Schalker Verein

Projektentwickler sagt: „Ich beseitige Leerstände“

Das ehemalige Schalthaus ist Kernstück des Entwicklungs-Projekts. An der Vermarktung arbeitet Ralf Ehlert (56) seit 2016.

Foto: Martin Möller

Das ehemalige Schalthaus ist Kernstück des Entwicklungs-Projekts. An der Vermarktung arbeitet Ralf Ehlert (56) seit 2016. Foto: Martin Möller

Bulmke-Hüllen.   Mit diesem Spruch und Anspruch geht Ralf Ehlert (56) ans Werk. Der Projektentwickler ist 2016 angetreten, den Schalker Verein zu beleben.

Die Visitenkarte von Ralf Ehlert eröffnet geradezu ein ganzes Job-Portfolio: „Gastronomie & Freizeitobjekte, Um- und Nachnutzung von Bestandsgebäuden, speziell im Denkmalschutz, Expansion & Vermarktung im Ruhrgebiet“ sind auf dem Kärtchen notiert. Und: „Kommunikation“.

All diese Arbeitsfelder sind gefordert bei dem, was Ehlert sich vorgenommen hat. Er ist angetreten, den Bereich Schalker Verein West rund um das alte Schalthaus und den Solarbunker neu zu vermarkten, zu bebauen, zu beleben. „Ich beseitige Leerstände“ – mit diesem Spruch (und Anspruch) geht der 56-Jährige Projekte an. „Ich vermarkte natürlich in erster Linie, aber eben nicht wie ein normaler Makler. Ich mache mir generell immer Gedanken: Wo könnte was hin, wen kann man ansprechen, was passt zusammen?“, sagt Ehlert. In dieser Phase ist der Dorstener noch, führt Gespräche, präsentiert den Standort.

Für das Schalthaus wäre für ihn ein Sporthotel denkbar

Konkrete Planungen oder Investoren kann er noch nicht kommunizieren. Bis Ende des Jahres soll möglichst Vorzeigbares her. Die Orientierungs- und Sammelphase läuft noch. Fitness, Eventgastronomie oder besondere Ladenkonzepte kann sich der Dorstener hier vorstellen. Für das Schalthaus wäre für ihn ein Sporthotel denkbar, vielleicht unter Einbeziehung des benachbarten Solarbunkers. Ein weiterer Lebensmittelmarkt auf einer der Freiflächen, eine Senioreneinrichtung, natürlich Wohnen, gerne generationsübergreifend und in Ergänzung zu den rund 70 Wohneinheiten, die das Bauunternehmen Vista Reihenhaus GmbH vor Ort plant – das ist derzeit für Ehlert noch im „Topf“.

Die Blaupause für ein buntes Ideen-Sammelsurium hat Ehlert in Dorsten in 20 000 Quadratmetern Gebäudefläche realisiert und die ehemalige Zeche Fürst Leopold innerhalb von vier Jahren entwickelt. Als Quartier für Kultur, Gewerbe, Handel und vor allem Gastronomie wurde sie zum Kreativort mit alter Industriekulisse.

11 400 und 12 300 Quadratmeter große Grundstücke

Mit diesen Referenzen ging Ehlert 2016 auch den Schalker Verein an. Im November stellte der Projektentwickler mit der Gelsenkirchener Wirtschaftsförderung dort damals auf dem Europaplatz hinter der Schalthaus-Ruine (an der sich finanziell ein Siegener Investor bereits 2012 kräftig verhoben hatte) erste Ideen vor. Drei Wochen zuvor war zwischen NRW.Urban als Grundeigentümer und der Tedo GmbH der Kaufvertrag notariell beurkundet worden. Neben dem Schalthaus umfasst er die beiden angrenzenden Flächen links und rechts der Europastraße. 11 400 und 12 300 Quadratmeter groß sind die Grundstücke.

Eine Hymne fürs Dorstener Stadtmarketing

Mit dem Vertragsabschluss startete die Vermarktung des Geländes durch Ehlert für Tedo. „Ich spiele den ganzen Tag ein wenig Monopoly“, scherzt der 56-Jährige. Was lässt sich realisieren? Um im Spiel-Bild zu bleiben: Schlossallee oder Badstraße? Gegen 0-8-15 Lösungen sprechen Ehlerts Selbstverständnis und seine durchaus leicht schillernde Vita. In Horst geboren, mit 17 Jahren nach Dorsten-Wulfen gezogen, hat sich Ehlert früh als Organist und Chorleiter betätigt, später dann BWL und Volkswirtschaftslehre studiert, quasi nebenher eine Gesangs-Karriere gestartet. „Ich habe 80 Songs komponiert“, sagt Ehlert. Einer davon war eine Hymne auf seine Heimatstadt – fürs Dorstener Stadtmarketing.

NRW.urban hat die Flächen verkauft

Mit schnellen Lösungen rechnete man übrigens auch nicht bei NRW.urban. „Wir legen sehr viel Wert auf Konzepte, die gerade in dieser besonderen Eingangssituation gefallen“, betonte Projektmanager Burkhardt Bahrenberg bei der Präsentation 2016 und zeigte sich zuversichtlich, „dass wir hier in ein, zwei Jahren noch schöne Investitionen bekommen“.

Ein Jahr ist beinahe rum...

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