Kultur & Musik

Orgelfestival Ruhr macht auch zweimal in Gelsenkirchen Halt

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Der Gelsenkirchener Kreiskantor Andreas Fröhling gehört zum Team, das das Orgelfestival Ruhr ins Leben gerufen hat.

Der Gelsenkirchener Kreiskantor Andreas Fröhling gehört zum Team, das das Orgelfestival Ruhr ins Leben gerufen hat.

Foto: Frank Oppitz / FUNKE Foto Services

Gelsenkirchen.  Zwei der 14 Konzerte des Orgelfestivals Ruhr steigen in der Gelsenkirchener Altstadtkirche. Das erste bestreitet Irena Budryte-Kummer am Sonntag.

Das Orgelfestival Ruhr erlebt in diesem Jahr bereits seine 15. Auflage. Noch bis Anfang September locken insgesamt 14 Veranstaltungen die Besucherinnen und Besucher in sechs Revierstädte. Auch Gelsenkirchen ist wieder mit von der Partie. Und das erste von zwei Konzerten, die beide in der evangelischen Altstadtkirche am Heinrich-König-Platz stattfinden, steigt an diesem Sonntag. Zu Gast ist dann ab 18 Uhr die Konzertorganistin Irena Budryte-Kummer aus Litauen.

Zweijährige Corona-Durststrecke überstanden: Endlich wieder Livekonzerte

„Ich freue mich sehr, dass wir endlich wieder in Präsenz zusammen Livemusik genießen können“, sagt Andreas Fröhling. Der Kreiskantor von Gelsenkirchen/Wattenscheid und seine Festival-Mitstreiter hatten wie so viele andere auch eine zweijährige Durststrecke zu überbrücken: 2020 fiel das Festival der Corona-Pandemie komplett zum Opfer, im vergangenen Jahr fanden immerhin einige der Konzerte als Livestream im Internet statt, die in der Kirche auf einer Leinwand gezeigt wurden. Das sei ein schöner, aber natürlich kein vollwertiger Ersatz für ein „richtiges“ Konzert gewesen, betont Fröhling.

Über Livestream war vor Jahresfrist auch Irena Budryte-Kummer zugeschaltet. Nun wird sie ihr Programm „Schmerz und Trost“ vor Ort an der großen Schuke-Orgel, die vor genau 20 Jahren eingeweiht wurde, präsentieren. Zu hören gibt es die große Orgelsonate „Der 94. Psalm“ von Julius Reubke, aber auch Werke aus Litauen. „Das gehört zu unserem Festivalkonzept: Jeder Gast-Organist soll immer auch Musikstücke aus seiner Heimat mitbringen“, erklärt Fröhling.

Verneigung vor dem französischen Komponisten César Franck

Was alle 14 Veranstaltungen dieses Festivals eint: In jeder werden auch Werke von César Franck zu hören sein. Der französische Komponist, Pianist und Organist hätte in diesem Jahr seinen 200. Geburtstag gefeiert. Deshalb hat Festivalorganisatorin Susanne Reimann bei der Programmzusammenstellung darauf geachtet, dass sich alle Teilnehmenden musikalisch vor Franck verneigen.

Konzert Numero zwei in Gelsenkirchen steigt dann am Sonntag, 10. Juli, um 18 Uhr mit Andreas Fröhling selbst. In seinem „Heimspiel“ wird der frühere Folkwang-Schüler und heutige Dozent für Orgel und Orgelimprovisation Musik von Bach, Alain und natürlich auch Franck präsentieren.

In der Nische ein treues Stammpublikum erarbeitet

Natürlich weiß der Kreismusikdirektor, dass Orgelkonzerte nicht die ganz breite Masse ansprechen. Doch in seiner Nische hat sich dieses Traditionsfestival eine treue Zuhörerschaft erarbeitet. „Wenn wir am Sonntag über 100 Besucherinnen und Besucher begrüßen dürfen, wäre ich glücklich“, sagt Fröhling und fügt mit einem Augenzwinkern hinzu: „Werden es noch mehr: um so schöner!“

Karten kosten zehn Euro an der Abendkasse, Schüler und Studenten haben freien Eintritt. Alle Infos im Netz: www.orgelfestival.ruhr. Kooperationspartner ist das Kulturbüro der Stadt Gelsenkirchen. Die Schirmherrschaft des Festivals hat der frühere Bundestagspräsident Norbert Lammert übernommen.

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