Radschnellweg RS 1

Radschnellweg im Ruhrgebiet nimmt Fahrt auf

Sebastian Artmann (rechts) von Straßen NRW ist Projektleiter für den Radweg RS1. Auch Mirko Sehnke vom ADFC Essen informierte sich bei der Vorstellung des  Abschnitts in Gelsenkirchen.

Foto: Joachim Kleine-Büning

Sebastian Artmann (rechts) von Straßen NRW ist Projektleiter für den Radweg RS1. Auch Mirko Sehnke vom ADFC Essen informierte sich bei der Vorstellung des Abschnitts in Gelsenkirchen. Foto: Joachim Kleine-Büning

Gelsenkirchen   Straßen NRW stellt den 2,8Kilometer langen Gelsenkirchener Abschnitt des Radschnellwegs Ruhr (RS1) vor. Baubeginn ist im nächsten Jahr vorgesehen

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Die Mitarbeiter von Straßen NRW erlebten Donnerstag ein seltenes Szenario. Vor dem Gebäude am Wildenbruchplatz bestimmten viele abgestellte Fahrräder das Bild. Eine Szene mit Symbolcharakter, denn freie Fahrt für Radler könnte schon bald keine Utopie mehr sein. Der Landesbetrieb Straßenbau stellte Bürgern seinen Plan für die Gelsenkirchener Strecke des RS 1, des Radschnellwegs Ruhr, vor.

Vier Meter für Radfahrer und zwei Meter für Fußgänger

2,8 der 101 Kilometer langen Strecke zwischen Duisburg und Hamm führen durch Gelsenkirchener Stadtgebiet. In Höhe der Hattinger Straße steht bereits das Brückenbauwerk als Tor zum Gelsenkirchener Trassenverlauf. Auf einer vier Meter breiten Spur können sich Radfahrer begegnen, die im Gegensatz zu einer Autobahn auf den Gegenverkehr achten müssen. Parallel zum Radweg steht Fußgängern ein zwei Meter breiter Weg als Flanier- und Wanderstrecke zur Verfügung.

Den Trend zum Fahrradfahren berücksichtigt

„NRW kann stolz auf den ersten Radschnellweg sein“, sagt Christoph Neumann, Abteilungsleiter Straßenplanung. Mit Ehrgeiz verfolge Straßen NRW das Projekt, das den zunehmenden Trend zum Fahrradfahren berücksichtige. Noch ist ein großer Teil der Strecke mit Sträuchern zugewachsen. Auch Gleise und Schotter müssen noch beseitigt werden, ehe Radfahrer in die Pedale treten können. Straßen NRW als Baulastträger muss nicht nur die Unterhaltung garantieren, sondern auch Ersatzpflanzungen für die versiegelten Flächen vornehmen. Die Strecke wird auch im Winter befahrbar bleiben.

Neumann glaubt, dass im nächsten Jahr mit dem Ausbau auf der früheren Güterzugtrasse begonnen werden kann. Die Bauzeit soll zwischen 12 und 18 Monate betragen. Der reine Asphaltbelag dürfte vor allem Zeitgenossen mit Rennrädern entgegenkommen, die häufig schnell und auf schmalen Reifen unterwegs sind.

Pedelecs dürfen die Trasse nicht befahren

Projektleiter Sebastian Artmann ist sicher, dass Radfahrer und Fußgänger sich arrangieren werden: „Jeder Nutzer des Radschnellweges muss sich den Verkehrsverhältnissen anpassen.“ Pedelecs, die immerhin mit bis zu 45 km/h unterwegs sein können, dürfen die Trasse allerdings nicht befahren. In einer Machbarkeitsstudie des RVR gehen Experten davon aus, dass täglich zwischen 1000 und 2000 Radfahrer den Radschnellweg auf Gelsenkirchener Stadtgebiet befahren werden.

Peter Bruckmann, ADFC-Vorsitzender in Gelsenkirchen, begrüßt den Bau des Radschnellweges. Er regt an, dass Fußgänger an den Zufahrten nicht die Trasse der Radfahrer überqueren müssen, bevor sie ihre Spur erreichen. Sebastian Artmann ist überzeugt, dass sich dieser Vorschlag kaum umsetzen ließe. Auch auf dem Radschnellweg gelte rechts vor links und die Rücksichtnahme gegenüber dem schwächsten Verkehrsteilnehmer.

>>> Info: Neun Zufahrten in Gelsenkirchen geplant

Anregungen und Hinweise für den geplanten Radschnellweg Ruhr (RS 1) erhofft sich Straßen NRW von den Bürgern. Auf Gelsenkirchener Gebiet sind neun Zufahrten zwischen Hattinger Straße und Parkstraße in Ückendorf vorgesehen.

Der 101 Kilometer lange Radschnellweg verbindet die Städte Duisburg, Mülheim, Essen, Gelsenkirchen, Bochum, Dortmund, Unna, Kamen, Bergkamen und Hamm. Idee und Machbarkeitsstudie stammen vom RVR.
Info: www.strassen.nrw.de

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