Kultur & Musik

Opernsängerin wechselte von Gelsenkirchen nach München

Mezzosopranistin Anna Agathonos hat über zehn Jahre Rollen im Gelsenkirchener Musiktheater im Revier gesungen, jetzt hat sie ein festes Engagement in München.

Mezzosopranistin Anna Agathonos hat über zehn Jahre Rollen im Gelsenkirchener Musiktheater im Revier gesungen, jetzt hat sie ein festes Engagement in München.

Foto: Thomas Schmidtke

Gelsenkirchen.  Anna Agathonos hat über zehn Jahre am Gelsenkirchener Musiktheater im Revier gewirkt. Nun ist die Opernsängerin nach München gewechselt.

Mehr als zehn Jahre gestaltete sie mit ihrer starken, warmen Stimme zahllose Rollen am Gelsenkirchener Opernhaus. Inzwischen hat die gebürtige Griechin Anna Agathonos (49) das Ruhrgebiet verlassen und ein neues Engagement in München übernommen. Seit September lebt und arbeitet die beliebte Opernsängerin in der bayrischen Landeshauptstadt, wo sie als festes Ensemblemitglied am renommierten Staatstheater am Gärtnerplatz singt.

Und hier stellte sie gleich fest, wie hoch das Ansehen des Gelsenkirchener Opernhauses in der Bayern-Metropole ist. „Ein Regisseur, der früher viel am MiR gearbeitet hat, spricht sogar von der guten Gelsenkirchener Schule“, betont Agathonos im Gespräch mit dieser Zeitung. Allein in der kurzen Zeit, die sie bislang an der Staatsoper verbracht hat, sind ihr immer wieder Regisseure, Ausstatter und Sänger begegnet, die schon einmal in Gelsenkirchen gearbeitet haben und offen von dieser Zeit schwärmen. Agathonos: „Das ist wirklich interessant und beglückend.“

Die „Maddalena“ sang sie in ihren Gelsenkirchener Anfangsjahren

So probt die Sopranistin aktuell in München für die Oper „Eugen Onegin“ unter der Regie von Ben Bauer, der 2018 am Musiktheater mit großem Erfolg die „Dialoge der Karmelitinnen“ auf die Bühne gebracht hatte. Aber es gibt noch mehr Verbindungen: Der derzeitige Intendant des Staatstheaters am Gärtnerplatz, Josef E. Köpplinger, führte 2004 Regie am MiR in Rossinis Oper „La Cenerentola“. Und wer sang damals die Titelrolle? Genau, Anna Agathonos. Auch da schließt sich ein Kreis.

Nach einigen Jahren freiberuflicher Arbeit gestaltet die Sängerin nun gleich einige bedeutende Partien in München, darunter ab Februar die „Maddalena“ in Verdis „Rigoletto“. Genau diese Rolle sang sie auch in ihren Gelsenkirchener Anfangsjahren. Zudem studiert sie gerade die Hauptrolle in Carlo Menottis Kammeroper „Das Medium“ ein.

Die tiefe Liebe zum Ruhrgebiet bleibt immer bestehen

Die tiefe Liebe zu ihrer langjährigen Wahlheimat und dem Ruhrgebiet aber, die bleibe bestehen. Sie erzählt: „Zumal ich hier in München die sehr humanen Mieten in Gelsenkirchen vermisse und den netten Kontakt zu meinem damaligen Vermieter.“ Aber ihr fehlt noch mehr: „Ich vermisse auch die offene, direkte und kommunikative Art der Menschen im Ruhrgebiet.“ Die Münchner könne sie derzeit wegen der Abstandsregeln gar nicht so richtig kennenlernen. „Außerdem ist mir aufgefallen, dass die Tatsache, Mitglied am Musiktheater gewesen zu sein, in der Theaterwelt als Garant dafür gilt, ein guter Darsteller zu sein.“ Sprungbrett und Talentschmiede Musiktheater!

In den Jahren in Gelsenkirchen habe sie so vieles gelernt: „Am MiR bin ich nicht nur vielseitig geworden, was das Repertoire betrifft, sondern ich habe dort die Ensemble-Kultur lieben gelernt. Das kommt mir jetzt am Gärtnerplatz sehr zugute.“

Als erstes weibliches Mitglied im Lions Club Buer

In Gelsenkirchen hatte die in Athen geborene Künstlerin noch eine ganz besondere Rolle übernommen: Sie war die allererste Frau überhaupt unter den „Löwen“. Mezzosopranistin Anna Agathonos trat 2009 als erstes weibliches Mitglied dem Lions Club Buer bei. Der damalige Geschäftsführer des Fördervereins Musiktheater im Revier (fmt), Bernd Kaiser, holte die Opernsängerin zunächst auf die Bühne der Schloss-Berge-Konzerte und dann in die Reihen des Vereins.

Kaiser wird die Sängerin auch schon bald nach Gelsenkirchen zurückholen: „Nachdem die beiden letzten Schloss-Berge-Benefizkonzerte wegen Corona ausfallen mussten, planen wir nun für 2021 einen Abend mit Anna Agathonos.“ Auf dem Programm werden dann Lieder aus der griechischen Heimat der Künstlerin stehen. Ohnehin bleibe der Kontakt ins Ruhrgebiet bestehen, verspricht die Sängerin: „Ich habe meine Freunde hier, den Lions Club, und die Eltern meines Lebensgefährten leben in Gelsenkirchen.“ Man sieht sich!

Daten und Fakten zur Person

Anna Agathonos wurde in Athen geboren. Sie studierte in Wien an der Universität für Musik und darstellende Kunst und war danach zwei Jahre lang Mitglied des Internationalen Opernstudios Marseille. Erste Engagements führten sie gleich in die ganze Welt.

2001 trat sie zum ersten Mal auf der Bühne des Musiktheaters im Revier auf. Eine Verbindung, die bis heute hält. Mit Beginn der Spielzeit 2020/21 ist die Mezzosopranistin Ensemblemitglied am Staatstheater am Gärtnerplatz München. In der letzten Spielzeit sang sie auch an der griechischen Nationoper in Athen. Seit 2009 engagiert sie sich im Lions Club Buer, besonders für die Unterstützung des Friedensdorfes in Oberhausen.

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