Sozialarbeit

Projekt Buddies: Hilfe für Gelsenkirchener Jugendliche

Vanessa Keller vom Jugendamt der Stadt Gelsenkirchen und ihr Buddie Elroy Hentschel-Leroy (17).

Vanessa Keller vom Jugendamt der Stadt Gelsenkirchen und ihr Buddie Elroy Hentschel-Leroy (17).

Foto: Joachim Kleine-Büning / FUNKE Foto Services

Gelsenkirchen.  Ziel des Gelsenkirchener Projekts Buddies ist es, Jugendlichen Chancen zu eröffnen und an sich zu glauben. Was die Buddies dabei genau machen.

„Ein großartiges Projekt wird heute ins Leben gerufen“, sagte am Montagabend Nicolai Markussian vom allgemeinen städtischen Sozialdienst. Denn ab sofort gibt es Buddies (Kameraden), das sind Paten für Teenies aus dem Stadterneuerungsgebiet Schalke. Ziel ist es, Jugendlichen Chancen zu eröffnen, an sich zu glauben, das Beste aus sich und ihrem Leben zu machen.

Vanessa Keller hat sich das Gelsenkirchener Projekt Buddies ausgedacht

Ausgedacht hat sich das Projekt Sozialarbeiterin Vanessa Keller. Und zwar schon vor einigen Jahren in Wanne-Eickel. Denn dort gibt es einen Stadtteil, der Schalke sehr ähnlich ist, sagt sie. Da fing sie an, sich Jugendliche zu suchen, die Unterstützung brauchten, sammelte vier junge Leute zwischen 12 und 17 Jahren um sich, unternahm Ausflüge mit ihnen, gab ihnen Halt.

Jetzt ist sie fest im Job im Jugendamt Gelsenkirchen und arbeitete das Projekt aus. „Wir haben bisher zwölf Studenten, die sich ehrenamtlich um zwölf Jugendliche kümmern. Wir gehen erst mal von einem Jahr aus, in dem die jungen Menschen persönlich betreut werden“, sagt sie.

Ziel: Junge Menschen in Gelsenkirchen zu stabilisieren

Es ist ein ganzes Netz an Mitstreitern, das sie geknüpft hat: Mit dabei sind circa 20 Organisationen, Vereine oder Verbände, die zur Mitarbeit bereit sind: unter anderem Schulen, Kitas, Feuerwehr, Stadt, Polizei.

„Es geht darum, junge Menschen zu stabilisieren, die Schwierigkeiten in der Schule haben, gemobbt werden, die Schule schwänzen, Probleme haben, einfach aus dem Raster fallen“, sagt Vanessa Keller. Die soll das Netzwerk auffangen. Einmal im Monat trifft sich der Student oder die Studentin, die Buddies, mit dem Jugendlichen und sie unternehmen etwas zu zweit. Ein weiteres Mal unternimmt die ganze Gruppe Ausflüge. Zum Beispiel wird die Feuerwehr besichtigt.

Unterstützung gegen Ausgrenzung

Elroy Hentschel-Leroy war mit dabei, als Vanessa Keller in Wanne-Eickel vor Jahren vier Jugendlichen Unterstützung gab, indem sie ihnen half, wieder Mut und Lebensfreude zu bekommen. Der 17-Jährige erzählte am Montagabend über seine Erfahrungen und wie gut ihm die Begleitung auf schwierigen Feldern in schwierigen Zeiten getan hat.

Er hatte Probleme in der Schule, wurde gemobbt und ausgegrenzt. Dann stellte sich Vanessa Keller an seine Seite, unternahm Ausflüge mit ihm, machte Spielabende, baute ihn und andere wieder auf, bot Problemlösungen an. Und er ist heute noch erstaunt, dass es plötzlich mit den Schulkameraden wieder klappte, die Ausgrenzung aufhörte, er in der Gemeinschaft wieder ankam.

Als Dachdecker braucht man in erster Linie Mathematik

Jetzt ist er schon erfolgreich im zweiten Ausbildungsjahr zum Dachdecker und wünscht sich nichts sehnlicher, als noch einmal einen Buddy an die Seite gestellt zu bekommen. Das habe so gut getan und sei so erfolgreich für sein Leben gewesen. „Ich habe wirklich wieder Lebensfreude bekommen“, strahlt er.

Einen großen Bruder oder eine große Schwester zu haben, die einem helfen, sei unglaublich wertvoll. Zurzeit wünscht er sich jemanden, der ihm Mathematik verständlich erklärt, denn in seinem zukünftigen Beruf als Dachdecker müsse man in erster Linie Mathe können, um Berechnungen zu machen.

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