Rathaussturm

Rauschendes Karnevalsfest auf der Königswiese in Buer

Gut zweitausend Jecken machten im Festzelt die Nacht zum Tag, ausgelassen, heiter und stets friedlich.

Gut zweitausend Jecken machten im Festzelt die Nacht zum Tag, ausgelassen, heiter und stets friedlich.

Foto: Heinrich Jung

Gelsenkirchen-Buer.   2000 Närrinnen und Narren feiern Altweiberfastnacht im Zelt. Garden beeindrucken mit tollen Shows. Stargäste sind verblüfft vom Revier-Karneval.

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Klatschmarsch, Einmarsch. Die Gesellschaften ziehen durch das Zelt. Jeder Verein darf nur drei Vertreter schicken. Dennoch ist die Bühne bald prall gefüllt. Mit geballter närrischer Kraft eröffnen alle gemeinsam die größte Party an Weiberfastnacht im Revier. Die Prinzengarde wartet noch einmal mit ihrem ganzen Können auf und begeistert auch im Zelt die Gäste mit ihrer stimmigen Choreographie, absolut synchron getanzt und mit tollen Hebefiguren. Das Schönste: Den Tänzern sieht man die Freude an und den Stolz, ihre Stadt auf solch großer Bühne vertreten zu dürfen.

Ein fulminantes Schaulaufen

Dann geht es los, das fulminante Schaulaufen der Gelsenkirchener Vereine. Die „Funkengarde“ der „Bismarcker Funken“ zeigt ihren Showtanz. Starke Frauen sind hier als Bauarbeiter am Werke, begeistern mit einer mitreißenden, charmanten Show. Die „Große Garde“ des „KC Grün-Weiß Resse“ tanzt eine schmissige Choreographie, hauptsächlich klassisch, aber sogar mit Breakdance-Elementen angereichert. Mit einer großartigen Darbietung nimmt die „Große Garde“ der „KG Narrenzunft“ die Zuschauer mit in den Dschungel, zeigt in fantastischen Kostümen eine musikalisch wie auch tänzerisch neuartige, außergewöhnliche Show, gekrönt durch ein Schlussbild, das für jubelnden Applaus sorgt.

Ein Feuerwerk an kölschen Hits

Das „Traditionskorps“ der „KG Piccolo“ zeigt zum elfjährigen Bestehen einen Gardetanz, angefangen mit „Stippeföttche“ und klassischen Elementen. Dann entzündet sich ein Feuerwerk zu kölschen Hits, eine mitreißende Choreographie und eine echte Glanzleistung. Einen Traum in Rot und Weiß bietet die „Große Garde“ der „Erler Funken“ bei ihrem Gardetanz, der punktgenau auf dem Rhythmus getanzt ist und von seinem synchronen Bild und seinem Charme lebt.

Zwischendrin dürfen auch die rund zweitausend Jecken im Zelt tanzen und singen. Mal bietet die „Showtime Company“ dazu Gelegenheit, mal Anette Schwenzfeier und Peter Nienhaus. Sie ist die „Königin des Gelsenkirchener Mottoliedes“. So darf natürlich auch der diesjährige Sessionshit nicht fehlen. Für richtig Stimmung sorgt das Duo aber mit einem Medley von „Brings“-Hits. Einen hochemotionalen Moment erleben die Zeltgäste, als die beiden das zu Herzen gehende Stück „Stääne“ von den „Klüngelköpp“ singen. Da liegen sich die Narren im Zelt erstmals reihenweise in den Armen.

Erfahrene Bühnenprofis

Es ist fast halb zehn am Abend, als die ersten „Promis“ via Seiteneingang das Zelt betreten. Erste Stargäste sind die „Funky Marys“. Sie kommen direkt aus Köln, wo sie kurz zuvor noch auf der WDR-Bühne standen. Hier und heute betreten die fünf erfahrenen Bühnenprofis Neuland. „Ich habe keine Ahnung, was uns erwartet“, sagt Frontfrau Andrea Schönenborn. „Aber die Stimmung scheint ja sehr gut zu sein. Und wir wollen das nicht ändern.“ Gleich darauf springen die Sängerinnen auf die Bühne. Diese mit Freude und viel Energie zu füllen, das ist ihr Markenzeichen. Dazu gibt es die großen Hits der Band wie „Mädche vum Rhing“ und „D.A.N.Z.E“. Die Stimmung ist groß.

Ein letztes Mal kommen nun lokale Kräfte auf die Bühne. Die „Flying Stars“ vom „KC Astoria“ zeigen ihre Show, die Michael Jackson auferstehen lässt, seinen Hits und seinem Tanzstil huldigt und ihr Finale findet, als auf der Bühne zu „Thriller“ zahlreiche Zombies vereint sind.

Das Männerballett „Energiebündel“ beschließt den Gelsenkirchener Reigen. Wie immer sind die Männer die Superstars des Abends. Da kreischen die Damen mehr als für jeden Hollywood-Leinwand-Helden. Die charmante Show sorgt bei vielen für ekstatische Zustände. Diese Männer sind ein echtes Aushängeschild des Gelsenkirchener Karnevals.

„Alt Schuss“ heizt den Jecken ein

Zum Abschluss kommt Besuch aus Düsseldorf. Die Truppe „Alt Schuss“ heizt den Jecken ein, bietet eine Auswahl ihrer großen Hits und lässt sich ein auf die ungewohnte Kulisse. Den Titel „Die Sterne funkele“ ändert man kurzerhand ab: „mir Gelsenkirchener schunkele“. Eine nette Geste. Frontmann Rainer Lieverscheidt ist begeistert. „So ein Zelt wie hier, das gibt es in Düsseldorf nicht. Das ist schon eine große Nummer.“ Ein Ritterschlag für den Gelsenkirchener Karneval.

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