgebot von Polizei, Zoll und Mitarbeitern der Stadt Gelsenkirchen hat am Freitagabend mindestens acht Gebäude in der Innenstadt und in anderen Stadtteilen durchsucht. Im Fokus hatten die gut 300 Einsatzkräfte Bars, Cafés, Shisha-Bars, Kulturvereine und Spielotheken. Das Auftreten junger Männer in Gruppen in und an den kontrollierten Objekten beeinträchtige laut Polizei das Sicherheitsgefühl der Bürger.

Mit dabei war Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul. Er sagte, die Razzia solle klar machen, dass die Polizei präsent sei und sich niemand sicher sein könne, der gegen das Gesetz verstoße.

Die Bilanz der Polizei: 17 Strafanzeigen, 37 Ordnungswidrigkeitenanzeigen und 95 Verwarngelder. Ein Lokal sei wegen einer fehlenden Konzession geschlossen worden. Außerdem stellten die Beamten 37 Kilogramm Tabak sicher. Bei den Verkehrskontrollen wurden 59 Parksünder und 96 Geschwindigkeitsüberschreitungen notiert. Zwei Fahrzeuge wurden sichergestellt, weil sie zulassungsrechtliche Mängel aufwiesen.

Innenminister Reul bei der Razzia in Gelsenkirchen

Eine bestimmte Ausrichtung hatte die Razzia laut Innenminister Reul nicht. Die Objekte würden zum Beispiel daraufhin untersucht, ob illegaler Handel betrieben werde, gegen das Betäubungsmittelgesetz verstoßen werde oder Steuern hinterzogen würden. „Wir setzen unsere Politik der Nadelstiche fort“, erklärte Herbert Reul. Neu sei dabei die engmaschige Vernetzung aller Beteiligten. „Die Bürger sollen wissen, dass die Polizei da ist. Wir wollen denjenigen, die in kriminelle Machenschaften verwickelt sind, signalisieren, dass es jeden treffen kann.“

Acht Mannschaftswagen vor Restaurant Moolah

Zum Beispiel fuhren die Beamten mit acht Mannschaftswagen vor dem Restaurant Moolah in der Arminstraße in Gelsenkirchen vor. Die Gäste des Restaurants guckten zunächst verwirrt, als die Ermittler begannen, das Gebäude zu durchsuchen. Dann aber schauten die Besucher weiter auf das WM-Fußballspiel, das auf einem Fernseher vor dem Restaurant gezeigt wurde.

Am späteren Abend kontrollierten die Polizisten Autofahrer an der Johannes-Rau-Allee. In das neue Stadtquartier Graf Bismarck hatte sich die Raser- und Tuning-Szene rund um die Zeche Ewald in Herten verlagert.

23 Zollfahnder mit Spürhund im Einsatz

Wie Madelaine Becker vom Hauptzollamt Dortmund erklärte, hatten die 23 Zollfahnder plus Spürhund „unversteuerte Tabakwaren, Schwarzarbeit, die Einhaltung des Mindestlohnes, Sozialbetrug und die illegale Beschäftigung von Ausländern“ im Blick. Und natürlich auch Drogen, denn sonst wäre der Helfer auf vier Pfoten nicht dabei gewesen.

Ob es einen Zusammenhang mit dem spektakulären Fund von fast drei Tonnen Tabak in der Essener Fabrik eines deutsch-arabischen Clans gibt, ist offen. Denkbar wäre es, die Clans sind bestens vernetzt im Revier und weit darüber hinaus. Gelsenkirchens Polizeipräsidentin Anne Heselhaus-Schröer sagte, dass diese Maßnahme eine von vielen sei mit der die Polizei klar macht: „Das Gewaltmonopol liegt beim Staat. Wir erkennen Parallelstrukturen und bereinigen sie.“

Bislang ist bekannt, dass es eine Festnahme wegen illegalen Aufenthalts gab.

Die Gäste im Molaah ließen sich nicht stören. 
300 Beamte waren im Einsatz, um zu kontrollieren, ob illegaler Handel betrieben wird, Steuern hinterzogen oder gegen das Betäubungsmittelgesetz verstoßen wird. 
Die Beamten umstellten das Objekt. Es war eines von mindestens acht, dass die Sicherheitskräfte durchsuchten. 
Ein Bereitschaftspolizist hatte einen Schlagstock mit Aufklebern der Antifaschistischen Aktion beklebt. 
Der NRW-Innenminister Herbert Reul, Mitte, war dabei, als Polizei und andere Ordnungsbehörden wie der Zoll eine Razzia durchführten. 
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