Open-Data-Portal

Gelsenkirchen stellt 70 Datensätze zur freien Verfügung

Blick auf die Startseite des neuen Informationsangebots „Open Data“: Die Stadt stellt damit interessierten Nutzern offene Datensätze zur Weiterverarbeitung kostenlos zur Verfügung.

Blick auf die Startseite des neuen Informationsangebots „Open Data“: Die Stadt stellt damit interessierten Nutzern offene Datensätze zur Weiterverarbeitung kostenlos zur Verfügung.

Foto: Martin Möller

Gelsenkirchen.   Mit dem Open-Data-Portal macht Gelsenkirchen einen weiteren Schritt zur vernetzten Stadt. Zu Beginn stehen 70 Datensätze zur freien Verfügung.

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Die Verwaltung macht auf ihrem Weg zur „vernetzten Stadt“ den nächsten Schritt: „Open Data“ heißt das Zauberwort. Auf einer Webseite stellt die Stadt ihre Daten der Öffentlichkeit als „Offene Daten“ zur Verfügung. „Wissen als Rohstoff in den Händen vieler“, wie es Oberbürgermeister Frank Baranowski bei der Vorstellung am Dienstag beschreibt. Die Stadt folge damit dem Beispiel 30 weiterer Städte, darunter etwa auch Köln.

Künftig kann also jeder, der über die dafür notwendigen Programmierkenntnisse verfügt, die Daten der Stadt weiterverwenden und daraus Apps oder Internetseiten entwickeln. Aus Statistiken, Einwohnerdaten, Fakten zur Infrastruktur, zum Verkehr, zu Fahrzeugen, zu Grundstücken und Grenzen. Das beste Beispiel dafür ist die Online-Enzyklopädie „Wikipedia“. Ganz wichtig dabei: „Es werden keine personenbezogenen Daten herausgegeben“, wie Manfred vom Sondern von der städtischen Arbeitsgruppe „Open Data“ betont.

Start mit 70 Datensätzen

Zum Start stehen zunächst einmal 70 Datensätze zur Verfügung – das Informationsspektrum reicht dabei von Karten und Luftbildern über Schulen, Kindergärten und (Pflege-)Heimen bis hin zu Spielplätzen, Parks und Veranstaltungen – der kontinuierliche Ausbau ist bereits beschlossene Sache.

Stadt und Westfälische Hochschule sind für „Open Data“ eine Kooperation eingegangen. Studierende des Fachbereichs „ Journalismus und PR“ haben bereits bei der Planung und Datenpflege ihr Wissen einfließen lassen. In der Sparte „Informatik und Kommunikation“ wird es im Sommer ein Seminar geben, bei dem die angehenden Akademiker mit den städtischen Daten erste Ideen für Anwendungen entwickeln und umsetzen. „So können Stadt und Hochschule zugleich zukunftsweisendes Know-how aufbauen“, sind sich die Informatik- und Kommunikationsexperten Prof. Dr. Kurt Weichler und Prof. Dr. Henning Ahlf sicher.

Argumente für und gegen Open Data

Über „Open Data“ gibt es unterschiedliche Ansichten. Die Befürworter argumentieren unter anderem mit dem Vorantreiben der Forschung durch die offene Bereitstellung von wissenschaftlichen Erkenntnissen, dem besseren Verständnis von Zahlen, Fakten und Zusammenhängen. Vorteilhaft seien auch die Arbeitsersparnis für Behörden, die bessere Wirtschaftlichkeit für Unternehmen, deren Produkte und Projekte diese Daten als Grundlage haben.

Kritiker führen als Argument die Gefahr an, dass der einfache Zugang zu den Daten absichtlichen oder unabsichtlichen Änderungen und damit dem Missbrauch Tür und Tor öffnet. Bedenken gibt es auch hinsichtlich der kommerziellen Nutzung der durch Steuergelder finanzierten Daten sowie einer möglichen Gefährdung etablierter Geschäftsmodelle.

Ideenaustausch bei einem „Hackday“

Der Stadt ist es ein Anliegen, mit den potenziellen Anwendern der Daten in den Dialog zu treten. Unter anderem ist deshalb ein so genannter „Hackday“ geplant, der Tüftler und Anbieter zusammenbringen und den Austausch fördern soll. Die Gelsenkirchener Daten werden in Kürze auch in den Open Data-Portalen des Landes (OpenNRW) und des Bundes (GovData) bereitgestellt. Die Regierungen bündeln dort jeweils ihre offenen Daten und laden Bürger zum Mitgestalten ein.

Zum Portal: opendata.gelsenkirchen.de

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